Donnerstag, 30. März 2023

Statt "7 Lampen der Architektur" nur noch 3

Die einst bekannten (inzwischen abfällig als "romantisch" abgelegten) "7 Lampen [=Prinzipien] der Architektur" des englischen Kunst-Kritikers und Theoretikers des "Gothic Revival" John Ruskin (1849) sind heutzutage auf banale 3 zusammen geschrumpft:
1. die pragmatisch-quadratisch-(oft garnicht so)praktische Infra-Struktur für Management, Logistik, Verwaltung und Consulting, die im Verbund mit ebensolchem mittelmäßigem Pseudo-Luxus-Housing für deren mobile Akteure ähnliche (diesmal inner-städtische) Dystopien produziert, wie das "Wirtschafts-Wunder" mit seinen gewerblichen und industriellen Stadtrand-Un-Orten und seinen Wohn-Silos, Handels-Baracken, Fastfood-Drive-ins, Billig-Hotels und Kiosk-Tankstellen an den Ausfall-Straßen in den 50er- bis 70er-Jahren...
2. die egomanischen Solitäre modischer Architekten-Stars ohne Bezug zum Ort der Errichtung (geschweigedenn zu menschlichem Empfinden), falls der Ort nicht sowieso zur städtischen Brache für solche Happenings oder Installationen umgewidmet ist...
3. die Disneylandisierung gewohnter Traditionen und Wohlfühl-Elemente in Video-überwachten "Fußgänger-Zonen" und Security-kontrollierten Shopping-Malls, die mal "Einkaufs-Zentrum" hießen - sowie "Behübschung" von Plattenbau-Siedlungen, oder für Zahlungs-Kräftigere Gated Communities mit Pseudo-"Dorf"-Kulisse...

(Die in gewissem Ausmaß variablen "Fertig-Häuser", bei denen ein paar "Ornamente" kein "Verbrechen" sind und die sich bevorzugt deutsch-stämmige Spät-Aussiedler aus der Ex-Sowjetunion und dem Balkan auf viel zu kleinen Grundstücken am Rand von Kleinstädten und Dörfern errichten lassen, sind eigentlich keine architektonische Kategorie, sondern "ja!"-Gehäuse, wie die "REWE"-Discount-Abteilung das nennen würde...)

Wie frustrierend ist es eigentlich heutzutage, "Architekt" zu sein? Nur häßliche und leblose rechte Winkel als Beitrag zum Wohl der "Shareholder"-Menschheit? Oder mal was Elliptisches (Lieblings-Themen "Kunst-Museum" und "Konzern-Campus") neben dem Slum, wenn man den Olymp erklommen hat? Und alles in infantilem "Basic English" vermarktet... "What a wonderful world!"

Montag, 27. März 2023

Moderne Mythen: der Siegeszug des "Rationalismus"

Im hämischen "Hohlspiegel" des "Spiegel"-Magazins stand vor paar Jahren mal der Faux-pas eines Provinz-Blattes: "Viele ungebildete US-Amerikaner glauben immer noch, daß sich die Erde um die Sonne dreht." - Eigentlich muß man zweimal nachdenken, um den Fehler zu bemerken, denn was sich um was dreht ist ohne eigene Anschauung oder Reflexion so ins "Trivial-Pursuit"-Wissen eingedrungen und zur "Normalität" geworden, daß einem die Umkehrung des kopernikanischen Weltbilds garnicht sofort auffällt - denn natürlich geht trotz Kopernikus für "bodenständige" Leute (die also "mit beiden Beinen auf der Erde stehen") nach wie vor "die Sonne auf" und dreht sich nicht "die Erde zur Sonne hin", und P. Sloterdijk hat schön bemerkt, daß die bahn-brechendste Erkenntnis der Neuzeit nicht war, daß sich die Erde um die Sonne bewegt, sondern daß sich das Kapital (bzw. der Risiko-Kredit) rund um die Erde bewegt.

Das gleiche gilt für die Kugel-Gestalt der Erde, die schon die alten Griechen annahmen und die Scholaren und auch Päpste das ganze Mittelalter hindurch postulierten, ohne daß es bis heute einen Einfluß auf das wahre und praktische Leben braver Bürger gehabt hätte - selbst nach der Welt-Umrundung von Magellan /Delcano (1519-22) dauerte es noch unzählige Generationen, bis die Kugel-Gestalt der Erde als unzweifelbare und schließlich unspektakuläre "Allgemein-Bildung" etabliert war, ohne daß ein normaler Mensch sie jemals physisch hätte erfahren können, außer durch die "Science-Fiction"-Lektüre von Jules Verne´s "In 80 Tagen um die Welt" (selbst der gelangweilte Jet-Set, der sich eine "Weltreise" leisten kann, fliegt nur über endlos ebene Ozeane und ebensolche, wenn auch teils gekräuselte, Kontinente... Einzig für Börsen-Raubritter ist die Erde eine unbegrenzte Kugel-Oberfläche für weltweit digitalisierte Spekulation in Echtzeit...) Aber genau wie Tycho Brahe (1546-1601) vollkommen logisch gegen Kopernikus ein terra-zentrisches "Sonnensystem" mit komplizierten Epi-Zyklen berechnete, kann die heutige "Flat Earth Society" (https://theflatearthsociety.org) alle Kugel-Phänomene mathematisch korrekt für eine Scheiben-Erde erklären, und auch eine umgestülpte Welt im Innern einer Kugel ist mathematisch nicht unmöglich (siehe z.B. Hohlwelttheorie: Das Äußerste nach Innen gewendet - Spektrum der Wissenschaft und dortige Links) - Und daß ein "down-under"-Teil der Menschheit (wie die Spikes auf dem "Corona"-Virus´) mit dem Kopf nach unten an der Erde hängt, mag sich eigentlich niemand wirklich vorstellen, obwohl schon Schopenhauer theoretisch schwindelfrei (aber ohne eigene Reise-Erfahrung) und ganz "aufgeklärt" bemerkte, daß auf der Erdkugel eben genauso "überall oben" sei, wie "im Leben immer Gegenwart"...

Das gleiche gilt auch für die arg beweis-arme Darwinsche "Evolutions-Theorie", die schon mehrfach durch wissenschaftliche Erkenntnisse relativiert oder sogar teils widerlegt wurde: nichtsdestotrotz ist sie längst im bildungs-bürgerlichen Kanon dermaßen verankert, daß ihre "Leugnung" (nicht nur durch religiöse Fundamentalisten, sondern auch durch Wissenschaftler) ein Sakrileg ist - im Gefolge ist auch die "Leugnung" der allmächtigen Genetik ein Sakrileg, obwohl der DNS-Fundamentalismus das biologische Leben keineswegs erklären kann, ganz abgesehen davon, daß schon allein seine relativ primitiven "rationalen" Theoreme (seit dem "zentralen Dogma" von F. Crick, 1958) jede menschliche Vorstellungskraft übersteigen...

Das gleiche gilt für die "Relativitäts-Theorie", die jenseits des normalen Menschen-Verstands die "Zeit" als vierte ("Raum-Zeit"-)Dimension und Masse und Energie als austauschbare Werte annimmt, ganz zu schweigen von der "Quanten-Theorie", die aufgrund mathematischer Berechnungen von einem 10- oder 11-dimensionalen Universum oder gleich von "Multiversen" ausgeht... Vielleicht werden auch diese Abstrusitäten jenseits aller sinnlicher Erfahrung wegen ihrer "mathematischen Evidenz" bald zum Kanon des "aufgeklärten Wissens", den ein konformer Bürger besser nicht "leugnen" sollte...

Es fragt sich bloß erstens, ob diese Exzesse von pythagoräischer Zahlen-Mystik, post-euklidischer Mathematik, existenzialistischem Materialismus und biochemischer Kompostiererei (vgl. "Soylent Green", Film von R. Fleischer, 1973) wirklich eine "Wahrheit" sind, oder nur "rationale" Mythen, und zweitens, ob solche abstrakte "Wahrheiten" den Menschen und die Menschheit weiterbringen: das Problem mit den US-"Kreationisten" ist ja nicht, daß sie "Darwin" und die Paläontologie leugnen, sondern daß sie ganz diesseitig und aktuell faschistoide, rassistische, militante und angeblich "auserwählte" Sekten bilden - die "Traumzeit" der australischen Aborigines und die mehr oder weniger "netten" Mythen anderer Indigener werden dagegen schließlich gleichzeitig folkloristisch romantisiert und kommerziell ausgebeutet. (Könnte man nicht auch die "White-Supremacy-Evangelisten" der USA als kostümierte Square-Dance-Clowns nach dem Muster der Indianer-Pow-Wows oder der Amish-"Erlebnis-Farms" vermarkten? Wem schadet´s schließlich, wenn ein paar Spaßvögel glauben, ein "Gott" habe ihren Urahnen vor 6000 Jahren aus einem Klumpen Lehm erschaffen? Sie gehören eigentlich zum "UNESCO-Kulturerbe", wie der Papst, die orthodoxen Juden, die Mullahs, der Dalai Lama, Karl der Große, Winnetou und die Paläontologie... Und wem oder was nützt es, an die Dinosaurier, den Archeopterix, die Kontinental-Drift, das "Higgs-Teilchen" und den Ur-Knall zu glauben, statt an die "unbefleckte Empfängnis", an "Elfen" oder an die "Heinzel-Männchen", an "Telepathie" oder an die "Große Schildkröte"?)

Das gleiche gilt erst recht für den Kapitalismus und die "freie Markt-Wirtschaft", die in der Sieger-Geschichts-Schreibung wie ein ehernes Natur-Gesetz dastehen und sich am (bisherigen und angeblichen) "Ende der Geschichte" natürlich weltweit durchgesetzt haben - man fragt nicht mehr: "Was wäre jetzt gut oder richtig?", sondern man googlt zuerst automatisch: "Was würde das kosten?" - diese Frage hat sich im kollektiven Bewußtsein inzwischen lächerlicher-weise als "existenzielle" etabliert...  Der angeblich "ent-mythisierende" Rationalismus schafft im Grund nur neue Mythen: den "Wissenschafts"-Glauben, den "Fortschritts"-Glauben, den "Markt"- und "Geld"-Glauben, den "Wachstums"-Glauben und den "Informations"-Glauben.

Die Menschen folgen den immer bodenloseren Erzählungen der sogenannten "Aufklärung" bedingungslos, erfahrungslos und eigentlich verständnislos (was ist eigentlich "W-LAN", ihr "Facebooker"?) im Herden-Trieb: den "Urknall" von vor 4 (?) Milliarden Jahren zu bezweifeln, macht einen genauso zum Mainstream-Häretiker und "Verschwörungs-Theoretiker", wie den "arabischen Neuknall" von "9/11" zu bezweifeln: es gibt nicht nur im Vatikan, in Rußland, China, Nordkorea, in der Ukraine und im Iran einen dogmatischen Kanon, dem die Untertanen zu folgen haben, wenn sie nicht den Genuß der Untertanen-Bonbons (auf schwäbisch:"Gutsle") verlieren wollen...

"Ha! Ha! said the clown,
Has the King lost his crown?
Is the night being tight on romance?
Ha! Ha! said the clown,
Is it bringing you down
That you´ve lost your chance?"
(Manfred Mann´s Earth Band,1968)

Sonntag, 26. März 2023

Volksentscheid in Berlin gescheitert

(vgl. meinen Eintrag vom 22.2.2023)
Wieso ist der Berliner "Volksentscheid über Klima-Neutralität bis 2030 (statt bis 2045)" gescheitert?
(In sieben Jahren hätte man ja wohl mal paar "Weichen stellen" können...)
Dafür gibt´s keine "vernünftige" Erklärung angesichts der Weltlage und der entsprechenden Verpflichtung von bereits über 100 Groß-Städten - außer Volks-Übermüdung wegen der sinnlosen Zeit-Umstellung am Abstimmungs-Tag, oder Unglauben an die Wirksamkeit eines "Volksentscheids" (trotz erfolgreicher Re-Kommunalisierung des Berliner Wassers und des "Tempelhofer Felds"), oder Volks-Wagen-Panik wegen der "Tagesschau"-Berichte über die zukünftige Schließung maroder Autobahn-Brücken und über das mögliche "Aus" für Verbrennungs-Motoren - oder seniler bzw. jung-unbedarfter "Nach mir die Sintflut"-Mentalität...

Eigentlich hätte eine "demokratische" und dem "Volkswohl" verpflichtete Verwaltung und "Politik" auch ohne "Volksentscheid" von selbst darauf kommen müssen, daß "Klima-Neutralität" das Gebot der Stunde ist, statt sich dauernd auf kapitalistische und bürokratische "Sachzwänge" heraus zu reden - aber so wird alles wieder seinen defätistischen Gang bis zum letzten Tropfen aus dem Wasserhahn gehen... (In West-Frankreich gibt´s bereits den ersten mittel-europäischen Wasser-Krieg...)

"Macht´s gut, und danke für den Fisch!" (Douglas Adams, Band 4 der Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis",1985)

Hätten wir heute in einem "napoleonischen Europa" überall Fascho-Flics, wie in Frankreich?

Ausgerechnet die Länder mit (früh-)bürgerlichen "Revolutionen" (England, USA und Frankreich) haben heute die faschistoidesten Cops bzw. Flics - aus den USA seit langem bekannt, aus England seit neustem wieder, und aus Frankreich durch immer neue Nachrichten: das brutale Vorgehen gegen die "Gelbwesten", gegen die Renten-"Reform"-Gegner, und jetzt gegen die Bauern-Proteste in West-Frankreich (der erste mitteleuropäische Wasser-Krieg)...

Was für Charaktere stecken hinter den schwarzen Klon-Krieger-Vermummungen, die nicht nur (wie allgemein "üblich") mit Schlagstöcken und Tränengas, sondern auch mit explosiven Blend-Granaten und "Gummi"-Geschossen gegen ihr eigenes "Volk" vorgehen, wenn es sich (ob mit oder ohne "Genehmigung", aber immer mit Grund) im angeblich "öffentlichen" Raum zusammen rottet? "Tut mir leid, daß ich dir ein Auge ausgeschossen habe, aber ich folge nur meinen Befehlen" ist jedenfalls das Nazi-Argument... (Vor 1 oder 2 Jahren gab es ein "Arte"-Doku über rechts-radikale "Corps-Geist"-Zwänge bei französischen Gendarmen... siehe auch: Unsere Doktrin - Film in voller Länge | ARTE über die Ausbildung bei der "CRS", der berüchtigten französischen "Bereitschafts-Polizei")

Auch wenn man die offenbar gradezu "genießerische" Barbarei der staatlichen Schläger-Trupps nicht verstehen kann, zeigt das doch zumindest, daß es in einer kapitalistischen Gesellschaft (= einem imperialistischen Staat) kein "Volk" geben kann (vgl. meinen vorherigen Eintrag) - zumindest kein solidarisches und "Gesellschafts"-fähiges (wie man natürlich auch weltweit an allen anderen Staaten, auch in Europa und nicht zuletzt in Israel, sieht - und "post-koloniales Trauma" ist auch keine Entschuldigung für Polizei-Staaten und Despotien, wie in Afrika, Latein-Amerika, den islamischen Diktaturen im nahen bis fernen Osten und in den post-sowjetischen Staaten).

In kapitalistischen "Wettbewerbs"- bzw. "Konkurrenz"-Systemen wird es immer willige Söldner geben, die im Dienst und (Niedrig-)Lohn der Plutokraten ihre Mitmenschen unterdrücken: solche Dienstbarkeit wird einem ja seit den Römern schon von Kindesbeinen an als "ehrenwert" eingetrichtert... Es ist nur die militante "McFit"-Version des Wissenschaftlers, der gegen gutes Gehalt für einen transnationalen Ausbeutungs-Konzern "forscht".

Gewohnheitsmäßige Cops /Flics /Bullen (also untertänigst und straflos Zuschlagende) wird man nach der Abschaffung des Kapitalismus wohl in Umerziehungs-Lager stecken müssen, um sie "Gesellschafts"-fähig zu machen.

Ein "napoleonisches Europa" hätte natürlich an verschiedenen historischen Scheide-Punkten den richtigen oder den falschen Weg einschlagen können: in einem der schlechteren Fälle wäre es bei der neo-feudalen EU von heute gelandet.

Make Capitalism History !

Samstag, 25. März 2023

Wär´s "uns" unter Napoleon schlechter gegangen?

Im "Rheinbund" der westdeutschen Staaten von Napoleons Gnaden und im "Königreich Westfalen" unter seinem Bruder Jerome Bonaparte ging´s den Leuten jedenfalls erstmal besser: endlich gab es Hoffnung auf Reformen im von den Reaktionärs-Cliquen Habsburg (Österreich) und Hohenzollern (Preußen) dominierten "Reich"... Immerhin ging Napoleons Herrschaft aus dem Verteidigungs-Kampf der "französischen Revolution" gegen die Angriffe der feudalen Konter-Revolutionäre hervor... Vermutlich wären Europa auch die späteren (hauptsächlich österreichischen und preußischen) Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts (nicht nur gegen Napoleon III.) erspart geblieben, wenn überall der zivile "Code Napoleon" gegolten hätte - und wenn die reaktionäre "Reichs"-Plutokratie es nicht geschafft hätte, das dämliche Volk gegen sein eigenes Interesse zum "nationalen Freiheitskrieg" gegen Frankreich aufzuhetzen und nach dem Sieg über Napoleon zu frohlocken: "Freiheit? Ja, aber natürlich die der alten `adligen´ Oligarchen, was dachtet ihr denn!", wie es dann der Ober-Reaktionär, der österreichische "Kissinger" Metternich beim "Wiener Kongreß", diesem Meilenstein verfehlter historischer Entwicklung, durchsetzte - und das dämliche Volk feierte die "Befreiung von Napoleon" zusammen mit seinen alt-neuen Unterdrückern...

Diese waren "immerhin" pro forma "Deutsche" (bzw. Inzucht-Abkömmlinge der inter-europäisch verschwägerten Milliardärs-Dynastien, die z.B. den "deutschen" Wilhelm II. zum Neffen der "englischen" Königin und zum Vetter des "russischen" Zaren machte - auch der nicht-"adlige" Napoleon verheiratete seine Verwandten schlauer- und altmodischer-weise mit den Fürsten besetzter Länder und Reiche...), aber was wäre für einen deutschen Bauern, Handwerker, Angestellten oder Arbeiter eigentlich schlimm daran gewesen, einen "Franzosen" (bzw. Korsen) als Staats-Oberhaupt zu haben, zumal der nicht schlimmer, sondern eher besser als die bisherigen Despoten gewesen wäre?

Garnix wär daran schlimm gewesen, außer daß es "nationale" Wahn-Vorstellungen beleidigt hätte... Die "Nation" (oder ein angebliches "Volk" innerhalb imperialistischer Grenzen - und alle Grenzen sind imperialistisch) ist eine von den Herrschenden benutzte Fiktion - in den letzten 500 Jahren sind alle auf Sprache und Kultur beruhenden Gemeinschaften ("Stämme" oder "Völker" im Sinn der Ethnologie, auch in Europa) zerstört, marginalisiert und/oder in eine "Nation" assimiliert worden: heutiger "Nationalismus" ist nichts weiter, als ein instrumentalisierbarer Herrschafts-Mythos. Merke den alten Spruch: "Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern [="Nationen"], sondern zwischen Oben und Unten!"

Peter Sloterdijk schrieb in seinem sehr lesenswerten "Im Weltinnenraum des Kapitals" (2005, Ausg. 2006, S.185):
Vielleicht wird es die "freien Völker" - von denen das 19. Jahrhundert redete, ohne zu begreifen, daß es damit den modernen Obsessions-Kollektiven, den opfer-fordernden Vaterländern, zur Entstehung verhalf - überhaupt erst geben als Assoziation von Menschen, die sich angesichts einer real universalisierten Gleichgültigkeit auf eine bisher noch nie gesehene, nur von Ekklesien und Akademien vage antizipierte Weise neu verbünden.

Nagut, "vage antizipierende Ekklesien und Akademien" sind Wichtigtuer-Smalltalk, aber die "opfer-fordernden Vaterländer" sind traurige Realität.

(Parallelen zur Annektion der DDR und zum Ukro-Nationalismus sind rein zufällig, wie die gesamte Geschichte seit dem "Wiener Kongreß")

Mittwoch, 22. März 2023

We don´t need no education - it´s just another brick in THE WALL !

Roger Waters war der gefeierte Untermaler der "Perestroika", der "Wende" und der "Öffnung des eisernen Vorhangs", weil das von ihm konzipierte "Pink-Floyd"-Album "The Wall" (1979) so hübsch zum Mauer-Fall (1989) und dem Ende des "Kalten Kriegs" paßte, obwohl es ursprünglich eher um ein psychologisches Nachkriegs-Trauma ging...
Trotz der einträglichen Kommerzialisierung von "The Wall" scheint Roger Waters aber nicht unter Mainstream-Verblödung zu leiden: im Gegensatz zu "neutral" philanthropischen Kollegen (wie "Bono" & Co.) erkennt und benennt er die zunehmende Faschisierung des israelischen Staats (und hunderttausende gegen ihre Regierung demonstrierende Israelis können schließlich nicht irren !), sowie die Verantwortung von USA/NATO für den Ukraine-Konflikt - daraufhin passiert im "freien Westen", was eigentlich (abgesehen von "befreundeten" und "feindlichen" islamischen Despotien) nur in Rußland, China und Nordkorea passieren dürfte: Waters wird zur persona non grata, man versucht (meist vergeblich) seine Auftritte zu verbieten, man diffamiert ihn (natürlich) als "Antisemitisten", "Pro-Russen", "Anti-Amerikaner" und sonstwie Durchgeknallten, als gefährliches Geschwür im Gehirn-gewaschenen und Staats-räsonnierten Volks-Körper - aiweiwei...

Leckt Fett, ihr Faschisten - Roger Waters hat´s kapiert und wäre der bessere UN-General-Sekretär, falls man in diesem Amt trotz eurer reaktionären Sabotage was bewirken könnte...

Neo-Nazis in der Ukraine ? Kaum zu glauben, aber...

... dieser Artikel zum 80. Jahrestag des Massakers von Chatyn (Weißrußland) durch die "SS"-Brigade Dirlewanger, in der viele Ukro-Faschisten "dienten" (22.03.2023: »Wir erinnern! Wir sind stolz!« (Tageszeitung junge Welt)), zeigt wieder mal, wie durchsetzt die Ukro-Armee von Neo-Nazis ist - und zwar mit höchstem Wissen bzw. Absicht...
Das ist keine "pro-russische Propaganda": das berüchtigte "Asow"-Bataillon (die Sado-Maso-"Helden von Mariupol") und die andern in die Armee integrierten Nazi-Milizen posieren bekanntlich gern ganz offen (und ohne daß sich jemand darüber aufregt) mit Hakenkreuz-Fahnen, "SS"-Runen, "Hitler-Gruß" und ähnlichem Schwachsinn, um zu beweisen, daß sie "für westliche Werte, Freiheit und Demokratie" kämpfen... Die Nazi-Vergangenheit vieler Ukrainer gehört offenbar zum "nationalen Kultur-Erbe", wie auch der Bandera-Kult zeigt...
Das geistig-moralisch offenbar auf dem Stand Dirlewangers stehen gebliebene "Asow"-Regiment hatte treuherzig verkündet, seit es Teil der regulären Armee sei, rekrutiere es keine ausgesprochenen Faschisten mehr - da waren Frau "Fuck the EU"-Nudelman, sowie die "Fuck Russia"-Herren Selenski, Steinmeier, Macron und Blair aber froh !
Schließlich haben alle fünf in ihren Ländern Erfahrung mit rassistischen, Linken- und Frauen-feindlichen und faschistoiden Gewalt-Tendenzen und Gesinnungs-Zirkeln bei ihren "Sicherheits-Kräften", ganz zu schweigen vom aktuellen Bericht über die völlig versaute Londoner Polizei...
Was unterscheidet übrigens das Vorgehen der französischen Bullen gegen Demonstranten von dem der russischen oder der Hongkonger Bullen? - Die russischen und chinesischen Bullen sind vielleicht wirklich nur kadaver-gehorsame Untertanen, und keine sadistischen Rechts-Radikalen, wie viele französische, britische und US-amerikanische Bullen...

Wenn die Ukraine ein nettes humanes aufstrebendes Land wäre (vielleicht wie Island, oder Bhutan, oder Vermont...), könnte man die ganze Aufregung verstehen, aber ein korruptes oligarchisches "Dritte-Welt"-Land mit rassistischem Nationalismus und militant nazistischem Bodensatz - also wirklich: nein danke ! Abgesehen davon, daß "Patriotismus" und "Nationalismus" nach imperialistischem 19. Jahrhundert stinken: wer "Ruhm der Ukraine und ihren Helden" sagt oder sogar schreit, braucht einen Psychiater !
(siehe Heinrich Manns "Untertan", 1914, und mein Lieblings-Zitat von Liebermann, 1934)