In der "französischen Revolution" waren es vielleicht bourgeois-juristisch-intellektuelle Plutokraten, in der US-"Revolution" aber eindeutig imperialistische Sklaven-Halter-Plutokraten, die die kapitalistische "Aufklärung" vorantrieben, in deren "Demokratie" allerdings "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" nur leere Volks-Verhetzung waren: seit tausenden von Jahren kein (oder nur ein "virtueller") sogenannter "Fortschritt" - wenn nicht sogar ein Rückschritt...
Man kann die "Demokratie" noch so erhebend und gerührt erschaudernd preisen - die "Volks-Herrschaft" ist schon seit der Erfindung des rein theoretischen Wortes (in Griechenland vor 2500 Jahren) bekanntlich immer Oligarchie und Plutokratie gewesen und bis heute geblieben: echte Demokratie müßte zumindest eine wirkliche "Basis"- oder "Räte"-Demokratie sein, wenn schon nicht in Form autonomer dezentraler Gruppen ohne feste Hierarchien, aber mit Palaver-Konsens, in dem tatsächlich "jede Stimme zählt" (und nicht nur abstrakt, wie in den zentralistischen Parteien-"Wahl-Demokratien") - also eher wie eine Hippie-Kommune*, eine Anarchisten-Gruppe im spanischen Bürgerkrieg**, ein Indio-Dorf in Amazonien***, ein Buschleute-Trupp in der Kalahari****, ein "un-kontaktiertes" Pygmäen-Lager***** im zentral-afrikanischen oder hinter-indischen Dschungel, eine Eskimo-Gemeinschaft in Nord-Kanada****** oder ein nomadisches Aborigine-Völkchen******* im australischen "Outback" (manche sagen auch: wie ein konservatives New-Hampshire-Städtchen********, wo man, statt Staats-Steuern zu zahlen, sich lieber lokal finanziell, sozial und/oder tatkräftig engagiert, und wo fast jeder schon mal Stadtrat und/oder in einem andern Ehrenamt war: "Make My Town Great!" statt "MAGA"...).
Da wir aber in einer oligarchisch-plutokratischen Pseudo-"Demokratie" leben, ist das regelmäßige Medien-"Ogott, bald sind Wahlen!!"-Theater völlig belanglos (egal, ob die "Wahlen" hier oder sonstwo auf der Welt stattfinden): nur vor Wahlen (und danach nie wieder) ist von "Partei-Wahl-Programmen" die Rede, sowie von "Wahl-Beeinflussung" (in erster Linie durch "Putin", der auch schuld ist, wenn das Ergebnis "schlechter" als die "Prognosen" der Staats-treuen Wahl-Beeinflusser sind - die beste Anschauung über "demokratischen" Wahl-"Kampf" bietet immer noch Brechts Roman-Fragment "Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar" (1939, später neu), oder auch Friedells "Kulturgeschichte Griechenlands" (posthum 1949, später neu), und sogar der anti-kommunistische "Kalte-Kriegs"-Roman "Botschafter der Angst" von R. Condon (1959, verfilmt 1962 mit F. Sinatra), ganz zu schweigen von N. Kleins epochalem Klassiker "Schock-Strategie" (2007).
"Schiebt den/die Wa(h)l zurück ins Meer!" (so die leider längst nicht mehr visionären Toten Hosen 2004 auf ihrer LP "Walkampf")
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* vgl. z.B. E. Callenbach: "Ökotopia" (1975) oder D. Flecks Remake: "Das Tahiti-Projekt" (2008)
** s. H.M. Enzensberger: "Der kurze Sommer der Anarchie" (1977)
*** s. z.B. J. Liedloff: "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" (1975)
**** s. L. van der Post: "Das Herz des kleinen Jägers" (1961, später neu)
***** es gibt leider ein paar Berichte von gnadenlosen "Anthropologen" und egomanischen "Abenteurern", die auch noch die letzten Refugien entweihen...
****** s. z.B. R.J. Flaherty´s Film "Nanook of the North" (1922) und A.R. Evans: "Der Zug der Rentiere" (1935, später neu)
******* s. z.B. A. Lommel: "Fortschritt ins Nichts" (1984)
******** s. U. Siemon-Netto: "Die ungleichen Zwillinge. Vermont und New Hampshire, Paradebeispiele der Demokratie" in: "MERIAN 6/1985: Neuengland", S. 88 ff., sowie den grandiosen Hitchcock-Film "Immer Ärger mit Harry" (1955) - s. dagegen A. de Tocqueville: "Über die amerikanische Demokratie" (1835-40, später neu) und F. Kürnberger: "Der Amerika-Müde" (1855, später neu)