Mittwoch, 31. Mai 2023

Das Sudan-Modell

Der Sudan zeigt in aller Brutalität, worum es in Kriegen geht, weil in diesem schweinearmen Land die Mechanismen deutlicher hervortreten, als in wohlhabenderen Ländern, wo sie ebenso ablaufen, aber weniger sichtbar sind: in allen Kriegen geht es um die ökonomischen Interessen von korrupten Oligarchen, die für das, was volkt (bzw. verheizt wird, oder jedenfalls nicht profitiert), mit "nationalistischer", "völkischer" oder anderer Ideologie und einem "Feind"-Bild verbrämt und schmackhaft gemacht werden - das ist spätestens seit den anti-napoleonischen Kriegen der europäischen Adels-Oligarchie so und hat sich im 19. und 20. Jahrhundert weiter bewährt: besonders 1870/71, im 1. Weltkrieg und in den von den Oligarchen der industrialisierten Welt befeuerten Kriegen, Bürgerkriegen und Militär-Putschen der multi-ethnischen post-kolonialen Staaten (zu denen auch die Ukraine gehört, obwohl Russisches Reich und Sowjetunion weniger brutale Kolonial-Mächte waren, als die europäischen und die USA).

Im ehemals "anglo-ägyptischen" Sudan ist es im Prinzip der Konflikt zwischen den von den Briten bevorzugten arabisierten Oligarchen (den ehemaligen Sklaven-Händlern der Region) und der archaisch-armen Niloten-Bevölkerung, der zur militärischen Unterdrückung der marginalisierten und aufständischen Bevölkerung im Westen (Darfur) und Süden führte - nach langem Bürgerkrieg wurde schließlich der Süd-Sudan 2011 ein unabhängiger Staat und 193. Mitglied der "UNO", dessen Grenzen aber weiter umkämpft blieben, weil just im Grenzgebiet Öl-Vorkommen liegen, von denen die Bauern und Hirten beiderseits der Grenze sowieso nichts haben, und 2013 brach innerhalb des gefeierten neuen Staates Süd-Sudan ein fataler Krieg aus, weil sich die dortigen korrupten Oligarchen, die ehemals gegen den arabisierten Sudan verbündeten Warlords der Nuer und der Dinka, gegenseitig die Ressourcen-Profite streitig machten... Man fragt sich, wie bei jedem Krieg (aber besonders bei diesem elenden Land, wie auch beim Jemen), wieso sich Leute bereit finden, als Milizionäre für solche perfide Macht-Süchtige zu töten und zu sterben? Das erinnert an die idiotischen deutschen "Expressionisten", die 1914 begeistert in den Krieg zogen und 1915 zur Hälfte bereits tot waren... Und es erinnert an das "Liliput" aus "Gulliver´s Reisen", wo sich die Leute wegen Albernheiten bekriegen...

Im Rest-Sudan wurde 2019 der 1989 durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Omar-al-Baschir samt seiner Scharia-Diktatur durch einen neuen Militärputsch abgesetzt, der natürlich (siehe auch Ägypten) nicht zur versprochenen "Demokratisierung" führte, sondern neuerdings, wie im Süd-Sudan, zu einem Krieg zweier rivalisierender Militärs (=korrupter Warlords) und ihrer Söldner um die Aneignung von Ressourcen-Profiten, die dem Normal-Bürger leider am Arsch vorbei gehen muß, auch wenn er noch nicht auf der Flucht ist...

Die gesamte Geschichte des post-kolonialen Sudan ist eine des Kriegs der Oligarchen gegen das Volk, eine Geschichte von Ausbeutung, Hunger, militärischem Terror und Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Flucht und Vertreibung - eigentlich wie im "30-jährigen Krieg" und in allen Kriegen danach, einschließlich des aktuellen Ukraine-Kriegs.

Im Grund gilt das auch für die "westlichen" Strippenzieher und Ausrüster des Stellvertreter-Kriegs in der Ukraine: für die geopolitischen und -strategischen Profit-Ziele des Groß-Kapitals wird der Großteil dessen, was in den industrialisierten Ländern volkt, nach Jahrzehnten der Neo-Feudalisierung weiter prekarisiert, indem durch eine "Kriegs-Wirtschaft" und "Sanktionen" die Inflation angeheizt und durch gigantische finanzielle und militärische "Hilfe" für die Ukraine (sowie durch eigene Aufrüstung: siehe "Bundeswehr-Sonder-Vermögen") die "Sozial-Staaten" und ihre Infrastruktur ausgetrocknet werden - ganz abgesehen von der Gefahr, vom Ausrüster zum Teilnehmer des Kriegs zu werden... Aber das, was volkt, schnallt brav den Gürtel enger und stimmt (wie 1914) gegen seine eigenen Interessen lauthals in das Propaganda-Geschrei nach "Waffen gegen Putin" ein - Halleluja (=Gelobt seien die Herren der Propaganda)!

"Sein allergrößter Wunsch auf Erden:
Vom Kanzler mal begrüßt zu werden!"
(Tote Hosen: "Und so weiter" auf "Opium fürs Volk", 1996)

Freitag, 26. Mai 2023

Claudia Roth, die "Antisemitistin"? Und Bhakdi, der "Volksverhetzer"?

Über den schwadronierenden ex-"grünen" Multicolor-Farbbeutel Claudia Roth kann man sagen, was man will, aber eine "Antisemitistin" ist sie weißgott nicht...

"Antisemitist" wird man heutzutage schnell: sei es als "Corona"-Impfungs-Abstinenzler (wodurch man gleichzeitig "Rechtsradikaler" wird), als Gegner der US-(bzw. US-dominierten NATO-)Militär-Politik (wodurch man gleichzeitig "Anti-Amerikanist" wird), als Kritiker von Selenski und seiner rechts-nationalistischen Regierung (wodurch man gleichzeitig "Putin-Verharmloser" wird) - und natürlich als Kritiker des korrupten Netanjahu, seiner rassistischen und militaristischen Politik und seiner ultra-nationalistischen Regierung (just heute gibt es auf "Arte" eine Reportage mit dem Titel "Israel im Griff der Rechten", aber ebensowenig, wie in der Nazi-durchseuchten Ukraine, scheint das der "deutschen Staats-Räson" zur "Verteidigung des israelischen Staats" Abbruch zu tun...).

Roth wurde bei ihrer Rede auf dem jüdischen Jugend-Musik-Festival "Jewrovision" (wieso ein alberner Anglizismus?) ausdauernd ausgebuht: ihr wird einerseits vorgeworfen, bei der "documenta 15" (2022) als "Kultur-Staatsministerin" nicht genug gegen "Antisemitismus" vorgegangen zu sein - als "Antisemitismus" wurde die Darstellung israelischer Militär-Gewalt in den besetzten Palästinenser-Gebieten bezeichnet, die zwar den Tatsachen und den Bildern aus der "Tagesschau" entspricht, aber offenbar wie ein "Tabu" zugunsten des israelischen Regimes behandelt werden muß: im heiligen Namen der ehemaligen Holocaust-Überlebenden (und Toten) "darf" der israelische Staat im "heiligen Land" wohl alles, einschließlich faschistoidem Vorgehen...

Andererseits wird Roth vorgeworfen, im Bundestag gegen die mehrheitlich beschlossene Einordnung der "BDS"-Kampagne als "antisemitistisch" gestimmt zu haben - diese "Boycott, Divestment and Sanctions"-Initiative richtet sich aber erklärtermaßen nicht gegen "die Juden" oder auch nur gegen das israelische Volk, sondern gegen die militärische Besatzungs- und Apartheids-Politik der israelischen Regierung: daß solche Maßnahmen ein zweischneidiges Schwert sind und letztlich doch die Bevölkerung, und zwar am meisten deren arme Teile, treffen, steht auf einem anderen Blatt - dieselben Folgen haben schließlich die ethisch unhinterfragten westlichen "Sanktionen" gegen Kuba, Venezuela, Iran, Syrien, Rußland usw. (samt einiger vergangener Beispiele, wie Südafrika, Irak und Libyen): insofern ist "BDS" keine intelligente Lösung, aber auch nicht "antisemitisch".

Noch abseitiger wird Roth vorgeworfen, vor paar Jahren ausgerechnet am 26. Januar, einen Tag vor dem Auschwitz-Befreiungs-Gedenktag, den "antisemitistischen" Iran besucht zu haben - man kennt ja die plakativ-fundamentalistischen Anti-Israel-Sprüche der Mullahs, aber man weiß inzwischen auch von der "heimlichen" militärischen Zusammenarbeit von Israel und Iran: also, was soll der Scheiß?

Daß irgendwelche verblendeten Hirnis in Mittel-Europa nach wie vor jüdische Friedhöfe schänden und sogar Synagogen attackieren, ist nicht die Folge von "Querdenker"-Propaganda oder Rothscher Rhetorik, sondern von "christlich-konservativ" geschürten Ressentiments: die drei inzwischen Welt-beherrschenden intoleranten monotheistischen Religionen aus der "mosaischen" Tradition (Judentum, Christentum und Islam) stehen sich da aber in nichts nach - sie sind alle drei Volks-Seuchen, die aus der Gesellschaft (zumindest zurück in den Privat-Aberglauben) ausgetrieben gehören, und das radikal-zionistische Judentum hat da genausowenig einen "antifaschistischen" Bonus, wie der Islam einen wegen der christlichen "Kreuzzüge" oder aus sonst einem Grund (das Christentum hat seinen Ruf sowieso verspielt, wie man zumindest in Mittel-Europa vermehrt einsieht, wenn auch komischerweise oft weniger in den zwangs-"missionierten" ehemaligen Kolonien).

Während die Rechts-Konservativen nach wie vor den industriell organisierten Völkermord des Holocaust in einen Topf mit den stalinistischen "Säuberungen" werfen, bezichtigen sie jeden anderen Versuch eines Vergleichs als "rechts-radikale Holocaust-Leugnung": z.B. den Vergleich des Mainzer Professors für Mikro-Biologie Sucharit Bhakdi zwischen der rigiden "Corona"-Zwangs-Impfungs-Politik der israelischen Regierung und den Experimenten von SS-Medizinern an KZ-Häftlingen - daß Bhakdi inzwischen gerichtlich vom Vorwurf der "Volksverhetzung" freigesprochen wurde, kritisiert ausgerechnet der deutsche "Zentralrat der Juden" und bezeichnet Bhakdi als "Antisemitisten", obwohl dieser (ob man seiner Begründung folgt oder nicht) im Grund nur das israelische Volk gegen seine autoritäre Regierung verteidigt...

Wer jede Kritik an Staat und Regierung von Israel mit einem ewigen Holocaust-Tabu belegt, erzeugt erst einen unterschwelligen "Antisemitismus", den es sonst fast 80 Jahre nach dem tatsächlichen Holocaust vielleicht garnicht mehr gäbe, und ignoriert darüber hinaus die Massen-Proteste aufgeklärter Israelis gegen das Netanjahu-Regime. Das Verbot jeglicher Israel-Kritik selbst ist fundamentalistisch und Teil der allgemeinen Spaltung der Gesellschaft in "Mainstream"-konforme "Gute" und zweifelnde "Böse" - wie bei den stalinistischen "Säuberungen": eben der sogenannte "Totalitarismus", unter den die rechts-konservativen Heuchler seit dem "Historiker-Streit" der 1980er-Jahre mit Krokodils-Tränen den Holocaust verharmlosend einordnen.

Man erinnert sich an "Außenminister" Fischers Kosovo-"Völkermord"-Lüge und sein dramatisches "Nie wieder Auschwitz!" (siehe: Deutschlands Weg in den Kosovo Krieg Es begann mit einer Lüge WDR - YouTube) - war oder ist er ein "Holocaust-Leugner", oder bloß ein Auschwitz gewitzt instrumentalisierender Kriegs-Treiber? - Nun, Ex-Kanzler Schröder hat im Nachhinein letzteres zugegeben (Fischer ist natürlich genausowenig, wie Roth oder Bhakdi, ein "Holocaust-Leugner"), ebenso wie Ex-Kanzlerin Merkel im Nachhinein zugegeben hat, daß die "Minsk-Abkommen" von 2014/15 bzgl. der Ukraine nur ein "Trick" der NATO waren: diesen entfremdeten "Strategen" irgendwas zu glauben, kann folglich nur der größte Fehler dessen, was volkt, sein.

"Bye bye love, hello loneliness!" (das jüdische Duo Simon & Garfunkel auf "Bridge Over Troubled Water", 1970), dabei aber auch "The Boxer" nicht zu vergessen:

"In the clearing stands a boxer
And a fighter by his trade
And he carries the reminders
Of every glove that laid him down
Or cut him till he cried out
In his anger and his shame
`I am leaving, I am leaving´
But the fighter still remains."

Donnerstag, 25. Mai 2023

Haß-Kolumne 7: seichte Radio-Musik (in memoriam Tina Turner)

Man kann die Radio-Sender vor- und zurück-wechseln, wie man will: überall nur Gedudel ohne jeden (Wieder-)Erkennungswert, ob Pop oder Rock... Selbst die "Info"- und "Kultur"-Sender meinen, sie müßten ihre manchmal ganz interessanten Reportagen, Diskussionen oder Interviews durch zusammenhang-losen Musik-Brei unterbrechen: vielleicht damit der potentiell kritische Hörer entweder eingeschläfert wird oder zumindest seine Kritik spontan gegen die nervige Musik wendet, statt gegen evtl. angesprochene Mißstände...

Brav werden immer Interpret und Titel genannt, obwohl man beides weder wissen, noch sich merken will: es gibt viel zu viel bedeutungslose Musik, und man fragt sich, wer bei den Sendern aus diesem Klang-Einerlei die jeweiligen Pausen-Füller (oder eher: Pausen-Erzeuger) aussucht, also sich in der europäischen Pop-Schwemme samt Multikulti-Rändern überhaupt "auskennt" (das muß ein schlimmerer Job sein, als "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen")...

Man fragt sich auch, warum verbissen "Kreative" ständig neue Musik produzieren, die weder die Kraft der 1960er- und 70er-Jahre hat, noch was mitreißend Neues entwickelt, falls das überhaupt notwendig ist: in der Pop-Musik der letzten 60 Jahre war der einzige erfolgreiche Erneuerer Frank Zappa, und selbst die Nachgeborenen kennen zumindest noch seine "Hits" - alles andere (und letztlich auch Zappa) basiert auf Blues, Jazz und Rock´n´Roll und deren Verschleimung (wozu die alten ikonischen "Bands" mit immer belangloserer Dauer-Produktion selbst beigetragen haben).

Sowieso freuen sich alle "von 8 bis 80", wenn sie die Ohrwürmer aus der genialen Zeit von Chuck Berry über The Who bis zu den Sex Pistols und den guten alten Toten Hosen hören: den Status eines "ewigen" Ohrwurms hat kein einziges Stück in den danach vergangenen Jahrzehnten erreicht, wenn auch einzelne Lieder kurz "Kult" waren (vielleicht von M. Jackson, Prince, Madonna, Nirvana...). Über die Inhalte sinniert D. Rothenberg ("Stadt der Nachtigallen", dt. 2020, S. 97, Hervorh. orig., [.] v. mir): "Vielleicht singen die besten Sänger nur weiter und weiter, weil sie keine Partnerin gefunden haben. [... also ohne "evolutionären Vorteil": die Nachtigall], die aus unerfüllter Liebe singt, wie es das gewohnte Tun menschlicher Musiker ist."

Die Pop- und Rock-Musik braucht eigentlich, wie die "klassische" Musik, nur noch Orchester, die die "Originale" bei lokalen Veranstaltungen "live" nachspielen, und nicht die ganze zweit- und drittklassige Verwurstung, die die Radio-Sender bis zum Erbrechen verstopft. (Die berühmten Rentner-"Bands" spielen bei ihren Konzerten schließlich auch fast nur noch ihre uralten "Hits"...)

(Aber "Sweet Home Alabama" - siehe meinen Eintrag vom 7. Januar 2023...)

Musik wird allgemein überschätzt - schon Kant schrieb (in der "Kritik der Urteilskraft", 1790): "Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des Letzteren, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird." (zit. nach Rothenberg, a.a.O.)

Trotzdem ist es traurig, daß vorgestern die unvergeßliche Tina Turner gestorben ist...

Mittwoch, 24. Mai 2023

Erneut russischer Terror gegen ukrainische Zivil-Bevölkerung: 8 Verletzte

Beim massiven russischen Raketen-Beschuß der ukrainischen Großstadt Dnjepropetrowsk ("Dnipro", über 100 km von der "Front" entfernt) in der Nacht zum 22.5. wurden nach russischen Angaben gezielt und erfolgreich militärische Infrastruktur und Nachschub- und Munitions-Lager zerstört - nach ukrainischen Angaben handelte es sich um den üblichen russischen Terror gegen die ukrainische Zivil-Bevölkerung (siehe: Acht Verletzte durch Beschuss: Bürgermeister: Schwerster Angriff auf Dnipro seit Kriegsbeginn - n-tv.de).

Das ist nicht schön für die Betroffenen, ob sie nun "Zivile" sind oder nicht, aber es ist auch nicht schön für die Ukro-Propaganda: 16 russische Raketen und noch mehr Drohnen produzieren trotz von Rußland angeblich beabsichtigter "Terrorisierung der Zivil-Bevölkerung" in einer dicht besiedelten Großstadt kein einziges märtyrerisch verwertbares Todesopfer, sondern beim "schwersten Angriff" bisher "nur" acht Verletzte - also wirklich: ist das in einem Krieg mit tausenden Toten eine Nachricht wert bzw. ein Beweis für das russische "Barbarentum" und "Terror gegen die Zivil-Bevölkerung", oder gar "russischen Völkermord an den Ukrainern", wie Selenski gelegentlich düster unkt? (oder der gallige Panik-Lobbyist Klabauterbach per "Twitter" am 22.5.: "... Rußland spricht gerade. Da verpassen wir nichts und sind mal rausgegangen. Ein Land, das Kinder und Frauen bombardiert, hat bei der WHO kein Recht zu reden." - So gesehen hätten einige, vor allem NATO-, Länder kein Recht zu reden...)

Mal ganz abgesehen von den militärischen Opfern dieses Stellvertreter-Kriegs und von den Opfern der Waffen-Händler in andern Krisen-Gebieten, sowie von den zivilen Opfern von US-, NATO- und EU-Kriegen und -"Sanktionen" und den Opfern anti-russischer "Säuberungs-Aktionen" der Ukros, ist es wohl eher ein Beweis für die von den Russen behauptete Rationalität ihrer "Sonder-Mission" - ungeachtet der Tatsache, daß jeder Krieg ein Schwachsinn ist: vielleicht sogar die militante "Resistance" gegen einen Aggressor (in diesem Fall zuerst gegen die Ukro-Milizen mit ihrem militärischen Terror gegen die Zivil-Bevölkerung der autonomistischen Donbass-Republiken und die Besetzung von Mariupol und Odessa durch rechte Milizen seit dem Putsch von 2014).

Die "Rechtmäßigkeit" von "Resistance" hängt ja immer von den politischen Macht-Verhältnissen ab: in Deutschland wurden z.B. die Nazi-Urteile gegen Wehrmachts-Deserteure erst 2002 als "Unrecht" anerkannt und die Deserteure (zumeist erst posthum) "rehabilitiert" - für nach Nazi-Urteil "Verräter" gilt das immer noch nicht...

Aber den "Terror gegen die Zivil-Bevölkerung" durch alliierte Bombardements im 2. Weltkrieg hat das deutsche Nazi-Volk inzwischen bußfertig (und zum Beweis seiner "Entnazifizierung") als "Resistance" gegen den Nazi-Terror akzeptiert: erst der US-Hippie Vonnegut durfte mit seinem später berühmten "Schlachthof 5" (1969) Zweifel daran anmelden - nach aller historischen Erfahrung sieht es also so aus, als würde erst die nächste oder übernächste (oder die letzte) Generation einen möglicherweise Propaganda-befreiten Blick auf den Ukraine-Konflikt werfen: solange heißt es wohl weiter pathetisch "Ruhm der Ukraine und ihren Helden" mit ihrem Rechts-Nationalismus:

Wo über Leid und Tod gelacht wird, fängt Faschismus anQuelle: www.globallookpress.com © Ovsyannikova Yuliaukrinform / Keystone Press Agency

"Unsere Religion ist Nationalismus, unser Prophet ist Stepan Bandera." Marsch zu Ehren Stepan Banderas, Kiew, 1. Januar 2021 (Vollbild bitte gugln)

Montag, 22. Mai 2023

"Playmobil" im Kanzleramt

Soldatenkönig Selenski (im Nato-Hoody, links) wird von Soldatenkönig Scholz (im Anzug, 2. v. links) und seinem Feldwebel (in der Mitte) am 14. Mai 2023 mit "militärischen Ehren" (in Unisexform, rechts, in Reih und mit oder ohne Glied) im Kanzleramt neben dem Denkmal für den unbekannten Klempner empfangen (Bild: gettyimages.ru) - ich dachte erst, das sei kein echtes Foto, sondern die persiflierende Computer-Graphik eines kritischen Zynikers, aber es ist wohl "echt":

Ein Bild, wie aus dem "Playmobil"- oder "Legoland"-Katalog, das die Absurdität solcher neofeudaler Akte plakativ zeigt (und ebenso die Absurdität von Kohls "Bundes-Waschmaschine", vulgo "Kanzleramt", und ihres Vorgartens in der um 90° gedrehten Speer-Achse) - man möchte nicht wissen, was der "rote Teppich" (der an ein amputiertes russisches Armee-"Z" erinnert), der Aufmarsch der preußischen "Langen Kerls", die "Security" (samt Ausschluß der Öffentlichkeit, also des Volks), das folgende Gala-Diner und das ganze drumherum der Waffen-Bettel- und Theatralik-Rundreise des bankrotten Selenski "den deutschen Steuerzahler" gekostet hat (jedenfalls zum Abschied ein 2,7-Milliarden-Waffen-Geschenk, siehe:14.000 Euro pro Haushalt – die Kosten der deutschen Kriegspolitik sind gigantisch (nachdenkseiten.de), und dafür hat "REWE" den Preis seines Harz4-"ja!"-Olivenöls von 3,99 auf 5,99 € erhöht) - und man möchte nicht wissen, was die zwei Hampelkönige denken, wenn sie gemessenen Louis-XIV-Barock-Schrittes und ernster Miene an einer posierenden Blechbüchsen-Armee entlang schlendern und dann wie bestellt und nicht abgeholt auf einem albernen Podest stillstehen und militärischer Blasmusik lauschen (ich fürchte, sie denken: "Oh toll, und alles wegen mir!", während sie weiter Tausende ungerührt in den Tod schicken).

Die Demonstrationen "repräsentativer Demokratie" haben eine grausige Komik und einen hohen Preis, aber das, was volkt, nimmt alles so brav hin, wie "DSDS"-Terror, "not-zugelassene" Impfungen, Daten-Sammlung, Reallohn-Verlust und Manager- und Bankster-"Boni", ohne auch nur die Komik darin zu erkennen, geschweigedenn die Schweinerei...

Daß es nach den tausend Kriegen (darunter mindestens zwei "Welt-Kriege") der "Neuzeit", also seit "Humanismus" und "Aufklärung", noch "Empfänge mit militärischen Ehren" gibt, ist eine Groteske der angeblichen "menschlichen Zivilisation": Faxe Army ! (Dazu gehören auch zum Gähnen lächerliche "Militär-Paraden", wie in Frankreich oder Rußland...)

Sonntag, 21. Mai 2023

US-"Demokratie" in Griechenland

Bei der "Schicksals-Wahl" in Griechenland lag die Beteiligung bei USA-typischen 58%, und der von den westlichen Medien so genannte "Erdrutsch-Sieg" der regierenden "Konservativen" war eine Zunahme der abgegebenen Simmen von 40 auf 41% - d.h. die "Wahlsieger" wurden Beteiligungs-bereinigt von 24% der Wahlberechtigten gewählt...

Die westlichen Medien und die "Wahlsieger" führen das auf das für das bankrotte Griechenland erstaunliche unter den "Konservativen" erreichte "Wirtschafts-Wachstum von 4 oder 5%" zurück, von dem das, was volkt, wie üblich aber nichts merkt, sondern im Gegenteil - zumindest nicht die unteren 42%, die möglicherweise die wie üblich nicht mitgezählte Fraktion der Nicht-Wähler bilden: wenn die Griechen, die Erfinder der antiken Oligarchen-"Demokratie", an eine echte Demokratie glauben würden, wäre die Wahl-Beteiligung höher gewesen und hätten mehr Leute für "Syriza" (Beteiligungs-bereinigt 12%), die "Sozial-Demokraten" (bereinigt 7%), die "Kommunisten" (bereinigt 3,6%) oder erst recht für Varoufakis (bereinigt 1,5%) gestimmt... Aber die sprichwörtliche Weisheit der Griechen hat das verhindert - kurz gesagt die alte Erkenntnis, daß "Wahlen nichts verändern, sonst wären sie verboten."

Die "Konservativen" können sich also schon auf die Neuwahl freuen, bei der es in parallel zu US-Gepflogenheiten dann heißt: "The winner takes it all." (Falls die Griechen ihre Heuchel-"Demokratie" und das "Troika"-Diktat weiter hinnehmen... Das gilt aber genauso für die weniger "Krisen"-haften anderen EU-Staaten...)

Donnerstag, 18. Mai 2023

Paulskirche und unvermeidbarer Stein(erweichender)meier

Gestern vor 175 Jahren trat die "Nationalversammlung" in der Frankfurter Paulskirche zusammen, der angebliche "Meilenstein der deutschen Demokratie", der in Wirklichkeit nur eine Alibi-Veranstaltung von Gnaden der deutschen adligen Oligarchen nach dem kurzen Schreck der hilflosen "Revolution" von 1848 war und von den Herren souverän ignoriert bzw. sabotiert wurde, bis er mehr oder weniger sanft für 100 Jahre einschlief - daher das Klischee-Bild vom "deutschen Michel" mit seiner Schlafmütze...

Natürlich ist zu diesem Jubiläum wieder der Ober-"Demokrat" Steinmeier aufgewacht, um eine weitere seiner quäkenden Predigten loszuwerden: "Demokratie" hier, "Demokratie" dort, "Demokratie" überall in Deutschland, und wer was daran zu meckern hat, gehört nicht dazu und hat "schwarz-rot-gold nicht verdient" - wahrscheinlich so, wie die Frau von ex-Kanzler Schröder, die vom Land NRW entlassen wurde, weil sie ihren Mann zur Feier des Kriegs-Endes in die (dafür in Berlin als Rechts-Nachfolger der Sowjetunion eigentlich zuständige) russische Botschaft begleitet hat, nachdem sie schon ungefragt und non-konform "Frieden in der Ukraine" gefordert hatte und sowieso (wenn auch "befreundete", nämlich süd-koreanische) Ausländerin ist... (siehe meinen Eintrag vom 15. Mai)

Das einzig "demokratische", was Steinmeier vorzuweisen hat, ist, daß er eine seiner Nieren an seine deren bedürftige Frau abgegeben hat: ansonsten war er als Schröders Kanzleramts-Minister "Geheimdienst-Koordinator" und Verbindungs-Mann zum "rechten Sektor" der Ukraine - daß so eine Figur "ehrenbesoldeter Chef-Repräsentant" Deutschlands werden konnte, sagt genug über die hiesige "Demokratie", die seit der Paulskirche versagt hat: umso "logischer" kann sich der Bundes-Heuchler auf die Pseudo-"Demokratie" der Paulskirche "berufen", und das, was volkt, kann nur rätseln, ob er an seinen eigenen Schwulst glaubt oder weiß, daß er strategischen Propaganda-Dünnschiß verbreitet...

Mein lieber Mann !
Da hilft nur Liebermann.