Für dieses Treffen am Arsch der Welt ließen sich beide verschwenderisch in ihren riesigen "Air Force One"s nach Alaska fliegen, der "Gastgeber" ließ noch paar hundert Meter roten Teppich an den Polarkreis bringen, sowie seine protzige schwarze überlange US-Präsidenten-Limousine, in der der "Gast" dann sogar ein Stückchen weit mitfahren durfte (!), mit kindischer Freude aus dem getönten Seitenfenster der Chef-Rückbank heraus lächelnd...
Viel mehr ist von diesem Treffen zwischen dem infantilen Koloß und dem drahtigen Schlaumeier nicht bekannt, außer daß es statt der geplanten 7 nur 2 oder 3 Stunden dauerte (vermutlich gab´s wenigstens einen kleinen Imbiß mit Wolga-Kaviar/Wodka Gorbatschow und Long-Island-Hummer/Straight Bourbon), und daß beide "zufrieden" waren... trotzdem hagelt es aus der gesamten Polit-Theater-Welt "Reaktionen" und "Analysen" - will heißen: hunderte von nichtssagenden Wort-Hülsen, in denen die üblichen Schlagworte vorkommen, wie "Sicherheits-Garantien", "Europäische Werte", "Beistands-Versprechen", "gerechter Frieden", "Souveränität", "Einmütigkeit", "Koalition der Willigen" und weiteres Blabla* - kurz: ein Tag der aus der Geschichts-Schreibung getilgt werden kann bzw. muß, wenn man sich nicht vor der Nachwelt lächerlich machen will, und bei den wirklich dramatischen Welt-Ereignissen (Hungersnot und Völkermord in Gaza, Bürgerkrieg im Sudan, im Kongo und in Myanmar, Fluten und Erdrutsche in Pakistan, Cholera und AIDS in Afrika, neue Drogen-Kriege in Kolumbien, versinkende Atolle und Plastik-Kontinente im Pazifik, Fentanyl-Seuche in den USA, Hingerichtete in Saudi-Arabien, Feuer in Süd-Europa und im Amazonas-Regenwald, Ertrunkene im Mittelmeer, usw. usw.) würde es garnicht auffallen, wenn man diesen Tag streichen würde...
Leider gab es allerdings bereits so viele solcher Tage, die man besser gestrichen hätte, daß am Urteil der Nachwelt nicht mehr viel zu ändern oder retten ist: was z.B. die von den europäischen Staats-Räsonnierern befürchteten und "Völkerrechts-widrig" genannten möglichen Gebiets-Verluste der rechts-nationalistischen Ukros betrifft, nannten sie vor 25 Jahren, als sie die Sezessionen der Teil-Republiken vom Bundes-Staat Jugoslawien (übrigens gegründet vom Kroaten Tito) und dann die von der NATO herbei-gebombte Sezession des Kosovo von "Rest-Jugoslawien" (Serbien) militärisch und propagandistisch unterstützten, eine "Weiterentwicklung des Völkerrechts"**, nämlich die "Souveränität von Völkern", die über der "territorialen Souveränität von Staaten" stehe*** - jedenfalls, wenn es in die westliche Geo-Strategie paßt, Staaten durch "ethnische" Rivalitäten zu spalten: die Souveränität der Palästinenser, der ukrainischen Russen, Ungarn usw., der Basken, Andalusier und Katalanen, der Waliser und Schotten, der Süd-Tiroler und Sardinier, der Bretonen, Korsen, Elsässer und Languedoquer, der Kurden, der skandinavischen Sami, der australischen Aborigines, der neuseeländischen Maori, der nord- und süd-amerikanischen Indianer und viele andere passen leider nicht, da in deren Heimat aus ganz banal kapitalistischen Gründen die "Souveränität" der bestehenden (zumeist multi-ethnischen****) imperialistischen oder post-kolonialen Staaten erwünscht ist, selbst wenn sie sich, wie im Fall Israels, auf antike Legenden, mystische "Prophezeiungen" und militärische Eroberungen berufen.
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* vgl. die lebenslange Parole Catos des Älteren: "Ceterum censeo Carthago esse delendam!" (Übersetzung siehe "Asterix"-Hefte von Goscinny/Uderzo)
** siehe Territoriale Integrität der Ukraine – oder die „Weiterentwicklung des Völkerrechts“ (NachDenkSeiten)
*** wobei die jugoslawischen Republik-Grenzen bekanntermaßen keine "ethnischen" waren, wie man an den heutigen Konflikten sieht
**** selbst "harmlose" Staaten wie Deutschland, Holland oder Belgien sind in Wirklichkeit (ohne von Immigranten zu reden) multi-ethnisch, und erst recht gilt das für die Nachfolge-Staaten der Sowjetunion mit (nicht nur) ihren großen "Minderheiten" von Russen: siehe Ukraine, Estland usw. - einzig die Schweiz hat sich nach einigen Wirren einigermaßen erfolgreich der Mühe und den Kosten unterzogen, ein funktionierendes multi-ethnisches und vielsprachiges Bundes-Modell zu entwickeln, das natürlich von Imperialisten, Zentralisten und "Rationalisten" belächelt wird, aber trotz all seiner Fehler bewundernswert ist: der schweizer Anarchist p.m. ("Olten - Alles aussteigen. Eine Welt ohne Schweiz",²1991) hat bei aller berechtigter Kritik am Kuckucks-Uhren-und-Bank-Geheimnis-Kapitalismus letztlich doch nur die Schweiz ad extremum geführt: seine berühmte radikal-humanistisch-anarchistische Utopie "bolo´bolo" (seit den 1980er-Jahren vom "Paranoia-City-Verlag" immer wieder neu aufgelegt) und die darauf folgenden Romane konnten wohl nur in der (wenn auch oft über-romantisierten) "Eidgenossenschaft" entstehen, die mit der ihr eigenen Langsamkeit leider "natürlich" doch durch die übliche Vorherrschaft des Finanz-Sektors (siehe "Asterix bei den Schweizern") in der globalen Ent-Zivilisierung versinkt...
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