Mittwoch, 1. Mai 2019

Eich-Maas für Lateinamerika

Außenminister Maas sieht, wie gesagt, nicht nur aus wie Eichmann, er beschädigt auch das Ansehen Deutschlands und der Deutschen (falls man das heute überhaupt noch so nennen will) in der Welt nicht weniger als Eichmann, dieser Prototyp des verinnerlichten inhumanen preußischen Kadaver-Gehorsams.
Maas macht auf Steuerkosten eine kleine Rundreise durch den nach seiner Ansicht außerhalb Europas "demokratischsten Teil der Welt", ungeachtet dessen, daß dieser Teil der Welt grade einem rechts-konservativen neoliberalen Roll-Back unterworfen ist (den undemokratischsten Teil der Welt, Saudi-Arabien und die Emirate, kennt er ja als "Freund") - an "demokratischen Verbündeten" besucht er in erster Linie die neofaschistische Regierung Brasiliens und die rechts-konservative Kolumbiens, bei welcher Gelegenheit er auch die venezolanische "Opposition", also die neoliberalen Konter-Revolutionäre, treffen will, deren Vorzeige-Chicago-Boy Guaido die Bundesregierung völkerrechtswidrig als venezolanischen "Übergangspräsidenten" anerkennt - den (jedenfalls nach gängigen Maßstäben legal) amtierenden Präsidenten Venezuelas zu treffen, weigert er sich dagegen Trump-mäßig (vielleicht könnte Maas sich wenigstens, wie Trump, mit Nord-Korea-Kim treffen: da geht´s wenigstens nicht um Öl).
Das ist so, als würde der deutsche Außenminister auf Staatsbesuch in Frankreich nicht Macron und seinen Außenminister, sondern nur Marine Le Pen besuchen... Mir sind solche diplomatischen Feinheiten ja egal (ich fände ein Streitgespräch mit Le Pen allemal interessanter, als eins mit dem aalglatt-schmierigen Bankster Macron...), aber es ist doch bezeichnend, was der Willy-Brandt-Leugner Maas da wieder mal ganz offen kundtut: seit dem anfänglichen seichten Hoffnungsschimmer Brandt / Bahr (jedenfalls vor den Berufsverboten 1972) gibt es in Deutschland keine "Sozialdemokraten" mehr, sondern nur noch eine gesamtdeutsche neofeudale Polit-Kaste, der sich die "Grünen" schon lange und auch die "pragmatische" Mehrheit der "Linken" angeglichen haben - von der (außer "Rheinländer rein!" und "Kein Herz für Inder!") programmlosen "AfD" ganz zu schweigen.
Der furchtbare Jurist Maas ist jedenfalls die häßliche Fratze der deutschen Finanz-Hegemonie in Europa und der NATO-treuen Weltordnung, seit das Hängebacken-Merkel selbst in Griechenland als Hitler-Bärtchen-Trägerin ausgedient hat.
Vielleicht sollte man solche psychopathischen Wichtigtuer garnicht so ernst nehmen und besser bis zur Bedeutungslosigkeit ignorieren, aber solange eine Mehrheit noch brav dem medial aufbereiteten Geblubber dieser Figuren lauscht und darüber rumsinniert, als hätte es was zu bedeuten, kann man nur mit Captain Beefheart sagen: "It makes me angry, so angry!"

Mittwoch, 24. April 2019

Europa, Unsere Liebe Frau (oder "Der Glöckner von Notre Dame")

Am 18.4.2019 veröffentlichte die "Süddeutsche Zeitung" die Übersetzung des "wehmütigen Briefes" eines gewissen Olivier Guez (zeitgleich im französischen "Nouvel Observateur" erschienen) unter dem schmachtenden Titel: "Ach Europa, Deine Symbole".
Was stammelt dieser Guez da populär-symbolistisch vor sich hin? Seine "langjährige Geliebte Europa" ist für ihn offenbar genauso eine Blase, wie für die "Grünen" auf ihren aktuellen Europa-Wahl-Plakaten, oder wie für H. Manns "Untertan" das deutsche "Kaiserreich": trotz "Reichtum Deiner Kulturen" und "Charme Deiner Sprachen" will Guez kein Europa der autonomen Regionen, die ja bloß "den Mund zu voll nehmen", sondern wohl eher eine aufgehübschte EU mit historisierender Architektur und klassischer "Genie"-kultiger Banknoten-Ästhetik (obwohl er wahrscheinlich selbst weder "Dante" noch "Göthe" gelesen hat), damit das "Objekt seiner Begierde" wieder (?) als "elegante Göttin" erscheint und er nicht mehr sehen muß, daß die "zweckmäßige, häßliche, unpersönliche und glatte Architektur der EU-Paläste" der ehrliche Ausdruck des neoliberalen Zweck- und Lobby-Verbandes EU ist, ebenso wie die "sechsköpfige Hydra" der EU-Verwaltung ein treffendes Bild der undemokratischen, technokratischen und partikularistischen EU-Verfassung ist.
Mit Aufhübschung ist es da nicht getan: ein im Sinn des Bürger- und Gemeinwohls funktionierendes "Europa" hat es noch nie gegeben, und folglich hat auch niemand daraus "dieses seelenlose Etwas gemacht" - es war seit der "Montan-Union" ein militärisch-industrieller Komplex, dem aus Marketing-Gründen "Städte-Partnerschaften" und ähnliches angehängt wurden, um die erste (inner-europäische) Globalisierung, also "Gastarbeiter" und Auslagerung in Billiglohn-Länder, etwas volkstümlicher zu machen und den "Ballermann"-Tourismus anzukurbeln.
Wenn "Europa" sich nicht nur, wie in der griechischen Sage und in der Börsen-Metapher, wehrlos von einem Stier bespringen lassen will, muß es eine gemeinsame soziale und ökologische Ökonomie entwickeln oder sich auflösen: mit vorgespiegelt romantischer "Völkerverständigung", einem angeblichen "global Village" auf europäischer Ebene oder einer herbei-phantasierten "kulturellen Einheit" samt ihren "Symbolen" läßt sich kein "Staat machen", solange die einzige Gemeinsamkeit die der Banken und Konzerne ist - mit Victoria Nudelman gesagt: "Fuck the EU!" (Sie hatte bloß vergessen, hinzuzufügen: "And the USA!")
Guez´s sentimentales Lamento erscheint (ohne ihn explizit zu erwähnen) nicht zufällig nach dem Dachstuhl-Brand von "Notre Dame", also von einem der klischeehaften "Symbole" von "Ach Europa" - einem Herrschafts-Monument mittelalterlich feudal-klerikaler Verschwendung von Arbeitskraft, Material, Produktivität und Menschenleben, das von einer spät-romantischen Kunstgeschichts-Schreibung zum "National-Heiligtum" erhoben wurde - ähnlich wie "Dante" und "Göthe", von denen man längst nur noch die hehren Namen kennt: bekannter ist wahrscheinlich der Film "Fuck Ju, Jöte"...
Daß "Europa" eine Chimäre ist, erkennt man ja eben schon daran, daß es seit "Akropolis", "Notre Dame", "Dante" und "Göthe" tatsächlich nichts hervorgebracht hat, womit seine Untertanen sich folkloristisch "identifizieren" könnten, sondern nur die "häßlichen Paläste" für Lobby-gesteuerte Bürokraten, den "Teuro", die entfesselten "Märkte" und einen zunehmend neo-feudalen Finanz-Kapitalismus - alles andere ist durchschaubare Propaganda und romantisierende Augenwischerei von Kälbern, die ihre Schlächter gemäß dem Bonmot sogar selber wählen und sich zuvor noch unter vorgesetzten "Symbolen" scharen, wobei es egal ist, ob es das "glatte" World Trade Center oder eine gotische Kathedrale ist: der Normal-Bürger interessiert sich weder für "Bauhaus"-Kubismus, noch für mittelalterliche Statik-Revolutionen, sondern knipst nur brav die als "Sehenswürdigkeiten" etikettierten Kulissen.
Sollen wir uns jetzt in der "besten aller möglichen Welten" fühlen, weil paar französische Milliardäre jeweils weniger als ein halbes Prozent ihrer ergaunerten Vermögen für die Rekonstruktion der touristischen Kulisse von Paris "gespendet" haben, und sollen wir glauben, daß sie die damit verbundenen ziemlich erheblichen Steuer-Vorteile nicht wahrnehmen wollen, wie sie das ansonsten seit Jahrzehnten gewohnheitsmäßig tun?
Sollen wir "Oho!" oder "Oh lá lá!" sagen, weil das alberne Macrönchen bombastisch als Kirchen-Baumeister keinen Geringeren als den ehemaligen Oberbefehlshaber der französischen Armee bestimmt hat, einen 70-jährigen 5-Sterne-General, der schon die Überfälle auf Jugoslawien und Afghanistan gemeistert hat und jetzt gleich kernig schwadroniert, er werde "alle Teilnehmer für die Schlacht mobilisieren"?
Parallel zu dieser kämpferischen Denkmals-Mobilisierung kennt auch das Macrönchen (ganz der Theater-Kaiser) jetzt "keine Parteien und Gelbwesten mehr, sondern nur noch Franzosen" bzw. Welt-(kulturerbe-)bürger, und immerhin sind nach dem Brand seine miesen Umfragewerte erstmal wieder gestiegen...
Was natürlich nicht heißt, daß sein Staatssekretär persönlich Brandbeschleuniger versprüht hat, um die Lage vor der Europa-Wahl zugunsten des Macrönchens zu dramatisieren, aber trotzdem kann man sich (wie Natascha Ochsenknecht - s .z.B./www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.notre-dame-ochsenknecht-culcha-candela-und-co-kritisieren-millionen-spenden.39b81eb8-5228-45b9-a656-e6797eb9e23c.html) wundern, wie sie es immer wieder schaffen, daß "Symbole", in diesem Fall ein heimeliger Haufen Steine, mehr Menschen und Geld bewegen, als der Haufen echter Probleme, den z.B. die Gelbwesten anprangern: angesichts einer in "Oben" und "Unten" zerfallenden Gesellschaft hat es was von archaischem Fetischismus, über "Symbole von nationaler Identität" zu räsonnieren - Notre Dame ist ein angenehmerer Anblick, als alle architektonischen Pariser Großprojekte der letzten Jahrzehnte (und als das World Trade Center), und es ist schön, daß die Kirche nicht Haussmann zum Opfer gefallen ist: das reicht doch schon.

Freitag, 8. März 2019

Hände weg von Venezuela ! (Und von Kuba und Nord-Korea !)

Langsam kapiert´s doch jeder: Venezuela soll genauso an den US-dominierten weltweiten Neoliberalismus verscherbelt werden, wie die neuerdings rechts-konservativ bis faschistisch regierten Staaten Kolumbien, Chile, Argentinien und Brasilien, in denen zur Zeit alle sozialen  Hoffnungs-Signale der "bolivaristischen" linken Reformen wieder rückgängig gemacht werden...
Seit z.B. die Lula-Partei in Brasilien von Rechtsradikalen weggeputscht wurde, haben die US-Öl-Konzerne wieder die Hand auf drei Vierteln der brasilianischen Energie-Reserven.
Die USA wollen "humanitäre Hilfe" einem Land bringen, das sie seit langem ökonomisch durch "Sanktionen" und mithilfe von IWF und Weltbank in die Kniee zwingen, weil es die weltweit größten Erdöl-Reserven hat? - Nun, die einfachste und billigste Hilfe wäre ein Beenden der Embargos ! (siehe https://kenfm.de/Standpunkte--venezuela-das-aktuelle-opfer-eines-angriffskriegs/)
Natürlich sind "Sanktionen" ein Mittel zur Destabilisierung, wovon nicht nur Kuba seit langem ein Lied singen kann: auch Nord-Korea soll nach Vorstellung des US-Hegemons erstmal alle Forderungen erfüllen, bevor man an Aufhebung der "Sanktionen" auch nur denkt - der Post-Punk aus Pjöngjang läßt sich zum Glück nicht so leicht beeindrucken.
Der deutsche Außenminister von der Maas bis an die Memel (und an den Jordan) "anerkennt" im Gefolge der US-Plutokratie deren "selbsternannten Übergangspräsidenten" für Venezuela, als würde ihn das überhaupt was angehen (so, wie sein Vorgänger Steinmeier auf dem Kiewer Maidan mutig schon mal vorab die rechten ukrainischen Putschisten "anerkannt" hat...) - was anderes wär es, wenn sich z.B. die "Goldman-Sachs"-Bankerin Weidel ("AfD") zur deutschen "Übergangskanzlerin" ernennen würde und (natürlich) von den Regierungen der USA, Österreichs, Polens, Ungarns und Brasiliens "anerkannt" würde: dann dürfte und müßte Maas sich äußern - und natürlich würde er auch in diesem Fall mit eisiger Eichmann-Miene dem US-Beispiel folgen...
Nun, wen interessieren schon von der Maas bis an die Weidel und ihre weltweiten Konsorten mit ihrem orwellschen Gelaber? Zu allererst geht es, ob in Berlin oder Caracas, Athen oder Pjöngjang gegen den globalen Neoliberalismus und Militarismus, und dann sehen wir mal weiter.
Alle Regierungen sind illegitim und korrupt, und es ist ein Witz, wenn sie über einander "urteilen": Maduro und Assad sind genauso "gewählt", wie Merkel, Macron, Trump und der brasilianische Faschist - die ersteren kämpfen gegen eine marktradikale bzw. radikalislamistische "Opposition", die letzteren gegen eine soziale, anti-militaristische und ökologische: soll man da den letzteren glauben, sie wollten die ersteren durch was Besseres ersetzen? (Ich ziehe die Frage zurück: war nur ein Scherz...)
Auch wenn "wir" uns auf immer niedrigerem (aber weltweit noch hohem) Jammer-Niveau mit den oligarchischen Verhältnissen zumeist abgefunden haben, haben noch ärmere Schweine nach wie vor das Recht, solche Verhältnisse abzulehnen, auch wenn das dem neofeudalen Welt-Establishment nicht paßt - angesichts der permanenten schmutzigen Propagandaschlachten und verdeckten Kriege der untergehenden "Neuen Welt-Ordnung" könnte man "humanitäre Absichten" fast am ehesten noch dem kleinen Post-Punk aus Pjöngjang unterstellen: wieviele Lügen werden uns eigentlich über den erzählt?

Dienstag, 19. Februar 2019

Kennst Du "Malefiz"? Na wunderbar: dann bist Du bereits konditioniert!

"Malefiz" ist eine brutalisierte und für kapitalistisch konditionierte Individuen sehr vergnügliche Erweiterung von "Mensch-ärgere-dich-nicht", eine Art abstrakt-verharmlostes "Monopoly" oder "Risiko", was ja beides stupide kapitalistische bzw. militaristische Spiele sind.
Alle diese Spiele lehren uns, daß es künstliche Regeln gibt, an die wir uns halten sollen oder sogar bei Androhung von Strafe halten müssen, wie albern sie auch scheinen mögen: z.B, stehen zu bleiben, bis man eine 6 würfelt, oder vor einer leeren Straße stehen zu bleiben, bis die Fußgänger-Ampel grün wird...
Gleichzeitig lernt man bei "Malefiz", wie bei kapitalistischen und militaristischen Spielen und der entsprechenden Wirklichkeit, daß Anfangs-Erfolge sich potenzieren und es am Ende gut US-puritanisch heißt: "Alles für den Gewinner!" Nicht umsonst heißt eines dieser Spiele "Bananen-Republik": da kann man mal den inneren Schweinehund so richtig von der Leine lassen und all das tun, wovon man in der Zeitung liest, daß es die "oberen Zehntausend" ständig tun: nämlich sogar die "Monopoly"- und "Risiko"-Regeln ignorieren.
Wer sowas als Freizeitspaß auffaßt, hat das Zeug zum Analcharakter und gehört eigentlich auf die weltgrößte "Waffen-Messe", die derzeit (natürlich) in den Vereinigten Emiraten stattfindet - leider sind allerdings die Pöstchen der mit Rüstungs-Milliarden um sich werfenden Befrackten, Uniformierten oder feudelbedeckten Despoten schon vergeben: ein bißchen Einfühlungsvermögen in deren Denkweise kann trotzdem nicht schaden, damit man nicht aus allen Wolken fällt, wenn mit den angesammelten Arsenalen kurzerhand mal wieder ein Land (wie Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen und demnächst vielleicht Venezuela) überfallen wird.
Da nützt es schon, diverse Spielanleitungen und -regeln zu kennen, z.B. die bekannt gewordenen "Manuals" der US-Armee zur Destabilisierung mißliebiger Staaten durch geheimdienstliche Terror-Anschläge ("Gladio" usw.), oder durch Wirtschafts-Sanktionen und Maßnahmen von IWF und Weltbank, und letztlich durch Krieg - wer die Spielregeln erfunden und aufgeschrieben hat, bestimmt eben den Spielverlauf: erste Regel ist, daß Waffenproduktion "Arbeitsplätze" und Profite sichert, zweite, daß daher Rüstungs-Haushalte erhöht werden müssen, dritte, daß Waffen verschleißen oder "veralten" und Munitionen verbraucht werden müssen, vierte, daß man dazu Konflikte erzeugen oder anheizen muß, notfalls durch Aufrüstung eines potentiellen Gegners (Irak, Al Qaida, IS...), und fünfte, daß das Völkerrecht zu diesem Zweck außerkraft gesetzt werden darf.
Der brave steuerzahlende Spiele-Fan nimmt diese Regeln für bare Münze und wahres Leben, genau wie er sich am abendlichen Spieltisch brav an die "Malefiz"-Regeln hält, als wären die für 2 Stunden das wahre Leben...
"Malefiz" kommt von "Maleficium", und "Maleficien" sind die "Bosheiten" oder "Untaten", die die sexual-neurotischen "Hexen"-Massakrierer der Gegen-Reformation (sowie der Reformation) in der frühen "Neuzeit" den Kräuter-Heiler(inne)n zur Last legten - in erster Linie Empfängnis-Verhütungs- und Abtreibungs-Wissen (vgl. Heinsohn / Steiger: "Die Vernichtung der Weisen Frauen"), das der (Er-)Zeugung pauperisierter proletarischer Reserve-Armeen widersprach - die Spielregeln waren einfach einer Legenden-Sammlung palästinensischer Wüsten-Nomaden entnommen: dem "Alten Testament", das damals (und bei US-Fundamentalisten und von ihnen missionierten Latinos, Afrikanern und Asiaten bis heute) an den Spieltischen galt.
Solange wir (jedenfalls in den Metropolen und in gewissen Zirkeln) säkulare und aufgeklärte Europäer noch "Malefiz"(oder das mittelalterlich entschärfte Neo-"Monopoly" namens "Siedler", das sogar "Revolutionäre" mögen) spielen und nicht wirklich glauben, daß es eine Alternative zum kapitalistisch-militärischen Komplex gibt, gibt es keinen Grund, überheblich auf Kreationisten und Schrift-Gläubige, geschweigedenn auf "primitive" Traditionalisten herabzusehen: wir akzeptieren vorbehaltlos die künstlichen Regeln der Rationalisierer, Utilitaristen, Positivisten, Materialisten, (Sozial-)Darwinisten, Zentralisten und Militaristen, ohne uns zu fragen, was das mit unserem wahren Leben zu tun hat: also mit Fressen, Saufen, Vögeln und solidarischem Herdentrieb...

Montag, 11. Februar 2019

Goodbye Lenin: eine echte große Revolution (also Liberté, Egalité, Fraternité) hat es in der Geschichte leider bisher nicht gegeben....

Sowohl die "glor"-reiche (US-)"Amerikanische", als auch die vielgerühmte "Französische Revolution" waren letzten Endes nichts anderes, als kapitalistische Staatsstreiche, so wie die bolschewistische "Revolution" ein StaMoKap-Staatsstreich war (auch wenn die beiden letzteren im Gegensatz zur ersten ein gewisses Potential hatten, das sie aber mit zentralistischer Arroganz und Brutalität verspielt haben...) - ganz zu schweigen von der "Industriellen", der "Grünen" oder der "Digitalen Revolution", die alle den Plutokraten genützt haben... Und ganz zu schweigen von den postkolonialen "Revolutionen" (einschl. China), die in oligarchisch korrupten oder ethnischen bzw. religiösen Katastrophen geendet haben oder von der kapitalistischen "Weltpolizei" drangsaliert oder gleich beendet wurden (während China den bauern-schlausten StaMoKap-Weg einschlägt)...
Alle wirklich revolutionären Ansätze, vom römischen Spartakus-Aufstand über die englischen "Leveller"-Bewegungen und die deutschen Bauern-Erhebungen (1525) bis zu den "Revolutionen" des 19. Jh.s, die Pariser Commune (1871) und die deutschen Räterepubliken (1918/19), wurden von "weißem" (eigentlich sado-schwarzem und blut-rotem) Terror nieder-massakriert: d.h. von der militärisch überlegenen Söldnermacht der Herrschenden, wie sie sich auch nach dem 2. Weltkrieg noch in vergleichsweise "zivilisierter" Form  gegen Linke, Kriegs-Gegner, Umweltschützer, Hausbesetzer und weltweite "Globalisierungs"-Gegner  gezeigt hat und gerade wieder in der brutalen Polizei-Gewalt gegen "Gelb-Westen" in Frankreich zeigt.
Bei allem Respekt vor den "Gelbwesten" fällt mir kein anderes erfolgreiches Beispiel ein, als die Zapatisten in Chiapas (Mexiko), und die bedienen sich einer zwar lokalen, aber ganz realen paramiltärischen Organisation, die angesichts "genehmigter Demonstrationen" jedem heutigen europäischen Salon-Linken wie eine Karl-May-Erfindung vorkommt...
Jede Erwähnung wirklich freiheitlicher und nicht-kapitalistischer Umstände, gewaltfreier und hierarchieloser Gesellschaft oder tatsächlicher Verwirklichung der allgemeinen Menschenrechte (in den USA sogar die Andeutung einer allgemeinen = "kommunistischen" Kranken-Versicherung) erzeugt in den "aufgeklärten" Herdentieren der "demokratischen" Staaten dieselbe "Underdog"-Schockstarre, wie in den Tieren von Orwell´s Parabel "Animal Farm" die geplante Auflehnung gegen die Farmer: "Aber das sind doch Menschen !" - nämlich eine gottgewollte Autorität mit Gewalt-Monopol...
In der Realität sind die "Underdogs" aber eben keine Tiere, sondern Menschen, und ihre "Halter" bzw. Unterdrücker zwar auch Menschen, aber eben keine "höher"-stehenden oder "besseren", vor denen man ehrfürchtig niederknien müßte, sondern zumeist von der Macht korrumpierte, ethisch versaute und menschlicher Werte verlustig gegangene Neo-Feudale, für die die "Französische Revolution" ebenso, wie die "Aufklärung", nur ein nützliches Märchen ist: wir leben noch im Mittelalter, auch wenn der Bluts-Adel durch den Geld-Adel abgelöst wurde, und "Ihro Gnaden" durch "Jawohl, Herr Direktor", selbst wenn man sich nach dem Beispiel der "Silicon-Valley"-Ex-Hippies inzwischen duzt - die Reichtums-Hierarchien und die grundsätzlich kapitalistischen Verhältnisse mit all ihren absurden Folgen, wie Elend, Verhungern, Kriege usw., scheinen für die Masse der menschlichen "Underdogs" immer noch unantastbar zu sein, da wir seit dem "Ende der Geschichte" (und der "Utopien") angeblich in der besten aller möglichen Welten, nämlich dem siegreichen grenzenlosen Kapitalismus leben: die Folge (oder der Erfolg) der gehirnwaschenden "Aufklärung" ist offenbar, daß die Beherrschten solange brav die Phrasen und Spirenzen ihrer Herrscher medial hinnehmen, bis ihre Situation so desolat wird, daß sie sich bei aussichtslosen Verzweifllungstaten "heldenmütig" verhaften, verurteilen oder sogar erschießen lassen...
Dabei wäre es vorher so einfach: ziviler Ungehorsam, Wieder-Aneignung von privatisiertem Gesellschafts-Eigentum, Rückzug aus der Geldwirtschaft, Generalstreik, wenn z.B. der Rüstungs-Etat erhöht werden soll (also jetzt)…
Die Herrschenden sind keine Menschen, sondern Rädchen in einem fatalen System, ihr selbstgerechtes  Gelaber (= "Nachrichten" und "Börsenberichte") hat nichts mit menschlicher Gesellschaft zu tun, ihre Währung ("Geld" und "Derivate") ist eine hohle Blase, ihre globalen Aktionen wären, außer in Bezug auf ihren Profit, völlig belanglos, wenn sie nicht schädlich für die gesamte Menschheit wären: also weg mit dem Scheißsystem - was ist daran so schrecklich bzw schrecklicher, als das herrschende System?

Sonntag, 3. Februar 2019

Venezuela Libre - Nieder mit Guaido !

Wenn sich in Deutschland von links Sahra Wagenknecht oder von rechts Alice Weidel zur "Interims-Kanzlerin" gegen Merkel erklären würden, würden Deutschland und die Welt herzlich lachen - in Venezuela dagegen kann das ein u.a. in den USA ausgebildeter rechts-konservativer Emporkömmling ernsthaft tun und bekommt sofort Schützenhilfe von den rechten Regierungen in den USA und Europa - während die plebiszitäre Sezession der russischen Krim von der oligarchisch faschistoid-nationalistischen Putsch-Ukraine als Verletzung von deren "staatlicher und territorialer Souveränität" und Grund für Sanktionen gegen Rußland ins Feld geführt wird
Das allein zeigt schon, daß an diesem Guaido was faul ist, an dieser Mischung aus Macrönchen und dem rechtsradikalen Präsidenten Brasiliens - sein Programm ist schließlich die neoliberale (Wieder-) Öffnung Venezuelas für großkapitalistische Investoren, wie überhaupt die verharmloste "Opposition" in Venezuela in erster Linie nichts weiter als eine Front der bürgerlichen Ex-Profiteure gegen die von Hugo Chavez eingeführten wirtschaftlichen und sozialen Reformen war und ist.
Das übliche Gelaber, mit der (nicht nur) in ganz Südamerika grassierenden "Korruption aufräumen" zu wollen, ist ja ein Witz: überall, wo neo-rechte Regierungen die hoffnungsvolle soziale Wende in Südamerika kaputtgemacht haben, ist es schlimmer, als zuvor, weil natürlich alte Oligarchen-Cliquen ans Ruder gekommen sind (ganz zu schweigen von den USA, wo seit der Unabhängigkeit durchgehend ein militärisch-industrieller Neo-Feudalismus herrscht, und ganz zu schweigen von den US-Jüngern und -Verbündeten, ob "demo-" oder autokratisch...).
Auch daß die Wiederwahl Maduros "nicht demokratisch" gewesen sei, ist ein Witz: abgesehen von der lächerlichen pseudo-"repräsentative-Demokratie"-Prozedur in den Industrieländern, war die Wahlbeteiligung in Venezuela natürlich genauso niedrig, wie üblicherweise bei Europa-Wahlen oder in den USA - aber nicht, weil wie in den USA die Beteiligung der "Unterschichten" erschwert ist, sondern weil die zerstrittene rechte "Opposition" mangels eines aussichtsreichen Kandidaten zum Wahl-Boykott aufgerufen hatte - Maduro wurde trotzdem (wie Assad in Syrien) wahrscheinlich (in direkter Wahl) von einem größeren Prozentsatz der Wahlberechtigten gewählt, als Merkel oder Trump (in indirekter Wahl).
Wenn die USA diesmal (im Gegensatz zu Persien, Chile, Ukraine usw.) offen mit militärischem Eingreifen drohen, um Maduro abzusetzen, hat das nichts mit der Verbesserung der Lage der unterversorgten Bevölkerung oder der Einführung von "Demokratie" zu tun, sondern mit den erwarteten Pfründen für die US-Ölkonzerne, die Guaido sozusagen als Wester-Welle wieder ins Land holen will.
Die Versorgungskrise Venezuelas haben schließlich nicht zuletzt die "Sanktionen" der USA verursacht - altbewährtes destabilisierendes Mittel bereits gegen Kuba, Iran, Syrien, Rußland… Und der Fall des Rohöl-Preises 2014 sieht ganz nach einer gewollten Schwächung der OPEC-Länder und vor allem Venezuelas aus...
Garantiert ist die venezolanische Regierung nicht weniger korrupt, als die deutsche Lobby-Parteien-Landschaft oder die exklusive US-Millionärs-Politik (vielleicht sogar so korrupt, wie alle anderen latein-amerikanischen Regierungen), und garantiert hat sie (wie die kubanische) ein paar strukturelle ökonomische Fehler gemacht - aber die Lösung besteht garantiert nicht darin, sie durch ein weiteres neoliberales Regime von "altbewährten" Oligarchen á la Guaido zu ersetzen: am kapitalistischen Wesen wird die Welt nicht genesen, auch wenn sich gehirngewaschene Yankees, Rednecks, Brits und deutsche Michel nichts anderes vorstellen können, als daß die ganze Welt, wie schon immer, seit man von "Zivilisation" redet, zum Wohl einer superreichen Minderheit organisiert wird und man sich bloß möglichst komfortabel in seiner Opferrolle einrichten muß - die Propaganda-Lügen sind doch dermaßen leicht durchschaubar, Leute ! Ein "Diktator" ist, wer bei der herrschenden Schweinerei nicht mitmacht (Castro, Gaddafi, Assad, Maduro...), und ein Diktator, der mitmacht, ist "keiner" (Saudi-Arabien, Emirate, Aserbaidschan, Kasachstan, Malaysia, Singapur, Ägypten...) - so einfach ist das, und ihr glaubt das auch noch, weil ihr selbst in der weichen Diktatur einer Schönen Neuen Welt lebt und brav deren Legenden lauscht...
Goodbye Civilization !

Dienstag, 22. Januar 2019

10 kleine Milliardärlein... (Der Aufstand der "Schußsicheren Westen" für Liberté, Egalité, Fraternité)

Jetzt hat es mal jemand ausgerechnet: in keinem europäischen Land bezahlen Großkonzerne auch nur annähernd den vorgeschriebenen Steuersatz - in Luxemburg bezahlen sie durchschnittlich ein Drittel der dortigen gesetzlichen Steuern, in den übrigen Ländern (einschließlich Deutschland mit der europaweit größten Schere zwischen Arm und Reich), bißchen mehr oder weniger als die Hälfte. Da es sich um die größten Konzerne mit ständig wachsenden Gewinnen handelt, kommt da schon einiges an Steuerverlusten durch legale und halblegale Tricks zusammen...
"Das kam" sogar "in den Nachrichten", ebenso wie die jährliche Oxfam-Zahl: nach anfangs 80, dann 60 und 40, besitzen derzeit nur noch 23 Multimilliardäre soviel, wie die ärmere Hälfte der Menschheit (also über 3,5 Milliarden Menschen) zusammen...
Das sind aber nur die Hyper-Milliardäre, denn gleichzeitig ist, wie man liest, die absolute Zahl der Millionäre und Milliardäre auf dem historischen Höchststand, sodaß auch der wohlhabenderen Hälfte der Menschheit (abzüglich des reichsten Prozents) noch jede Menge abhanden gekommen ist...
Diese Zahlen und das dahinterstehende neofeudal-kapitalistische System sind so geistesgestört, daß man sich einerseits nicht wundert, daß das, was volkt, mit ungläubigem Staunen wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt verharrt - andererseits sich wundert, daß europaweit quasi nur in Frankreich (und auch da nur 1% der Bevölkerung) mal jemand aus der Erstarrung aufwacht und schreit: "Jetzt reicht´s!"
Und das, obwohl die Bullen der militaristischen "Grande Nation" mit vorbildlicher Brutalität vorgehen, wenn der imperialistische "Arc de Triomphe" mit Parolen verziert wird oder ein paar Scheiben auf Luxus-Boulevards zu Bruch gehen und noch nichtmal Plutokraten-Residenzen oder -Yachten in die Luft geflogen sind, weil man da schwer rankommt...
Mit "Enragées" (also Erregten) verhandelt das gelackte Macrönchen natürlich nicht, zumal sie keinen ihm adäquaten "Chef" haben und vermutlich von "rechtspopulistisch-kleinbürgerlichem Pöbel" durchzogen sind (fragt sich bloß, wie man dann die martialisch vermummten Söldner des Systems bezeichnen soll, die (s. UTube) wie im Krieg bereitwillig mit Pfefferspray, Tränen- und CS-Gas, Gummi-Geschossen und Schock-Granaten auf ihre Landsleute zielen und schießen? - Vielleicht "faschistoider Pöbel"?).
Jedenfalls scheint klar zu sein, daß man ohne ein bißchen telegenen Krawall (dessen Sachschaden ruhig nur einen Bruchteil des Schadens durch die Finanz-Oligarchie zu betragen braucht) zu völliger Ohnmacht verdammt ist, so traurig das für die braven "legalen Demonstranten" (wie beim Berliner "Unteilbar"-Massenspaziergang) auch sein mag.
Dabei ist doch alles ganz einfach: man muß nur die selbsterfundenen Regeln des globalen Monopoly-Spiels des herrschenden einen Prozents außerkraft setzen, dieses soziopathische eine Prozent zur Umerziehung nach Guantanamo deportieren (oder meinetwegen auch in einen abgeschotteten "Club Mediterranée", wo sie weiter miteinander Sozialdarwinismus spielen können), die Realwirtschaft wieder vom Finanzdiktat befreien, das Geld wieder zum bloßen Tauschmittel (statt zur Spekulations-Ware) machen, die grotesken Vermögen der Profiteure und Shareholder sowie die relevanten Produktionsmittel vergesellschaften, sozial verträgliche Mindest- und Höchst-Einkommen und -Vermögen festlegen, Arbeit und Wohlstand gerecht verteilen, echte Bildung und Räte-Demokratie einführen und bedarfsgerecht und ökologisch produzieren und "dienstleisten" - und schon sind alle Probleme (Armut, Hunger, Kriege, Umwelt, Klima usw.) gelöst, abgesehen vom Abarbeiten von paar Jahrhunderten Schindluder, das unsere Vorfahren gedankenlos betrieben haben: damit ist leider schon genug zu tun - Scheiß auf Big Data, Nanobiochemie, die Rückseite des Monds oder erst recht den Mars, ganz zu schweigen von Exo-Planeten und Higgs-Teilchen...
Wir fahren den Karren sehenden Auges gegen die Wand, wenn es nicht bald einen Aufschrei gegen den grassierenden Wahn- und Schwachsinn gibt - was sind schon ein paar zerdepperte Bank-Filialen-Scheiben gegen das alltägliche Verbrechergeschäft eben dieser Banken?
Hauptsache ihr "Empört euch!", wie der leider verstorbene greise Humanist S. Hessel zuletzt noch ungebrochen empfohlen hat!