Mittwoch, 26. April 2023

Bald "Barbie"-Puppe mit Adipositas

Die US-Plaste-und-Elaste-Firma "Mattel" hat jetzt (nicht als erste, aber als bekannteste) eine "Barbie"-Puppe mit "Down-Syndrom" (Trisomie 21) herausgebracht: sie hat (bei aller "Barbie"-Rest-Attraktivität) leicht mongoloide Augen, etwas verkürzte Beine und rosa-farbene orthopädische Schuhe - man wolle damit "politisch korrekt" der Diskriminierung von Behinderten entgegenwirken...

Zuende gedacht könnte bald neben der vollschlanken Original-"Barbie" (in weiß und blond, oder inzwischen "politisch korrekt" bzw. Markt-erweiternd auch in schwarz, moslemisch und anderen Varianten) und der "Down-Barbie" eine adipositöse "Barbie" (also eine typische fettleibige US-Proletin) im Spielwaren-Regal liegen, oder eine vietnamesische "Barbie" mit Napalm-Verbrennungen, oder eine durch Vergewaltigung schwangere "Barbie", der in Florida die Abtreibung verweigert wurde, oder eine libysche "Barbie", der durch die NATO-Bombardierung ein Arm oder ein Bein abgerissen wurde, oder eine alte oder multipel-sklerotische gewindelte "Barbie" im Rollstuhl, oder eine Redneck-Milizen-"Barbie" mit Camo-Basecap und automatischem Gewehr, oder eine Brust-amputierte "Barbie" mit Chemo-Therapie-Glatze, oder eine zottelige, zahnlose und schmuddelige Obdachlosen-"Barbie", oder eine "unberührbare" Plumps-Klo-Leerer-"Barbie" aus Indien, oder eine männliche Trans-"Barbie", oder eine verdorrte Hunger-"Barbie" aus Afrika, oder auch nur eine mit "Hasenscharte" oder Akne oder Zentimeter-dicken Brillengläsern oder Hörgerät - diskriminierte Minderheiten und mißachtete Opfer gibt es auf der Welt genug.

Vielleicht werden Eltern von "Down"-Kindern eine solche Puppe kaufen und ihre betroffenen Kinder sie vielleicht auch wollen - aber wer ansonsten, außer moralin-sauren Pseudo-"Humanisten", würde sie seinem nicht betroffenen Kind schenken? Auch der nicht-faschistoide Teil der Konsumenten-Masse (und selbst die Verhungernden in Afrika) glaubt an das "Wirtschafts-Wunder"-Ideal der blonden Original-"Barbie" von 1959 und hält es gern seinen Kindern als erstrebenswertes Ziel vor Augen - abgesehen von dem antiquierten Weltbild der 50er-Jahre, das "Barbie" repräsentiert, ist das auch verständlich: warum sollte man Kindern von Anfang an ein Bild der Welt als eine der Krankheiten, Kriegsschäden und drohenden Ausgrenzung (oder anderer Opfer-Rollen) vermitteln, statt sie mit Optimismus für ihr bevorstehendes Leben auszurüsten, selbst (oder grade) wenn die Eltern solche "Opfer" sind? Soll die alleinerziehende Junkie-Mutter ihrer Tochter eine Hunger- oder eine Obdachlosen-"Barbie" geben, wenn sie die im Fehlkauf-Sperrmüll der Reichen findet?

"Gegen Diskriminierung" bewirken solche "politisch korrekten" Marketing-Gags sowieso garnichts: dazu wäre erstmal eine Abkehr vom kapitalistischen "Effizienz"-Denken und vom Ideal des konformen Einheits-Untertanen nötig - was übrigens unter den herrschenden Umständen beides reine Illusionen sind, wie man an Nord-Korea sieht, dessen Modell der "Werte-Westen" offenbar (wie einst die DDR die BRD) zu "überholen, ohne einzuholen" versucht...

Montag, 24. April 2023

Schwarze Materie, schwarze Energie, schwarze "Wissenschafts"-Magie

"Schwarze (bzw. "dunkle", d.h. unsichtbare) Materie" und "schwarze (bzw. "dunkle") Energie" sind hypothetische Konstrukte der Kosmologen, die weder nachweisbar, noch meßbar oder erklärbar sind - aber notwendig, damit die physikalischen Gleichungen des "Standard-Modells" des Kosmos aufgehen und mit den astronomischen Beobachtungen der sichtbaren Materie im Einklang sind... Damit alles aufgeht, muß die angebliche Menge an geheimnisvoller "schwarzer Materie und Energie" im Universum sogar viel größer sein, als die der sichtbaren (atomaren) Materie und der meßbaren (realen) Energie... 

Genauso müssen im subatomaren Bereich hypothetische Elementar-Teilchen postuliert werden, die bisher noch niemand "gefunden" hat, um das herrschende Modell eines "symmetrischen" elektro-magnetischen Teilchen-Systems zu erklären, ebenso wie rein rechnerisch 6 oder 7 unauffindbare und unbeschreibbare "Dimensionen" zusätzlich zu den 4 bekannten (Raum-Zeit-) Dimensionen für die Berechnungen der Quanten-Theorie nötig sind...

Das heißt: der unerklärbare arithmetische "Rest" der herrschenden großen Welt-Erklärungs-Modelle wird einstweilen durch ein fiktiv-"materielles" theoretisches Konstrukt ersetzt, dessen reale "Meßbarkeit" in eine unbestimmte Zukunft (schließlich nach bisheriger Erfahrung nicht un-) möglichen "wissenschaftlichen Fortschritts" verlegt wird, in den immenses "staatliches" und privat-spekulatives Kapital fließt...

Die "Wissenschaft" begibt sich damit endgültig auf spiritistische Bodenlosigkeit, um ihre "rationalistische" Basis am Leben zu erhalten: nämlich den quasi-religiösen Glauben, daß der "Rationalismus" am Ende alle beunruhigenden und beängstigenden Zweifel und allen infantilen Aberglauben beseitigt, wenn auch um den Preis einer materialistisch-mathematischen Wüste und einer deprimierend hoffnungslosen Zufälligkeit des universellen "Natur"-Geschehens, dem der kompostierbare Einzelne ausgesetzt ist...

Die vorgebliche "Sicherheit" in einer "erklärbaren" (oder selbst-herrlich "erklärten") Welt schlägt damit um in (alt-) neue individuelle Zweifel und (letztlich Todes-) Ängste: die offenbar seit der sogenannten "Aufklärung" trotzdem notwendigen spiritistischen bzw. mystischen Elemente des "rationalistischen" Weltbilds werden, wie vor-"aufklärerisch" gehabt, zu schwarzer Magie, die die gesamte Menschheit in ihren Bann schlägt - C. Blöss ("Maschinenkinder", 1987) nennt den "Wissenschafts-Betrieb" eine "kollektive Zwangs-Neurose", wohl vergleichbar dem "Hexer"-Glauben in West-Afrika, bei dem Menschen durch bloße "Einbildung" sterben (oder überleben); und vergleichbar dem Mann, der in die Hände klatscht, um die "Elefanten" zu vertreiben (auf den Einwand, es gäbe hier keine Elefanten, sagt er. "Na also!")...
Blöss macht das dingfest an der gradezu religiösen "Heils"-Erwartung der Physiker an die Unumstößlichkeit der (in Wirklichkeit offenbar schwankenden) numerischen "kosmischen Konstanten", sowie der "Hauptsätze der Thermodynamik", namentlich an der "Energie-Erhaltung" und an der zwiespältigen "Entropie-Zunahme" (die logischerweise apokalyptisch im egalisierten "Wärme-Tod" des Universums enden müßte), die allerdings beide nur in experimentell oder fiktiv angenommenen "geschlossenen Systemen" gelten, während sowohl die irdische Welt, als auch das Universum bisher mangels Gegen-Beweis erstmal sowohl energetisch, als auch für andere Einflüsse, offene Systeme sind, die sich zyklisch regenerieren oder quasi "revitalisieren"...
Für Blöss ist die "Wissenschafts"-Gläubigkeit eine in den gesellschaftlichen Konsens überführte Individual-Neurose: die eingebildete Bedrohung durch etwas "Unerklärliches" (wie mögliche "Elefanten" in Hannover oder Stuttgart, oder "russische Wahl-Beeinflussung") wird mit pseudo-"rationalen" Zwangs-Handlungen bekämpft, die Relikte aus der kindlichen Psycho-Entwicklung sind - "Wissenschaftler" sind also infantil gebliebene Erwachsene, die der ebenso infantilen Gesellschaft als "Ghost-Busters" dienen: eine moderne Form von animistischen Schamanen bzw. infantil Abergläubischen...

Die "wissenschaftliche" und "technologische" Entwicklung (einschl. "Gentechnik" und "KI") hat diese These bisher eigentlich nicht widerlegt (vgl. A. Lommel: "Fortschritt ins Nichts. Die Modernisierung der Primitiven", 1981, über die australischen Aborigines).

Sonntag, 23. April 2023

Ehe für Alle - oder eher für niemanden

Laut einer repräsentativen Umfrage waren 2016 in Deutschland 3,3% der Bevölkerung homosexuell (3,1% der Männer und 3,5% der Frauen), nach einer neueren Umfrage bezeichneten sich 7,4% als "LGBT" (vor allem junge Leute, weil das inzwischen hip ist).
Diese Menschen, sofern sie nicht nur Party-Drogen-Hipster sind, sollen natürlich nicht benachteiligt werden, aber sie sind auch kein Problem von "nationaler Tragweite", verglichen z.B. mit dem Anteil der russisch-stämmigen Bevölkerung des Donbass (~40%) und dem Anteil der russischen Muttersprachler in der gesamten Ukraine (~41%) angesichts der anti-russischen Politik des Ukro-Regimes... Oder auch verglichen mit dem Anteil der Schwer-Behinderten in Deutschland (9,4% der Bevölkerung - Behinderte, Beeinträchtigte und chronisch Kranke 2022 insgesamt fast doppelt so viele).

Die "Ehe für Alle" oder "Homo-Ehe", seit 2001 (Holland) nach und nach in West-Europa (Frankreich 2013, Deutschland 2017), Nord-Amerika, Australien, Neuseeland, den meisten Ländern Süd-Amerikas und im eigentlich homophoben Südafrika eingeführt, hatte die ehrenwerte Absicht, die Diskriminierung von Homosexuellen und "Transgendern" zu bekämpfen - das Gegenteil wurde jedoch erreicht: da das "LGBT"-Problem einer kleinen Minderheit durch Ex- und Pseudo-Linke und Ex-Grüne grotesk aufgebauscht wurde (wohl hauptsächlich, um Putins, Orbans & Co.s "Homophobie" heraus zu stellen), ist die "konservative" Hälfte der Bevölkerung inzwischen so genervt, daß die durch Gewöhnung eigentlich stillschweigends eingeschlafene  "LGBT"-Feindlichkeit wieder aufflammt (ein witziges Beispiel ist, daß "Nike" als "politisch korrektes" Werbe-Spot-Model für einen "Sport-BH" einen ex-männlichen "Transgender" einsetzte, worauf tausende US-Frauen aus Protest ihre "Nike"-BHs verbrannten und zum "Nike"-Boykott aufriefen, weil sie im Frauen-Sport längst von um-operierten Männern un-fair übertrumpft werden...).

Abgesehen davon ist die staatlich beurkundete "Ehe" samt ihrer steuerlichen Bevorteilung sowieso ein Anachronismus: angesichts der deutschen Scheidungs-Rate von ~40% verursacht sie im Grund nur Gebühren und in der Folge Gerichts- und Anwalts-Kosten - die staatliche "Ehe" fördert auch nicht die heilige "Familie", da Kinder längst kein Scheidungs-Hindernis mehr sind, sondern aufgrund der antiquierten "Sorgerechts"-Gesetze nur die Kosten in die Höhe treiben.

Im Gegenteil "heiraten" viele der seit den 1968er-Hippies grassierenden wechselnd "illegitim" Gepaarten nichtmal wegen "versehentlicher" Kinder und des "Sorgerechts", sondern erst, wenn ihr verspätetes gutbürgerliches post-hippie-Doppel-Einkommen das steuerliche "Ehegatten-Splitting" interessant macht - und zwar vor allem "Dinks" ("Double income, no kids") im Gegensatz zu den oft kinderreichen "Ninjas" ("No income, no job or assets"), und dasselbe gilt für die "Homo-Ehe" und die "Homo-Dinks": die verschwindend geringe Adoptions-Rate bei "Homo-Paaren" (bzw. Samenspender-Schwangerschaften bei Lesben und "Leihmütter" bei Schwulen) ist wohl der geringste Grund für die "Homo-Ehe", sondern eher wieder ein Beweis für die antiquierten "Adoptions"-Gesetze: die staatlich legitimierte "Ehe" ist nämlich nach aller Erfahrung keine Garantie für eine "erfolgreiche Adoption"....

Kurz gesagt: die staatliche "Ehe" ist ein überlebtes Modell und ihre "Gewährung" für Homosexuelle ist ein Schein-Zugeständnis, das (außer der finanziellen) Null Bedeutung hat, sondern im Gegenteil die ehemals fast "revolutionäre" Homo-Community ins bürgerliche Lager integriert.

Es gibt weißgott wichtigere Probleme bzw. Problem-Innen und -Außen, sowie diverse.

Samstag, 22. April 2023

Lulu-lulu-Lula !

I´m not the world´s most passionate guy,
But when I looked in his eyes 
I almost fell for Lula.

("The Kinks", 1970)
Der alte Lula da Silva, der zum zweiten mal versucht, Brasilien vom Faschismus zu befreien, ist der einzige "Offizielle" weltweit (außer den Russen und, ein bißchen, den Chinesen und den Süd-Afrikanern), der sich traut, offen zu sagen, daß die Waffen-Lieferungen der USA und der NATO-Staaten mit schuld am Ukraine-Krieg sind, während der gesamte "Westen" die Ukro-Aufrüstung mit Kriegsgebrüll als "humanitäre Aktion" voran treibt und propagiert...

Lula sagt bei "Staats-Besuchen" sowohl in China, als auch in NATO-Portugal: "Die Russen hätten nicht einmarschieren sollen, aber das haben sie nunmal getan - und jetzt muß man beide Seiten an einen Tisch bringen."
Er hätte hinzufügen können (und vielleicht wollen): die Ukros "hätten" Anfang 2021 die Bombardierung der russisch-stämmigen Donbass-Autonomisten nicht noch verstärken "sollen", um einen russischen Einmarsch nicht zu provozieren, aber genau das "haben" sie nunmal getan... Oder die Ukros "hätten" die Friedens-Vereinbarungen von "Minsk I und II" (2014 und 2015) zur Lösung des Konflikts einhalten "sollen", "haben" sie aber nunmal nicht (sondern den Donbass und seine Zivil-Bevölkerung 8 Jahre lang weiter militärisch attackiert)... Oder die NATO "hätte" die "Minsker Abkommen" nicht nur als Zeit-schindende Pseudo-Vereinbarungen benutzen "sollen", um die Ukraine für einen voraussichtlichen Konflikt mit Rußland aufzurüsten, "haben" sie aber nunmal getan (wie der damalige Ukro-Präsident und diverse damalige "West"-Regierungs-Chefs, darunter das Merkel, inzwischen offen zugegeben haben)... Oder die USA, Frankreich und Deutschland (in Person von Merkel und Steinmeier) "hätten" den rechts-nationalistischen Putsch in der Ukraine (2014) nicht unterstützen oder sogar forcieren "sollen", "haben" sie aber nunmal getan (Steinmeier prostet 2014 auf dem "Maidan" dem "rechten Sektor" zu und verteilt Stullen)...

"Hätte, hätte - Börsen-Wette": die russische Reaktion, die nicht "hätte" passieren "sollen" (oder eben nach NATO-Kalkül doch?), ist die letzte in einer Kette von "westlichen" Aktionen, die besser nicht "hätten" stattfinden "sollen", aber doch stattgefunden "haben", und sie (die russische Reaktion) ist jetzt das "Kriegs-Verbrechen" und "Putin" der bald schon "mythische" unzurechnungs-fähige Teufel, wie man von jedem "westlichen" Medium ständig eingetrichtert bekommt, während Selenskis inzwischen schon homerisch-olympischer Kriegs-Schwulst wie eine Offenbarung "westlich-demokratischer Werte" gehandelt wird - es wird langsam langweilig und lächerlich !

Heute habe ich im Auto-Radio irgendeine NATO-affine "Wissenschaftlerin" und eine hysterische "Verteidigungs-Expertin" vom "FDP"-Parteitag mit dermaßen gradezu goebbels´scher Geifer-Wut gegen "Putin" und "Putinismus" (?) toben gehört, daß einem schlecht werden kann: hat die "Aufklärung" überhaupt jemals begonnen und ist die "Friedens-Mission" der UNO ("Friedens-Nobelpreis" 2001) jemals mehr gewesen, als eine lukrative Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme für labernde Wichtigtuer und Lobby-Agenten? (Genau wie die EU, grundloser "Friedens-Nobelpreis"-Empfänger von 2012...)

Die ganze offizielle Welt mutiert zum humorlosen Scherz, und nur Lula bleibt noch ernst.

Freitag, 21. April 2023

Die Welt im Kleinen: die groteske französische Militärbasis Mayotte

Heute wurde im "Arte-Journal" berichtet, daß 1.800 französische Polizisten gegen "kriminelle Banden" und "Waffen-Schmuggel" auf Mayotte vorgehen: eine tragisch-skurrile Geschichte.

Die kleine Insel (kleiner als Andorra) zwischen den Komoren und Madagaskar in der Straße von Mosambik, bewohnt von "Mahore"-Swahili-sprechenden moslemischen Arabo-Afrikanern, war mit den Komoren-Inseln seit 1841 französisches "Protektorat" und Militär-Stützpunkt, seit 1976 "Übersee-Territorium", nach einer Volks-Abstimmung für den Verbleib bei Frankreich seit 2011 "Übersee-Département", und damit seit 2014 Teil der EU (aber nicht des "Schengen-Raums" - Währung ist trotzdem der €), während die seit 1975 von Frankreich unabhängigen Komoren Mayotte als Teil ihres Archipels beanspruchen (ähnlich wie die Chinesen Taiwan und die andern Inseln des Chinesischen Meeres). Frankreich dagegen subventioniert das "Dritte-Welt-Département" wohl oder übel, um seinen strategischen Militär-Stützpunkt zu behalten, nachdem die seit 1895 militärisch beherrschte Kolonie Madagaskar 1960 unabhängig wurde.

Die Insel lebt von Plantagen-Wirtschaft, Import-Zöllen (fast alles wird aus Frankreich und seltsamerweise von den Komoren, einem der ärmsten Staaten der Welt, importiert), sowie vom Konsum der französischen Beamten und der Militärbasis.

Das "Pro-Kopf-BIP" (falls das was aussagt) beträgt zwar nur ein Drittel des französischen, aber das Zehnfache dessen der Komoren - daher hat Mayotte ein Flüchtlings-Problem mit illegalen Einwanderern von den Komoren und (via Mosambik und Komoren) aus Zentral- und Ost-Afrika, die ähnlich riskant, wie auf dem Mittelmeer, nachts (wenn sie nicht kentern) mit Booten ankommen, angezogen von den höheren Plantagen-Löhnen und in der (vergeblichen) Hoffnung auf französische und damit EU-Staats-Bürgerschaft.

Laut "Arte" leben heute neben 200.000 "Mahorern" trotz "Frontex"-artiger Küsten-Sicherung 150.000 Flüchtlinge auf Mayotte, zumeist in großen Slum-Siedlungen und manche schon seit Jahrzehnten, die wie in Süd-Amerika von Gangs kontrolliert werden, die oft aus zurück gelassenen Kindern von abgeschobenen Flüchtlingen bestehen, wobei die Gewalt schon mehrmals eskaliert ist (zuletzt 2022) - Abschiebungen scheitern allerdings bisher zumeist, weil z.B. die desolaten Komoren ihre Emigranten nicht "zurück nehmen" und Abgeschobene schnellst-möglich nächtens zurückkehren...
Nichtsdestotrotz hat der derzeitige gutgenährte komorische Präsident (wie alle vor ihm ein Nachkomme eingeheirateter arabischer Sultane, aber "gewählt", und nicht an die Macht geputscht, wie es seit der Unabhängigkeit 1975 mehrmals der Fall war) angekündigt, die französische "Säuberungs-Aktion" in den großenteils komorischen Slums auf Mayotte "nicht hinnehmen zu wollen" (was auch immer das heißen soll), während die "Mahorer" auf ein Ende der grassierenden Kriminalität und der Überfüllung ihrer Schulen durch Flüchtlings-Kinder (sowie vermutlich, ähnlich wie in Süd-Italien, des Plantagen-Lohn-Dumpings) hoffen...

Dieses außerhalb der französischen Kolonial-Behörden völlig unbekannte Inselchen im Indischen Ozean zeigt en miniature ("in nuce" bzw. "in a nut-shell") die geo-politische, militär-strategische, ökonomische, demographische, migratorische, soziale und vermutlich auch ökologische Weltlage deutlicher, als die "großen" abstrakten "Konflikte" der "Welt-Mächte", die uns in den "Nachrichten" alltäglich um die Augen und Ohren gehauen werden.

Donnerstag, 20. April 2023

Die beste aller möglichen Welten: der Kapitalismus, oder?

Ein paar Jahre nach dem Finanz-Crash von 2008 mit seinen hundert-tausenden zwangs-geräumten Häusern, der hunderte Milliarden teuren "Banken-Rettung", der Katastrophe für die "PIGS"-Staaten (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien) usw. (ganz zu schweigen vom Rest der Welt und den Nachwirkungen) konnte der englische Autor des Bestseller-Romans "Kapital" (2012), John Lanchester, in seiner gleich nachfolgenden "Bizarren Geschichte der Finanzen" bereits wieder schreiben:

"Die Ostblockstaaten hatten gravierende und irreparable Fehler, während die liberalen westlichen Demokratien die bewundernswerteste Gesellschaftsform darstellten, die es je gegeben hat.(...) Das Resultat im Osten war Unterdrückung; im Westen war es kostenlose Schulausbildung, eine allen zugängliche Gesundheitsversorgung, wochenlanger bezahlter Urlaub und eine konstante Fortentwicklung in allen Bereichen, die mit Chancengleichheit und den Rechten des Einzelnen zu tun hatten."

Ausnehmen mußte er allerdings die USA, das Flaggschiff des "Westens", mit ihrem lächerlich kurzen Arbeitnehmer-Urlaub, den verrottenden öffentlichen Schulen und absurd hohen Studien-Gebühren, der nur Reichen zugänglichen Gesundheits-Versorgung, der geringeren Lebens-Erwartung (als in Europa), den anti-freiheitlichen "Notstands"-Gesetzen seit "9/11" und der großen Schere zwischen Arm und Reich - er gab zu: "Seit 1970 ist das Gehalt des meistverdienenden Fünftels der US-amerikanischen Arbeitnehmer um 60% gestiegen, während alle anderen [also 80% der Menschen] 10% weniger erhalten. (...) Zwischen 1980 und 2007 ist das Einkommen der reichsten 0,1% der Amerikaner um 700% gestiegen."
Und: "1970 war die Zahl der Arbeitsstunden für Amerikaner und Europäer ungefähr gleich; heute arbeiten die Amerikaner fast doppelt so viel." (bei mehrheitlich sinkenden Einkommen...)

Während es im "Ostblock" natürlich ebenfalls eine kostenlose Schulbildung, Gesundheits-Versorgung, Urlaub usw. gab, folgen die "westlichen liberalen" Staaten tendenziell dem US-Vorbild: die Niedrig-Lohn-Sektoren wachsen, das öffentliche Bildungs- und Gesundheits-System wird kaputtgespart bzw. ebenso wie staatliche Infrastrukturen teils oder ganz privatisiert, also dem Profit-Interesse von Spekulanten überlassen...

Die Folgen sieht man am besten in Griechenland, das nach seinem Quasi-Bankrott infolge der Finanz-"Krise" von der "Troika" (EU, EZB und IWF) zwecks "Rettung" zu drastischen Spar- und Privatisierungs-Maßnahmen gezwungen wurde: das Land liegt nach dieser klassisch-kapitalistischen "Therapie" am Boden (vgl. N. Klein: "Die Schock-Therapie")... Aber auch die einst funktionierenden Gesundheits-Systeme von z.B. Frankreich und England sind am kollabieren, wie in den USA sind europaweit Straßen-Brücken und Schulen Renovierungs-bedürftig, Krankenhäuser, Schulen und soziale Dienste sind unterbezahlt und daher unterbesetzt usw. usw. (Schlimmeres wird natürlich den armen Ländern auferlegt - daher das "Flüchtlings-Problem", das schon die "Bremer Stadt-Musikanten" als Motto hatten: "Was Besseres, als den Tod, finden wir überall"...)

Die Finanzierung von sozialem Ausgleich (national wie international) und ökologischem Umbau wird zugunsten von Aufrüstung, imperialen Militär-Einsätzen, sinnloser "Raumfahrt" und anderer "Brilliant-Feuerwerke", luxuriöser Museen und Opernhäuser, allgemeiner Digitalisierung, sowie Auslands-Militär-"Hilfe" (wie derzeit für die Ukraine: "They may be bastards, but they are our bastards."*) abgebaut: die neo-feudale Finanz-Aristokratie geht offenbar davon aus, daß sie mit den imperialistischen und kolonialistischen Mitteln, die zum 1.Weltkrieg geführt haben, ewig "Staat machen" könne - daß also das, was volkt, die Dauer-"Kriegs-Wirtschaft" ebenso widerspruchslos hinnimmt, wie die zunehmenden "Extrem-Wetter"-Katastrophen, die die kapitalistische "Wachstums"-Ideologie so mit sich bringt: eine gewagte Hoffnung, wenn die Untertanen erstmal garnichts mehr zu verlieren haben werden und (wie die aufständischen Juden des Warschauer Ghettos) lieber "ehrenhaft im Kampf" sterben wollen, als ihre schleichende Degradierung hin zum Tod abzuwarten.

Das "Ende der Geschichte" (Fukuyama 1989/92) ist mit dem vorläufigen "Sieg des Kapitalismus" über den alten "Ostblock" jedenfalls garantiert nicht erreicht: zuerst gibt es noch China und auf lange Sicht vielleicht noch mehr... (siehe meine ältesten Einträge von 2009/10 und die Bücher von p.m., Kropotkin, Landauer & Co.: die Hoffnung stirbt zuletzt...)

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* wie mehrere US-Präsidenten über ihre jeweiligen faschistoiden Verbündeten sagten

Mittwoch, 19. April 2023

Steinmeiers Grusel-Urlaub: Heucheln in Polen

Zum 80. Jahrestag des von den Nazis verübten Massakers im jüdischen Ghetto von Warschau reist der Bundes-Betroffenheits-Darsteller an und lamentiert (leider vor einer polnischen Militär-Parade, weil es sogut wie keine Überlebenden des Massakers gab und erst recht nicht mehr gibt) über seine "Beschämung" usw. usw., wie es bei den verbeamteten Inhabern der "Gnade der chbeten Geburt" nach dem gemütlich a-historischen Kohl so üblich und "politisch korrekt" wurde (man erinnert sich an Steinmeiers jüngeren Partei-Genossen Maas, der behauptet, "nicht wegen Brandts Entspannungs-Politik, sondern wegen Auschwitz" in die "SPD" eingetreten zu sein und trotz des Proto-Faschisten Netanjahu die "Verteidigung Israels als deutsche Staatsräson" betrachtet - daher wird jede Abweichung von der "Staatsräson" auch gleich als "Anti-Semitismus" etikettiert...).

Solche Heuchelei ist eine leichte Übung (oder "Verübung"?), umso leichter, je weiter die historische Ursache entfernt ist: die Rechts-Nachfolger von Verbrecher-Regimes distanzieren sich von "bedauerlichen" und längst "verjährten" Fehlern ihrer Vorgänger - eine billige, aber "noble Geste" (selbst die verkrustete Sowjetunion hat sich in einem zähen, weil noch Zeit-nahen Prozeß "ent-stalinisiert"...): unverständlich, warum Macron sich nicht leichten Herzens mit künstlich gequälter Stimme bei den Algeriern und den Indochinesen für die Kriegs-Greuel der 50er-Jahre entschuldigt hat, oder bei den (toten) Parisern für die Massenmorde an den Kommunarden von 1871, oder warum Obama sich nicht ebenso für die US-Bombardierung Serbiens, die "Napalm"-Entvölkerung und "Agent-Orange"-Entlaubung Vietnams und die CIA-Morde an Lumumba (Kongo), Sankara (Burkina Faso) oder Allende (Chile), ganz zu schweigen von Kennedy (USA), entschuldigt hat - die deutschen Heuchler zeigen doch, daß solches verspätetes Theater nichts kostet und sogar noch Prestige-Gewinn abwirft. Aber das hat die neo-feudale Aristokratie angesichts unüberwindlicher finanzieller Übermacht wohl nicht mehr nötig...

Im Hollywood-Modus hat der Alters-schwache Ex-Geheimdienst-Mephisto Steini die anachronistische  Charakter-Rolle für "Frieden" und "Trauer", und der Ex-TV-Komiker und Regime-Quer-Einsteiger Selenski die spät-moderne Rolle für "Krieg" und "Helden-Opfer": zusammen die ideale medial wirksame Mischung von Romanze und Tragödie nach dem Muster der klassischen "Sandalen-Filme" von "Moses" bis "Ben Hur" - folgen Sie der demnächst erscheinenden neuen  Staffel von "Don´t think twice - it´s all right" (Bob Dylan 1963: "Denk nicht drüber nach - es ist schon in Ordnung...")
Halleluja.