Freitag, 29. September 2023

Berliner Förderprogramm "Künstlerische Forschung"

Dieses Förderprogramm vergibt aus dem Landes-Haushalt generöse 2-jährige Stipendien an "Künstler", die nach einem eingereichten "Projekt" ausgewählt werden und daraufhin mit ihrem erklecklichen monatlichen Freibetrag machen können, was sie wollen oder wenn möglich hinkriegen oder auch nicht - eine schöne und staatlich wohlwollende Idee zugunsten getrieben kreativer Geister, die in der Regel aus dem kapitalistischen Effizienz-Prinzip rausfallen und es deshalb immer schwer haben...

Schön auch, daß kulanterweise der Begriff "Forschung" da nicht so genau genommen wird: schließlich kann jede absonderliche "Installation", jedes rudimentäre "Experiment" und jede spontane oder zufällige "Dokumentation" als "Forschung" durchgehen... (siehe Beispiele auf www.kuenstlerischeforschung.berlin)

Schön auch, daß die ganze Aktion so multikulturell ist, daß ein Großteil der Stipendiaten ausländische Kurzzeit-Förderabgreifungs-Kunstszene-Touristen sind und ein Großteil der möglicherweise resultierenden "Projekte" auf Englisch, Spanisch, Polnisch, Arabisch , Kurdisch, Suaheli usw. (mit englischen UT oder Simultan-Übersetzung, sofern es nicht nur um "Sounds", "Visualisierungen" oder "Vibrations" geht) vorgestellt werden - wir sind ja "weltoffen" bzw, so "weltläufig", wie eine läufige Hündin, und haben keine eigenen lokalen Probleme...

Folgerichtig sind die vorgestellten "Projekte" (deren "Interpretation dem Betrachter überlassen" wird, da sie sowas, wie eine erkennbare Aussage, zumeist souverän verweigern) keine "künstlerische Forschung", sondern Aller-Welts-Produkte, wie auf dem internationalen Kunst-Markt üblich: also für esoterisch bemühte "Kritiker" und ihr "elitäres" Szene-Publikum "interessante" Multi-Media-Installationen oder andere undefinierbare Exzesse, die das, was volkt, in die Arme der "AfD" und noch dubioserer "völkischer" und "konservativer" Vereine treibt.

"Kunst" ist mittlerweile so entfremdet, wie der kapitalistische "Derivate"-Markt, den nur noch ein paar "digital nerds" verstehen, und die Förderung dieser "Kunst" ist so absurd, wie die Deregulation des Finanz-Sektors.

Auf die klobige Minimal-"Skulptur" neben dem "Amazon"-Hochhaus an der Warschauer Brücke in Berlin-Friedrichshain hat ein vernünftiger Mensch gesprüht: "Kann weg!" Und das gilt für 90% aller wichtigtuerischen "Kunst"...

Russische Oppositions-Unterdrückung

Das heutige Beispiel des "Arte-Journals" für Unfreiheit und Unterdrückung in "Putins Diktatur" war ein 17-Jähriger, der einen Brandsatz in ein Rekrutierungs-Büro geworfen hat und deshalb seit 7 Monaten in U-Haft sitzt und möglicherweise wegen "Terrorismus" zu einer Gefängnis-Strafe verurteilt wird...

Schön wär´s, wenn ein Deutscher, der aus Widerwillen gegen Staats-Gewalt einen Molotow-Cocktail in eine staatliche Behörde schmeißt, als "berechtigt Erzürnter" mit mildernden Umständen davon käme, wie man es von der russischen Justiz erwartet (oder von der chinesischen gegenüber uigurischen Dschihad-Attentätern...).

Aber in Deutschland kann man nicht nur wegen einer gewalttätigen Attacke gegen Staats-Einrichtungen, sondern auch wegen verbaler "Putin-Versteherei" (=Rechtfertigung des "Angriffs-Kriegs"), willkürlicher Benutzung des "Z"-Symbols der russischen Armee oder "verfassungs-schutz-relevanter" Verunglimpfung der Regierungs-Politik* verurteilt, oder zumindest entlassen oder seines Kontos verlustig werden... Und ein Brand-Anschlag gilt seit Baader&Co.s Kaufhaus-Brandstiftung 1968 bestimmt nicht als verständliche emotionale Entgleisung, wie man sie dem jungen Russen zugute hält.

Kurz vor dem o.g. heutigen "Arte-Journal" hat der Sender eine Doku ausgestrahlt, in der gezeigt wurde, wie im "liberalen" Australien nach wie vor Aborigines rassistisch mißachtet und mißhandelt werden, die ab einem Alter von 10 Jahren als "strafmündig" gelten: nur ein Beispiel von vielen aus der "freien" Welt (US-Schwarze und nord- und südamerikanische Indigene, Flüchtlinge in Europa, Russen in der Uraine und im Baltikum, Serben im Kosovo usw.  usw.) - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht den ersten Stein auf Rußland oder China werfen. 

*(vgl. die neue VS-Richtlinie "Verfassungsschutz-relevante Delegitimierung des Staates" - gewünscht wäre wohl statt dessen "Delegaten-Imitierung"... siehe: Sind Sie ein Regierungsleugner? – DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM und meinen Eintrag vom 25. Februar: "Dissidenz") 

Dienstag, 26. September 2023

Bitte B-Bock einen Sekundarstufe-1-Globus schenken ! Für einen Krieg mit "menschlichem Gesicht"?

Kommt B-Bock in einen Laden und fragt nach einem Globus. Der Verkäufer bringt ihr einen, und sie fragt: "Wo ist darauf Niedersachsen?" Der Verkäufer zeigt es ihr, sie überlegt und sagt: "Das ist mir zu klein, ich möchte lieber einen Globus nur von Niedersachsen."

Und so kommt es, daß sie in einem "CNN"-Interview am 25.9. zur Verteidigung ihrer öffentlichen Bezeichnung des chinesischen Präsidenten als "Diktator" sagt: "Wir sprechen auch viel mit Ländern im Pazifik, insbesondere Indien..." - An welchem Ozean Myanmar oder Tansania liegen, ist ja nicht so leicht zu merken, aber bei INDIEN ist es ganz einfach: es liegt (wie Myanmar und Tansania) am INDISCHEN Ozean, wie man auf jedem Globus, der größer als Niedersachsen ist, sieht, und nicht "im Pazifik" (es heißt ja auch nicht "Inslien"), oder im Atlantik, wie Kolumbus lange vor "google-maps" verzeihlicherweise bei der Ankunft in "Westindien" (nach seiner Ansicht "Ostindien") glaubte, der allerdings im Gegensatz zu B-Bocks "zig-tausenden km" den Erdumfang für kleiner als in Wirklichkeit hielt... (siehe meinen Eintrag vom 26.8. und den berühmten Nürnberger Behaim-Globus von 1492 ohne Amerika und den Pazifik, aber bereits mit mehr als Niedersachsen...)

Mit B-Bocks Worten aus dem o.g. Interview: "Wir sind eine Demokratie, also hat jeder seine eigene Sicht auf die Dinge auf der Welt." - Wie wahr, selbst bei einer 360°-Wende. ("Informations-Zeitalter" heißt offenbar: hauptsache, "Siri" und "ChatGBT" haben geographische Grund-Kenntnisse...) Das grundlos zur Außen-ahnungslos-Minister(ups)in ernannte B-Bock braucht offenbar erst nochmal ein Heimatkunde-Praktikum im niedersächsischen Innen-Ministerium, wenn nicht besser einen lebenslangen Eltern-Urlaub mit bißchen abendlichem Rumscrollen auf "google maps" (Maßstab beachten!)...

Nebenbei kam heraus, was nach ihrer "Sicht auf die Dinge auf der Welt" ihre geheimnisvolle "feministische Außen-Politik" bedeuten soll: ach so - sie will einfach "dem Krieg ein menschliches Gesicht" geben... Das hatte ich mir sowieso schon gedacht, nachdem sie der Kriegs-Treiberei ihr eigenes schweins-äugiges Gesicht gegeben hat (siehe W. Golding: "Der Herr der Fliegen"), aber abgesehen vom Gesicht fragt sich immer noch, wie ein "menschlicher Krieg" praktisch aussehen soll, wenn man ihn mit immer krasseren Waffen befeuert (siehe meinen Eintrag vom 22.8. über das humane, aber un-feministische Kampf-Trinken des nassauischen und des napoleonischen Feldherrn zur Vermeidung einer sinnlosen Schlacht, oder die ritualisierten Jungmänner-"Kriegs-Spiele" in E. Callenbach´s "Ökotopia", oder die quasi karnevalistischen Handels-Pseudo-"Kriege" von patriarchalen Natur-Völkern, die D. Graeber gegen den "Tauschhandels"-Mythos in "Schulden" erwähnt...).

Montag, 25. September 2023

10 Jahre "Human Brain Project": Milliarden € für ein rudimentäres Standard-Hirn-Modell

Das nun auslaufende "HBP" der "Europäischen Kommission" von2013 hatte das Ziel, das menschliche Gehirn elektronisch in 3D nachzumodellieren, um "Fortschritte" in Medizin, Neurologie, Kommunikations- und Informations-Technik, Informatik und Robotik zu erreichen - dieses Ziel ist nach 10 Jahren internationaler (und intransparenter) "Forschung" grandios gescheitert: bis auf ein paar technische Therapie-Anwendungen ist nichts dabei herausgekommen, was das Gehirn erklärbarer macht.

Das ist auch kein Wunder bei dem technokratischen Ansatz, der das Gehirn im Prinzip analysiert, wie eine unbekannte chinesische "Drohne", also im cartesischen Sinn nach der Funktion einer biologischen "Maschine" sucht, oder im kurzweilschen Sinn nach dem genetisch festgelegten Muster einer Neuronen-Matrix - das menschliche Gehirn ist aber zum Glück mehr als "form follows function"...

Deshalb werden die sozial-darwinistischen Utilitaristen, Monisten, Effizienz-Forscher und Informatiker das Gehirn (geschweigedenn den Geist, das Bewußtsein, das Unbewußte, die Emotionen, die Instinkte usw.) niemals verstehen: es ist nämlich nicht in "wissenschaftlichen" Kategorien zu verstehen, weil es erstens genetisch, organisch, psychologisch und sozialisations-gemäß individuell und singulär und nicht in ein verallgemeinerndes Schema zu pressen ist, und weil es zweitens keinem kopierbaren mechanistischen Muster folgt, sondern vollkommen variabel und "plastisch" organisiert ist, ähnlich einer unvorhersagbaren "Schwarm-Intelligenz" - zu den Wahrscheinlichkeits-Unwägbarkeiten eines Vogel- oder Fisch-Schwarms kommen beim Menschen eben die individuellen geistigen, sozialen und emotionalen Unwägbarkeiten, die eine humane Gesellschaft ertragen und integrieren muß: historisch wurde das mit repressiven systemischen Regulationen bewältigt, und "Fortschritt" wäre eine immer libertärere Gesellschafts-Ordnung, die zunehmend den "freien Menschen" vom System emanzipiert - aber offenbar gibt es einen neo-feudalen Rückschritt.

Die "HBP"-Datensätze "Blue Brain" und "Big Brain" wollen "Referenz-Modelle" des menschlichen Gehirns für die weitere Forschung sein - es sieht aber eher so aus, als würde da das "effiziente" Standard-Gehirn entworfen, dem in Zukunft die unwägbaren individuellen Gehirne durch Psycho- und Sozial-Technik und Propaganda (wenn nicht sogar durch elektronische oder genetische Eingriffe) "angepaßt" werden sollen: und zwar angepaßt an die maschinellen "Gehirne" der "künstlichen Intelligenz", die uns mithilfe von Gimmicks wie selbst-fahrenden Autos und pseudo-kreativem "ChatGBT" schmackhaft gemacht wird...

Es gibt schon lange Anzeichen, daß tradierte sozial-psychologische Regulationen erodieren, aber statt diese zu modernisieren, findet derzeit ein Rückschritt zu primitiveren Formen statt.

In dieser konformen "Schönen Neuen Welt" braucht es keinen Freud, keinen Jung oder Lacan mehr, keinen Diogenes, Kant, Schopenhauer, Marx, Nietzsche oder Adorno, keinen Spartakus, Müntzer, keine Pariser Kommune, Liebknecht/Luxemburg oder Sub-Commandante Marcos: psychische, ethische oder kritische Fragen verschwinden im kulturlosen "basic English" der maschinellen Rationalität: der Traum jedes autoritären Anal-Charakters, um ein letztes Mal Freud zu zitieren, denn das würde die Abschaffung der gesamten Psychologie, Philosophie und der Sozial- und Kultur-Wissenschaften bedeuten: menschlicher Geist und Bewußtsein wären nach technologisch-wissenschaftlicher "Erkenntnis" ein extravaganter, überflüssiger und überlebens-unfähiger Ausrutscher der "Evolution": eine zynische Satire wie D. Adams´ "Per Anhalter durch die Galaxis" oder Fritz Langs "Metropolis" - die dystopische Abschaffung der Menschlichkeit und damit der Menschheit:  der "totale Krieg" gegen autonome Menschen...

Sonntag, 24. September 2023

Kanadischer Premier schmettert Ukro-Fascho-Gruß und feiert einen Alt-Nazi

Nach dem Beispiel Vonderleychens hat der einst als jung-dynamisch-progressiv gefeierte kanadische Premierminister Trudeau bei der Stippvisite Selenskis in Kanada begeistert "Slawa Ukraini" (sozusagen "Heil Ukraine") gerufen, nachdem er auf Selenskis übliche martial-pathetische Rede hin den Ukros unumstößliche Unterstützung und eine weitere knappe halbe Milliarde € an Militär-Hilfe versprochen hatte.

Angeblich war Selenski "wie ein Popstar" empfangen worden - immerhin stellt die ukrainische Exil-Gemeinde Kanadas mit 1,3 Millionen (darunter Trudeaus Vize-Premierministerin) 4% der Einwohner Kanadas, ein guter Teil davon nach dem 2. Weltkrieg als geflohene Nazi-Kollaborateure mit augen-zwinkernd bereinigten Biographien immigriert, wie z.B. der Großvater der Vize-Premierministerin, oder der 98-jährige J. Hunka im Publikum der Parlaments-Selenski-Feierstunde, der vom Parlaments-Präsidenten als "Held der Ukraine und Kanadas" begrüßt und für seine Taten "bedankt" wurde, weil er im 2. Weltkrieg in der "1. Ukrainischen Division" für die "Unabhängigkeit der Ukraine gegen Russen [!] gekämpft" hatte, und der daraufhin stehenden Beifall von allen Seiten (auch von Trudeau) und eine erhobene Faust von Selenski bekam - man vergaß (auch in den Presse-Berichten darüber) zu erwähnen, daß die "1. Ukrainische" eine Division der deutschen "Waffen-SS" war, nämlich die "SS-Division Galizien", die hauptsächlich aus freiwilligen Ukro-Ultra-Nationalisten bestand...

Aber solange es gegen "die Russen" geht, die "Bestien mit einem roten Stern auf der Stirn in Menschen-Gestalt", wie sie Hunka noch 2011 in einem memoirischen Artikel (BOTSCHAFT DES KÄMPFERS: MEINE GENERATION (komb-a-ingwar.blogspot.com) nennt (und wie auch Selenski sie immer wieder nennt), ist offenbar alles erlaubt.

Natürlich waren die "Bestien mit dem roten Stern" in erster Linie die stalinistischen NKWD-Häscher, aber deshalb mußte Hunka als 22-Jähriger noch lange nicht freiwillig dem "Führer und Befreier Hitler" mit seiner "GeStaPo", seiner geplanten Ost-Kolonisation bis nach Donezk (von wegen "unabhängige Ukraine") und seinen Juden-Massenmörder-Divisionen (den nach seiner Meinung im Gegensatz zu den Russen "zivilisierten Deutschen") einen "Eid" leisten und bis zum bitteren Ende in dessen Dienst gegen Russen, Polen, Juden und Alliierte "kämpfen", bis er und die "Galizien-SS-Division" bei Kriegsende in der Steiermark (!) von Briten gefangen genommen wurden - dagegen ist das krypto-faschistische Schüler-Flugblatt von Aiwanger ein Klacks.

"Wir" mögen es schließlich auch nicht, noch im 21. Jahrhundert als "Bestien mit dem Hakenkreuz" bezeichnet oder betrachtet zu werden (z.B. angeblich nach wie vor von den brav-bedächtigen Helvetiern) - aber dann sollten wir auch keine "Hakenkreuz-Bestien" verharmlosen oder sogar verherrlichen, ob sie grade noch leben (wie Hunka) oder schon tot sind (wie der Ukro-Faschist Bandera), und auch nicht Putin in "Stürmer"-Manier als "neo-stalinistische Bestie" verteufeln, geschweigedenn in "Spiegel"-Manier als "neuen Hitler"...

P.S. Nach Protesten aus Polen und Israel hat sich inzwischen der kanadische Parlaments-Präsident für seinen "Irrtum" aus "Unwissen" entschuldigt - als sei die Nazi-Kollaboration der Ukro-Nationalisten nicht seit langem genauso bekannt, wie die der Esten, Finnen, Kroaten usw.: in den "letzten Nazi-Prozessen" waren mehrere ukrainische scheintote Greise als KZ-Schergen und Mitglieder der "SS-Totenkopf-Verbände" angeklagt...
Die Bundesregierung hat dagegen auf eine parlamentarische Anfrage zur "Waffen-SS"-Zugehörigkeit der "Ukrainischen Division" erklärt, sie mache sich "die pauschale Einordnung bestimmter Gruppierungen oder Personen als rechtextremistisch (...) oder rassistisch ausdrücklich nicht zu eigen" - heißt das, es war "nicht alles schlecht" in der "Waffen-SS"? Zumindest die neuerdings wieder gefeierten Ukro-Faschisten nicht??


Freitag, 22. September 2023

Buntes Brandenburger Tor

Der Berliner Arc de Triomphe, das alberne preußisch-klassizistische Brandenburger Tor, mit mal nach außen dem "Erbfeind", mal nach innen den renitenten Berlinern drohender Quadriga, wurde mit Farbe besprüht, wie gefühlt halb Berlin auf jeder sich einigermaßen anbietenden Gebäudefläche, diesmal ohne häßliches "Tagger"-Signet, ohne "Regenbogen" oder irgendeine Botschaft - aber Touristen können keine klinisch sauberen Postkarten-Kopien-Fotos oder "Selfies" mehr vom sogenannten "Wahrzeichen Berlins" knipsen - ogott. (Dabei kann man mit einem ausgefallenen Foto vom bunten Tor viel besser angeben: "Ich war kurz nach dem Anschlag am Tatort!")

In ukrainischem Blaugelb darf man diesen Hohenzollern-Kitsch anstrahlen, aber ansonsten soll es ein gereinigtes "Denkmal" bleiben, ähnlich wie die synthetische Schloß-Replik, und das Gebäude-Reinigungs-Ministerium gerät in Panik, weil die Reinigung sich möglicherweise nicht mehr vor den kommenden Events, bei denen nun "verschmutzte" Tor als Kulisse dienen muß,  bewältigen läßt... (man hätte das Tor als mahnendes Denkmal nach dem Muster pittoresk verfallender jüdischer Friedhöfe sowieso besser im Nachkriegs- bzw. Vor-"Wende"-Zustand belassen: mit "Todesstreifen"-Patina und Einschuß-Löchern...)

Nun: einerseits ist die Aktion der "Letzten Generation" Klima-politisch und auch sonst eigentlich ziemlich sinnlos, andererseits wegen der politischen und medialen Panik-Reaktion in Wirklichkeit erfolgreich: ein Aufschrei geht durch die Presse, als würden alle Berliner das blöde Tor so romantisch lieben, wie den Eisbär-Knut, und wären nun so in Rage, als hätte man dem seligen Knut einen Irokesen rasiert - eine MDR-Journalistin (Johanna Weinhold) stellt mit klammheimlicher Freude fest, Berlin sei da getroffen, wo es "endlich mal weh tut" (statt daß sie wegen Straßen-Klebern zu spät kommt), und das wiederum bringt einen Autor von (ausgerechnet) "RTdeutsch" (Kaspar Sachse) auf die Palme, weil das Tor "ein Symbol der deutschen Einheit" sei, das immerhin "Napoleon, die Nazis und die Kommunisten überdauert hat"... Diesen pseudo-linken Klima-Wandel-Leugnern sind wohl noch die reaktionärsten Argumente recht, wenn´s gegen die "wohlstands-verseuchten und trans-atlantisch verstrahlten Mitglieder der `Letzten Generation´" geht: Sachse nennt das "die totale Verachtung von deutscher Geschichte und Kultur, der offenbar in pathologischen Selbsthaß gegen das eigene Volk gipfelt"  (Grammatik orig.) und "blinden Wahn, alles zu glauben, was die Propagandisten der Klimareligion vom Stapel lassen" - solche verblendeten Schwafler sollte man in Gegenden mit häufigen Wetter-Extremen zwangs-umsiedeln...

Wenn sich jedenfalls die "deutsche Geschichte und Kultur" in diesem feudal-imperialistischen Monument verkörpert, nehme ich meine Angriffe gegen die Vermarktung, Nivellierung und Auslöschung lokaler und regionaler Kulturen durch die kapitalistische "Globalisierung" zurück und behaupte das Gegenteil.

Aber echte Berliner und Langzeit-Wahl-Berliner interessiert dieser amputierte Tempel sowieso nicht - die haben ihre eigene Kultur (meist mit Geschichten statt Geschichte) und regen sich höchstens, von der "BZ" angeregt, über die hohen Reinigungs-Kosten "für den Steuer-Zahler" auf...


Montag, 18. September 2023

Deutsche Slawisten: vorauseilende Selbstzensur gemäß Ukro-Ideologie

Ein Berliner Slawistik-Student mit Hauptfach Russisch erzählt, daß seine Professoren bei seinem Studien-Beginn vor einem Jahr selbst öffentlich die Frage gestellt haben, ob sie angesichts der "Lage" überhaupt weiter russische Sprache und Kultur lehren dürfen oder sollen, oder aus NATO-Solidarität mit den Ukro-Nationalisten Tolstoi, Tschaikowski, Dostojewski & Co. aus dem Welt-Kultur-Erbe verbannen müssen - kaum zu glauben, aber offenbar wahr!

Als die USA und ihre Verbündeten ohne legitime Kriegs-Gründe Jugoslawien, Afghanistan, zum zweitenmal den Irak, Libyen und Syrien angegriffen haben, hat meines Wissens keiner daran gedacht, das Fach Anglistik aus dem Lehrplan zu nehmen - nichtmal, als die US-Folter-Methoden in Guantanamo, Abu Ghraib usw. bekannt wurden... "Wir" sind eben die "Guten", weil wir für "Freiheit und Demokratie" bomben und foltern, überwachen und zensieren, sowie Propaganda und Desinformation verbreiten..

Außerhalb der westlich-kapitalistischen Blase gelten Kissinger, Friedman, Hayek, Brzezinski, Fukuyama, Huntingdon, Ackermann, Soros, Fink, Gates usw. (und ihre plutokratischen Dienstherren und Förderer, sowie militärischen Erfüllungs-Gehilfen) als veritable Kriegs-Verbrecher - und das zu recht.

Man möchte in memoriam Liebermanns kotzen.