Donnerstag, 16. Oktober 2025

Glückliches Rußland!

Ich nehme an, daß T. Röpers Zahlen ebenso stimmen (es wäre zu blöd, z.B. über den russischen ESt-Satz u.ä. zu lügen, auch wenn Röper oft einiges vielleicht "schönt"), wie die "Einschätzungen" der russischen Exil-Dissidentin, die er aus einem seinem Titel widersprechenden "Spiegel"-Interview zitiert (Der Spiegel fragt, wann Putin das Geld ausgeht – Anti-Spiegel) - sowohl Röper, als auch die Dissidentin stellen fest, daß Putin (im Gegensatz zur EU) nicht "das Geld ausgehen" wird, daß Rußland trotz der westlichen "Sanktionen" ein größeres "Wirtschafts-Wachstum" hat, als die meisten EU-Staaten (doppelt so hoch wie D-Land), daß der Lebens-Standard dort trotz des Kriegs gewachsen und die Arbeitslosigkeit gesunken ist, und daß die Finanz-Gesetze "sozialer" sind, als im "demokratischen Westen", wo die mit grotesker Propaganda betriebene Aufrüstung mit Kürzungen der Sozial-. Gesundheits-, Klimaschutz- und Kultur-Ausgaben (bzw. durch deren Kürzung "verlangende" Schulden) finanziert wird - die günstige wirtschaftliche Lage in Rußland ist nämlich auch nach Ansicht der Dissidentin (laut "Spiegel") der Grund für die Rückkehr vieler vom "Westen" enttäuschter Exilanten nach Rußland... Selbst die westlichen Mainstream-Medien müssen zugeben, daß die Zustimmung der Russen zu ihrer Regierung, im Gegensatz zu Europa und den USA, mehr als mehrheitlich ist.

Umso eher ein Grund für Rußland, einen Frieden mit den Ukros auf der Basis des bisher besetzten Territoriums (das bereits die meisten "pro-russischen" Gebiete umfaßt) auszuhandeln, zumal der Krieg zunehmend in einen Verlust-reichen Stellungs-(Graben-)Krieg á la WK 1 auszuarten scheint - möglicher-weise, wie Röper meint, wegen der neuen Drohnen-Technik, die Panzer-"Blitz-Kriege" á la WK 2 ebenso verhindert, wie MGs und Giftgas im WK 1 die tollen Infanterie- und Kavallerie-Attacken der vorherigen Kriege (Warum die russische Armee so langsam vorankommt – Anti-Spiegel).

Sowieso ist die Fixierung auf militärische Problem-"Lösungen" (der Angriff  der Ukros auf "Pro-Russen" seit 2014, die Invasion Rußlands seit 2022, die Aufrüstung des "Westens" seither, usw.) ein Rückfall in archaische (vor-"aufgeklärte") Verhaltens-Weisen, falls diese Sicht auf "primitive" Gesellschaften überhaupt stimmt: weder die berühmten "ihre Gefangenen marternden" Irokesen, noch ihre genauso sadistischen "zivilisierten" weißen Gegner*, noch die Hiroshima-Täter oder die Protagonisten der "atomaren Abschreckung" waren von einem angeblich "natürlichen Aggressions-Trieb" á la Alt-Nazi Konrad Lorenz besessen, sondern nur von einer militaristischen Sozialisierung, die sich seit den Irokesen, den Preußen und den Nazis bis zur NATO kaum geändert hat: der Mensch ist nicht "des Menschen Wolf", sondern wird dazu vom "System" (Staat usw.) konditioniert.**

Sogar die "Nur-Sultan"(sic!)-Autokratie Kasachstans ist grundlos vom ukro-polnisch-baltischen anti-russischen Virus befallen: trotz großer russischer Minderheit und ökonomischer Abhängigkeit von Rußland soll in einem weiteren faktischen Viel-Völker-Staat (wie der Ukraine - ganz zu schweigen von Georgien) eine "Ent-Russifizierung" durchgesetzt werden - da war ja sogar Dschingis Khan toleranter...
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* siehe z.B. A.W. Eckert: "The Frontiersmen" (1967)
** siehe, wie gehabt, H. Mann: "der Untertan", sowie E. Zola: "Der Untergang"; oder auch N. Elias: "Über die Zeit" (1994, S. 134 ff.)

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