Samstag, 30. Oktober 2021

Schauerliche Anglizismen

Bei dem "deutschen" Filmtitel "Gerhard Richter Painting" (C. Belz, Deutschland 2011, s. meinen Eintrag vom 27.10.2021 über Baselitz) fällt mir der unsägliche Werbespruch des Rundfunks Berlin-Brandenburg ein: "RBB - Everybody hört es" - in den USA hieße das wohl "Jackson Pollock Malt" und "CNN - Jeder Listens", bloß würde das dort niemand kapieren...

Hier dagegen geht die Werbe-Branche "safe" (= mit Sicherheit) davon aus, daß jeder rudimentär englische "key-words" versteht und beliebige Inhalte auch noch für "wichtiger" hält, wenn sie halb auf englisch sind... "Okay"!?

Ein weiteres absurdes Beispiel ist die deutsche und deutsch-sprachige Zeitschrift für (im Unter-Untertitel) "Die besten Restaurants unserer Zeit", die im Titel völlig unmotiviert "B-EAT" heißt, und im Untertitel "Food, Travel, Chefs" - sie erscheint nichtmal in Berlin (was das "B" motivieren könnte), sondern natürlich in Hamburg bei "Gruner&Jahr" (so wie die deutschen Zeitschriften "Living at Home", "Beef!", "art" usw.), und bis auf einen Teil der internationalen Restaurant-Portraits sind fast alle redaktionellen Beiträge so brav deutsch wie der Wohlstands-dicke altfränkische Chef-Redakteur, sodaß sie besser "D-ESSEN" (und im Untertitel "Küchen- und anderer Luxus global" bei unverändertem Unter-Untertitel) heißen könnte - was sich für uns so bescheuert anhört, wie für Englisch-Sprecher "B-EAT" und "Handy", oder "Love Me Do" von den "Beatles"...

Man ist unwillkürlich an den Thriller "Sea of Love" (USA, 1989, mit Al Pacino) erinnert, dessen "deutscher" Doppel-Titel lautete: "Sea of Love - Melodie des Todes"... (Ebenso gut könnte "Der Malteser Falke" von D. Hammett auf "deutsch" heißen: "The Maltese Falcon - Die Sylter Lachmöwe"...)

Mietwagen heißen jetzt "Car-Sharing", Auffrischungs-Impfungen "Booster", und Geschlecht "Gender" - wer kein "Follower" ist, dem droht der "Lock-Down"...

Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen, aber schon so fragt sich: what soll der Bullshit? Soll das Kultur-Erbe der 7- oder 8000 noch nicht ganz ausgestorbenen bzw. ausgerotteten Sprachen der Menschheit endgültig dem Pidgin-English der unterbezahlten indischen Programmierer und der internationalen Börsen-Freaks und Tourismus-Manager weichen?

Nieder mit dem "Crumble", her mit dem Streuselkuchen !

Dokumentar-Filme allerorten als "hippe" Video-Happenings

Tatsächlich gibt es Dokumentar-Filme zu jedem und allen Themen auf beliebigen Kanälen, sodaß jeder "Verschwörungs-Theoretiker" sich bestätigt fühlen kann: Lobbyismus, Korruption, Propaganda, Ausbeutung, Kriegs-Treiberei, "Wissenschafts"-Betrug, Regierungs-Lügen, Steuer-"Oasen", Umwelt-Zerstörung für Profite, Arroganz der Reichen und Mächtigen usw. - alles da und verfügbar, manchmal sogar zu zivilen Sende-Zeiten oder jedenfalls in Mediatheken.

Bloß scheint es inzwischen Mode zu sein, Dokumentar-Filme möglichst anstrengend und ungenießbar zu machen, zumindest wenn man sich informieren und nicht "unterhalten" lassen will: sie werden aufgebläht mit sinnlos impressionistischen Sequenzen (wie es auch bei den "Nachrichten"-Schnipseln und "Krimis" überhand nimmt) und "dramatisch" verfremdet mit das Auge beleidigenden unscharfen Aufnahmen, ob Gesamt-Szenarios mit Ganz- oder Rand-Unschärfe, oder schräg aufgenommene Details (z.B. Text-Dokumente) mit minimaler Tiefenschärfe - Regie-Gags, die leider (ganz zu schweigen von überflüssiger Musik) den Informations-Gehalt senken...

Die Methode erinnert an nachgestellte historische "Doku-Dramen", die mit verhuschten Details und schemenhaften Totalen arbeiten, und wirkt deshalb ebenso künstlich und letztlich unglaubwürdig: warum kann man bei einer "Dokumentation" nicht einfach schnörkellos und frontal Informationen zeigen, falls man tatsächlich die Absicht hat, zu informieren, und nicht zu vernebeln?

Informations-Vermittlung ist keine "Action-Kunst", sondern solides Handwerk. Video-"clip"-Tricks in der Nachfolge von Pop-Konzert-Mitschnitten oder Nam June Paik haben da nix verloren, und ebenso wenig der mittlerweile exzessive Einsatz von Drohnen-Vogelschau-Aufnahmen, die das ganze weiter irreal und zu potentiell folgenloser "Unterhaltung" machen - so, wie jeder "Spiegel"-Artikel wie ein Roman von Frank Schätzing beginnt: "Die Frau parkt ihren Wagen im Schein einer Straßenlaterne [unscharf, Zoom auf Regentropfen auf Scheibe]. Sie ist nicht ohne Grund hier her gekommen [Bäume im Wind, Musik, Teleaufnahme vom Mond]: hier findet eine Party von Impf-Skeptikern statt..." - oder wie "Tagesschau"-Meldungen über "Corona-Inzidenzen" mit den immer gleichen Archivbildern einer hektischen Krankenhaus-Station unterlegt sind (fehlt nur noch "Spiel mir das Lied vom Tod" als akkustische Begleitung...).

Überhaupt (Doku-)Filmmusik: selbst Ennio Morricone war nicht immer genial, und die meiste Filmmusik ist so überflüssig, wie Popcorn im Kino...

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Zu Risiken und Nebenwirkungen der Impfidenzen lesen Sie "BILD" und denken Sie "quer", statt "queer"

Ist das ein populistischer Trick von "Springer", oder muß man mittlerweile wirklich empfehlen, "BILD" zu lesen?
"BILD" ist das einzige Mainstream-Medium, das sowohl die "Corona"-Maßnahmen kritisiert, als auch die Nebenwirkungen der Impfung thematisiert, obwohl es traditionell (nett gesagt) rechts-konservativ und regierungs-treu ist und in Person seiner Erb-Witwe F. Springer und seiner "feministischen" Kolumnistin A. Schwarzer das neo-liberale Merkel für genial hält, weil es sekundäre weibliche Geschlechts-Merkmale (z.B. Hängebacken und einen "Venus-von-Willendorf"-Torso) aufweist, und andererseits den (jedenfalls sekundär) männlichen Proto-Faschisten Ratzinger als "Wir sind Papst" gefeiert hat...

Alle andern Mainstream-Medien beten nach wie vor das "RKI"-Motto der nichtssagenden "Inzidenzen" nach und warnen vor dem längst als Lüge entlarvten "Intensiv-Betten-Notstand" und fordern die "vollständige" und drei- und vierfache Impfung der Bevölkerung, weil es (natürlich) immer mehr "Impf-Durchbrüche" gibt: ein im Wesentlichen gesundes Volk zittert vor einem neuen Lockdown, weil es mittels absurder "Inzidenzen" für "krank" erklärt wird...

"Quer"-Denken war mal eine philosophisch und politisch hoch-geachtete Position, aber im heutigen Neo-Feudalismus mit seinem orwellschen "Neusprech" wird es durch die politically correct Inquisition wieder zur Blasphemie: dabei sind sogar "Querdenker" zu feige, über Neger, Zigeuner oder Transen zu reden, weil sie nicht wissen, wie man die heutzutage noch nennen darf: "queer" ist inzwischen das pc-"quer", und non-"queer", non-"divers", non-"handicapped" und non-"Migrations-Hintergrund" sind mittlerweile bürokratische pseudo-"demokratische" Hürden... Ihr sollt nicht merken, worum es wirklich geht - und ihr merkt ja auch nix, sondern volkt brav.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Andersrum wär´s auch keine Kunst, Herr Baselitz

"Expressionismus" ist hingerotzte Malerei - ein post-freudianischer Exzeß des schon sehr subjektiven, aber im Nachhinein doch noch gefälligen "Impressionismus": wo der "Impressionismus" noch die Welt interpretiert, ergeht sich der "Expressionismus" in ebenso spektakulären und wenig subtilen, wie dilettantischen und zweckfreien Symbolismen á la blaue Pferde oder Strichmännchen mit dreieckigen Köpfen: was soll das? Es erinnert an die spontane oder therapeutische "Art Cru" von Psychiatrie-Insassen, oder an Gemälde von Vorschul-Kindern... Die Kirchner-Werkschau vor ein paar Jahren im Hamburger Bahnhof in Berlin wurde z.B. euphemistisch "Hieroglyphen" betitelt, statt "naive Malerei" oder "Triebtaten": ist das "Kunst", oder kann das weg? - Ohne die hysterische "Entartete-Kunst"-Kampagne der dämlichen Nazis wäre der "Expressionismus" sang- und klanglos verschwunden, statt als Beweis der "Entnazifizierung" aus dem wohl-verdienten Grab aufzuerstehen und hofiert zu werden, wozu nicht zuletzt Siegfried Lenz mit seiner Verklärung des als "entartet" verkannten Möchte-gern-Nazis Emil Nolde (der "Nansen" in "Deutschstunde") beigetragen hat... Dem entspricht die Renaissance der entseelten "Bauhaus"-Ideologie (s. Tati´s Filme), und natürlich waren auch Gropius und Le Corbusier erfolglose Möchte-gern-Nazis...

Nach diversen gegenstandslosen Exkursen seit den 1950er-Jahren als Wiederholung der erfolglosen "Kunst-Manifeste" des frühen 20. Jahrhunderts hat sich eine neo-"expressive" Mode entwickelt, und einer von deren speziell (gesamt-)deutschen Repräsentanten wird nun ausgerechnet im Pariser "Centre Pompidou" mit einer Gesamt-Schau gewürdigt: der Scharlatan Baselitz, der auf den genialen Marketing-Trick kam, seine "expressiven" Pinseleien kopfüber aufzuhängen: was soll das? Ist das "Kunst", oder kann das weg?

Immerhin sein bekanntes entfernt Baguette-artiges Phallus-Portrait hängt richtig herum (oder war es andersrum gemalt?), und davor sitzt der in Ehren ergraute "Kunst"-Millionär und gibt Plattitüden von sich: ist das "Kunst-Erklärung", oder kann das weg?

Wem sagt solche "Kunst" überhaupt irgendwas, wenn er brav ins "Centre Pompidou" dackelt, weil dort der ach so berühmte Baselitz ausgestellt wird? (Könnte auch Raffael, Warhol oder Van Gogh sein: Hauptsache im Original teuer und bei IKEA als gerahmter Druck im Angebot...)

"Kunst" ist eine einträgliche Erfindung von "Kunst"-Händlern: eine Sinn-freie Dekoration für "liberale" Millionärs-Villen zu genau solchen Spekulations-Preisen, wie jede Aktie eines viel-versprechenden Start-Ups - und je Sinn-freier, desto erfolgreicher: l´art pour l´art á la "der Künstler überläßt dem Betrachter die Interpretation", also eigentlich dem "Kunst-Kritiker", der im Feuilleton die Richtung vorgibt - das heißt: der Künstler bezieht keine Position und läßt sich auf keinen Standpunkt festnageln, er will nichts öffentlich mitteilen und hat keine Botschaft - wieso malt er dann, statt zu maurern oder zu tischlern? Weil natürlich das rauschende "Bohéme"-Dasein in betuchten "Kunst"-Sammler-Kreisen witziger ist, und erst recht, wenn man "entdeckt" wird und der Rubel rollt... (vgl. "Gerhard Richter Painting", unfreiwillig entlarvender Film von C. Belz, 2011: dem "teuersten lebenden Künstler" kann mittlerweile offenbar alles egal sein - und der Scharlatan "Neo" Rauch nennt seinen "Expressionismus" dagegen provokant anti-modern "Neo-Realismus" und erfindet damit eine profitable "Markt-Lücke"...) Da fällt einem nur Liebermann samt seinem bekannten Ausspruch ein.

"Kunst" ist eine Geschäftsidee, wie alberne "Mario-Barth"-Shows oder das seit den 1960er-Jahren immer beschissener werdende Automobil-"Design", und die professionellen "Kunst-Kritiker" sind die Marketing- und Werbe-Strategen - womit nichts gegen M.C. Escher, Horst Jansen, Kurt Halbritter, Milo Manara, André Franquin, F.K. Waechter, Jaques Tardi, Enki Bilal, Loisel & Tripp, Manu Larcenet, Michael Sowa, Miguel Anxo Pradó, Shaun Tan, die geniale Isabel Kreitz, Reinhard Kleist und ähnliche Künstler gesagt sein soll: die haben eine Aussage (und ich kann auch nichts dafür, daß mir nur eine Frau dabei einfällt), ganz zu schweigen von Wilhelm Busch, Toulouse-Lautrec, Carl Larsson, Norman Rockwell, Carl Barks, Hergé, Robert Crumb, Albert Uderzo und Seyfried.

Vielleicht wird das in der gleichzeitigen, eigentlich sinnlosen Gegenüberstellung von US-"Pop-Art" und "sozialistischem Realismus" im Berliner Gropius-Bau deutlich: die einst von "Radio Peking" kostenlos  in alle Welt versandten Bild-Kalender hatten mehr Inhalt und Qualität, als die vervielfältigten Suppendosen oder Marilyns von Andy Warhol oder die vergrößerten "Comics" von Roy Lichtenstein oder die abgemalten "Tagesschau"-Bildschirme von Gerhard Richter - die von den "Kunst"-Propagandisten gefeierte angebliche "subtile" Minimal-"Kritik" der "Pop-Art" am System ist für das Massen-Publikum nun mal allzu subtil, und das zu recht: wenn einem was nicht paßt, sollte man es klar und deutlich sagen, statt es hinter zaghaften kindischen Symbolismen zu verbergen... Das kann weg !

Montag, 25. Oktober 2021

Die märchenhafte Entstehung von "Leben"

Die herrschende Bio-"Wissenschaft" nimmt sich die darwinistisch-hierarchische Systematik der Lebewesen vor und rekonstruiert nach deren anglo-kapitalistischem "Fortschritts"-Mythos den Ursprung des "Lebens", als könne man den zurück verfolgen, wie die Entwicklung der Dampf-Maschine...

"Leben" besteht offenbar aus begrenzten Systemen mit einem autonomen Stoffwechsel dank katalysierender Proteine, sowie mit vererbbarer Information über deren Struktur mittels der Nukleinsäuren - was von beiden auch zuerst dagewesen sein mag (vermutlich die Proteine, sonst wären "leblose" Nukleinsäure-Transporteure wie die Viren schon "Leben"). Die relativ neue Kenntnis der Protein- und Nukleinsäure-abhängigen Stoffwechsel-Prozesse hat mangels Beweisen zu einer rückwirkenden Erklärung des Entstehens von "Leben" geführt, die an die Erklärung der Entwicklung von Smartphones erinnert: da Smartphones nun mal im Handel sind, war ihre Entwicklung offenbar ebenso unvermeidlich, wie die Entstehung von "Leben" aus der vulkanischen Chemo-Ursuppe unseres Planeten...

Man rollt die Vorgänge vom Ergebnis her auf: angesichts des existierenden "Lebens" müssen sich vor Milliarden von Jahren unbedarfte Atome "spontan" zu Kohlenhydraten, Aminosäuren und Nuklear-Basen vereinigt haben, die in der Folge "spontan" in folgenreiche Wechsel-Beziehungen getreten sein müssen und sich im "Überlebens-Kampf" schließlich "spontan" mit einer Lipid-Hülle umgeben haben müssen - möglicherweise unter dem Quality Management einer Institution namens "Evolution" sogar mehr oder weniger gleichzeitig an unzähligen Orten weltweit: als gäbe es keine andere Möglichkeit, "Leben" zu erzeugen... Nach dem Muster der "Industriellen Revolution" müssen sich dann autonome Zellen zu arbeitsteiligen Organisationen verbunden haben... Das heißt im übertragenen Sinn: da Smartphones nun mal im Handel sind, müssen Pizza-belieferte Programmierer Algorithmen erfinden, müssen Kinder-Sklaven im Kongo "seltene Erden" ausbuddeln, müssen Roboter in Südkorea Chips und Platinen zusammenlöten, und müssen junge Frauen in China Plastikgehäuse zusammenschrauben - als gäbe es nicht andere Wege, Smartphones herzustellen (oder es bleiben zu lassen).

Die Universalität des "genetischen Codes" und die enge Arten-übergreifende Verwandtschaft organischer Moleküle (Poly-Saccharide, Amino- und Nukleinsäuren, Carbonate, Hämoglobin, Chlorophyll, Rhodopsin, Insulin usw.) deuten aber auf einen singulären Ursprung hin, der nicht mit der universellen und zufälligen chemo-physikalischen Anarchie früh-erdgeschichtlicher Atome zu erklären ist: unbeseelte Materie (bzw. nach heutiger Erkenntnis elektro-magnetische Wellen, Quanten, Quarks oder Strings und physikalische "Elementar-Kräfte") kann keinen "Drang" zu zunehmender Komplexität "spüren" oder umsetzen: alles deutet auf eine unerklärliche "Kraft" hin, die vielleicht schon der bloßen Materie innewohnt, auf jeden Fall aber der wundersamen Keim-Fähigkeit in jahrelanger "Todes"-Starre vertrockneter Bohnen- oder Getreide-Samen.

Die rationalistische und materialistische Philosophie kommt nicht ohne die mystischen Begriffe "Natur" und "Evolution" (und neuerdings "Emergenz", das nichtssagende "Auftauchen") aus: rein abstrakte Begriffe, die keinen Gegenstand, keinen Plan und keinen Wirk-Mechanismus bezeichnen, und die nicht lokalisierbar und nicht meßbar sind - sie werden von den Marketing-Abteilungen der Wissenschaft als Ersatz für ein "höchstes Wesen" gebraucht: die "Natur" sei immer "vernünftig" und die "Evolution" immer fortschreitend, also "fortschrittlich", so wie der liebe Gott und seine stufenweise Schöpfung, oder wie ein gut funktionierendes kapitalistisches Unternehmen.

Dabei ist das, was man "Natur" nennt, zumeist sinnlos verschwenderisch und grausam, und das, was man "Evolution" nennt, ein mal explodierendes, mal versiegendes zufälliges Herum-Probieren (falls "probieren" nicht schon zuviel gesagt ist, da dem Ganzen keine Absicht zugrunde liegt), und das Ergebnis des Ganzen ist selten "natürliche" Vernunft oder wirklicher "Fortschritt", wie man nicht zuletzt am "Erfolg" der Menschheit sieht: die einzige Art, die untereinander Vernichtungs-Kriege führt, die einzige, die sich aus der Geo- und Biosphäre verabschiedet hat und ihre "natürlichen" Grundlagen zerstört, und die einzige, die ihre vergleichsweise schwächliche Konstitution immer weiter schwächt, indem sie mithilfe von "Technologien" immer künstlicher "lebt"...

Daß es trotz allem "Leben" gibt, läßt sich nicht mit chemo-physikalischen Zufällen und "plötzlicher" Kooperation von bisher "toten" Molekülen erklären, wie das die Populär-Wissenschaft tut - eher scheint es möglich, daß es eine andere Dimension gibt, wie sie weltweit in den in Vielem grundlegend überein stimmenden "primitiven" Mythen angedeutet ist (und möglicherweise in den Instinkten von Lebewesen verankert ist, die nicht mit uns kommunizieren oder uns Nachrichten hinterlassen - so, wie vermutlich auch archaische "Natur-Menschen" noch mehr Zugang zur "Natur" und anderen Dimensionen hatten, als die heutigen...). Der materialistische Rationalismus ist ein Tunnelblick mit Scheuklappen, der selbst schon wieder irrational und eine Art Wissenschafts-Religion ist - die einzige Rechtfertigung des menschlichen Gehirns wäre der Versuch, das "Leben" zu erkennen und zu verstehen und es richtig zu nutzen, statt jedes Jahr ein neues Smartphone heraus zu bringen und den ehrfürchtig erstarrten Artgenossen einzureden, sie seien bedeutungslose Staubkörner im unendlichen Weltall (vgl. z.B. "Eine überschätzte Spezies" von Duck Factory/Arte) und dumpfe Klötze im eleganten Quanten-Universum...

Immerhin "leben" wir (noch) und haben ein Bewußtsein und einen Geist - und vielleicht sogar eine Seele, wie vielleicht auch alle andern Lebewesen und alle Materie oder sogar die ganze Welt: was kümmern mich hypothetische grüne Männchen auf Millionen Lichtjahre entfernten "Exo-Planeten" oder Nanosekunden lang "existierende" Elementar-Teilchen, wenn es wenigstens hier auf der Erde eine "Weltseele" gibt? Ich muß mich nichtmal in einen aussterbenden Wal oder in eine gestreßte Mimose hinein versetzen und mich nicht selbst heuchlerisch für alte Fehler der Menschheit geißeln, um die "Weltseele" zu spüren: die Welt ist (mit Schopenhauer gesagt) meine Vorstellung und mein Wille - es kommt nur drauf an, die richtige Vorstellung und den richtigen Willen zu haben.

Sonntag, 24. Oktober 2021

Das Schweigen der belämmerten Linken

Während die Posten-Schacherer von "SPD", "FDP" und Ex-"Grünen" schwammig, aber zufrieden grinsend, von allgemeiner "Kompromiß-Bereitschaft" säuseln (was nichts Gutes für die Zukunft verheißt), hüllt sich die vom "Wahl"-Ergebnis beleidigte "Linke" in Schweigen: sie müßte ja sonst auch die eigene "Kompromiß-Bereitschaft" zwecks Beweis der "Regierungs-Fähigkeit" (EU, NATO, Rüstung, Militär-Einsätze, Sanktionen, Pro-Zionismus, "Corona"-Maßnahmen, "marktkonforme Demokratie" usw.) im Nachhinein als Fehler anerkennen...

Also wird es bis auf weiteres keine funktionierende kritische Opposition im Bundestag geben, und auch keine "APO", denn von den übrigen linken Splitter-Parteien wird man bis zur nächsten Wahl auch nichts mehr hören - die System-"pragmatischen" neuen Führer der "Linken" hoffen lieber weiter auf eine "FDP"-Rolle im Parlamentarismus und verschwenden Zeit und Energie bevorzugt mit dem Abservieren alter linker Gallions-Figuren wie Lafontaine, Wagenknecht, Dehm usw.: der Verräter-Weg der "Sozial-Demokraten" und der "Grünen"...

Auch "Aufstehen" von Wagenknecht u.a., "DIEM 25" von Varoufakis u.a. und "Die Basis" haben sich als Totgeburten erwiesen, und aus den französischen "Gelbwesten" und "La France insoumis", der italienischen "5-Sterne-Bewegung", der griechischen "Syriza" und der spanischen "Podemos" ist die Luft raus, obwohl der Ernst der Lage nicht abgenommen hat: es zeigt sich, daß der "nationale" und der "parlamentarische" Rahmen ungeeignet für grundlegende Veränderungen sind - das einzig Erfolg-versprechende Mittel wäre breiter und solidarischer ziviler Ungehorsam, also offiziell "kriminelles" Verhalten, und Aushalten von dessen Konsequenzen (die "heroischen" Dissidenten in Weiß- und sowieso Rußland behaupten ja z.B. alle, daß sie vor Knast keine Angst hätten...).

Die Frage ist eigentlich, was überhaupt noch "links" ist: die "SPD" ist es seit Ebert/Noske und spätestens seit dem "Godesberger Programm" (1959) nicht (mehr), die "Grünen" sind es spätestens seit der Regierung Schröder/Fischer und der "Agenda 2010", sowie der Bombardierung Serbiens nicht (mehr), und die "Linke" ist es spätestens seit den "rot-rot-grünen" Koalitionen in Thüringen und Berlin nicht (mehr), und die kleinen marxistischen Organisationen leninistischer, maoistischer oder trotzkistischer Prägung sind es mangels praktischer Bedeutung eben so wenig...

"Links" sind im Grund nur noch undogmatische Konsum-, Kommunikations- und Karriere-Verweigerer, Propaganda-resistente Allgemein-Skeptiker und nicht korrumpierbare Alltags-Hedonisten, deren unorganisierbarer Individualismus leider bisher ebenfalls (noch) keine praktische Bedeutung hat - aber auf lange Sicht "ist Anarchie machbar, Herr Nachbar": siehe meine ersten zeitlosen Einträge in den Jahren 2009/2010.

Samstag, 23. Oktober 2021

Scheiß auf Äthiopien und seine "Befreiungsfronten" !

 Äthiopien ist ein Mythos, im Guten, wie im Bösen:
- es ist "einer der ältesten christlichen Staaten", was auch immer das besagen will (heute über 40% amharisch-orthodoxe und andere "Christen")...
- es ist der einzige nie kolonisierte Staat Afrikas...
- es ist, wie alle Staaten Afrikas und der kolonialisierten Welt, ein Viel-Völker-Staat mit allen dazu gehörigen Problemen...
- es gehört zu den Ländern, in denen die barbarische Frauen-Beschneidung praktiziert wird...
- es hat schon alle bekannten Regierungs-Formen durch - will sagen: alle oligarchischen und plutokratischen von Stammes-Häuptlingen über "Kaiser" und kommunistische Kader bis zur Pseudo-"Demokratie"...
- es hat die frühesten und "spektakulärsten" Hungersnote Afrikas erzeugt...

Wie auch immer Äthiopiens Grenzen historisch entstanden sein mögen - nach dem 2. Weltkrieg hat es sich jedenfalls die zeitweilige italienische Kolonie Eritrea einverleibt und Jahrzehnte lang die eriträische Befreiungs-Front bekämpft und nach deren Erfolg einen Dauer-Grenzkrieg mit Eritrea geführt.
Für dessen Beendigung erhielt der äthiopische Staats-Chef Ahmed (Moslem?) 2019 den Friedens-Nobelpreis, um ein Jahr später (und immer noch) gleichermaßen die Befreiungsfront von Tigray (die Grenzregion zu Eritrea) militärisch zu bekämpfen (vgl. den Friedens-Nobelpreis für den späteren Drohnen-Killer Obama)...

Eritrea hat für zahlreiche Kriegs-Opfer und -Flüchtlinge eine restriktive oligarchische Kader-Regierung "gewonnen", und das gleiche blüht Tigray, falls die "Befreiungs-Front" siegt, die derzeit ebenfalls zahlreiche zivile Kriegs-Opfer und -Flüchtlinge, sowie eine drohende Hunger-Katastrophe in Kauf nimmt: man fragt sich sowohl, warum die Tigray-Separatisten, als auch warum die äthiopische Zentral-Regierung die Kontrolle über solche hoffnungslos "verbrannte Erde" haben wollen - wie eigentlich überall in Afrika (und auch anderswo) werden hunderttausende Menschenleben einem "nationalen" und "territorialen" Mythos geopfert, der an der (un-)menschlichen Wirklichkeit null und nix ändert (und wenn er´s versuchte, wie in Person von Lumumba im Kongo, von Allende in Chile oder von Sankara in Burkina Faso, dann würde die betreffende Person erfahrungsgemäß unter der Regie westlicher Geheimdienste ermordet...).

Äthiopien ist ein frustrierender Zeitraffer der Geschichte der "westlichen Zivilisationen" samt all ihrer negativen Folgen, und der heutzutage hauptsächlich noch bekannte "Kaiser" Haile Selassie ein alberner Popanz (wie der "Schah" von Persien oder Bokassa in der Zentral-Afrikanischen "Republik"), den nur noch bekiffte "Rastafari" (quasi die afro-karibischen "Reichs-Bürger") ernst nehmen...

Und die anti-äthiopischen "Befreiungs-Fronten" sind nur ein Abklatsch der weltweiten plutokratischen Bestrebungen, regionale oder ethnische Autonomie-Forderungen für ihre eigene Nomenklatura auszubeuten: von der französischen und US-amerikanischen über die bolschewikische und alle 3.-Welt-"Revolutionen", sowie die post-sowjetischen Autokratien, bis hin (aus unterschiedlichen Gründen) zu den "Tamil-Tigers", den Sandinisten, den ukrainischen Putschisten usw. usw.

Wer von der "WTO" und der "UNO" und "U-Tube" (was inzwischen fast das Gleiche ist) ernst genommen werden möchte, hat schon verloren: Äthiopien und auch z.B. Kuba, Iran und Venezuela könnten auf "Freihandel" und die fatalen Welt-Organisationen ebenso verzichten, wie das autonome Chiapas, wenn sie auf Selbstversorgung, statt auf den "Weltmarkt" setzen würden - Ghaddafi hatte ein paar Schritte in die richtige Richtung unternommen: deshalb mußte er ausgemerzt werden - praktischerweise, ähnlich wie Saddam, durch einen aufgehetzten Mob zu Tode gefoltert, statt, wie Kenndy, direkt von Agenten erschossen... Für Äthiopen wird es entweder eine imperialistische Lösung geben, oder es wird ohne Lösung als fail state genauso aus den "Nachrichten" verschwinden, wie Syrien, der Jemen, Madagaskar, Myanmar usw.

Die "Weltgeschichte" wird langsam langweilig: sie "wiederholt sich ständig als Tragödie oder als Farce" (Marx), ohne daß es jemand zu bemerken scheint.
Faxe System.