Mittwoch, 29. Oktober 2025

Journalisten machen sich mithilfe von "KI" selbst überflüssig

Am 22.10. veröffentlichte der "Spiegel"-Redakteur S. Reiber "seinen" Artikel über die Entlassung der DB-Güterverkehrs-Chefin auf "Spiegel-onlein", den er offenbar von einer "KI" hatte schreiben lassen - er vergaß, das nette Angebot der "KI" am Ende zu löschen: "Wenn du magst, passe ich Ton und Detail-Tiefe (z,B. nüchterner Nachrichtenstil vs. magaziniger), oder...[usw.]"

Der "Spiegel" löschte die Zeilen mit der Erklärung, das sei der "Hinweis eines KI-Tools" gewesen, "das wir gelegentlich zur Überprüfung unserer eigenen Texte einsetzen" und sei "entgegen unseren Standards" leider mit veröffentlicht worden, "bevor [der Artikel] gründlich von einem Menschen gegengelesen wurde".

Nun, da hat der 1997 geborene "Autor" wohl schon in der "Journalisten"-Ausbildung seine seit der Grundschule geübten "copy/paste"-Fähigkeiten eingesetzt und erleichtert sich jetzt die Arbeit in gleicher Weise - beim begleitenden "Aperol" klickt er dann offenbar manchmal zu früh auf "paste"...

Ein anderer "Autor" hatte vor einiger Zeit mal eine belanglose 4-Zeilen-"Meldung" veröffentlicht und "ehrlicherweise" darunter geschrieben: "Dieser Text wurde mithilfe einer KI erstellt": können die "Qualitäts-Journalisten" nicht mal mehr zwei Sätze eigenständig formulieren, geschweige denn ein paar mehr Sätze über die simple Entlassung einer Bahn-Managerin?

Daß die "KI" in Zukunft solche "Experten" gnadenlos arbeitslos machen wird, ist nicht das Schlimme, sondern daß man davon ausgehen muß, daß immer mehr "Nachrichten" in Zukunft von un-menschlicher und Erfahrungs-, Gefühl-und Empathie-loser "KI" stammen werden...

"Don´t let the past remind us of what we are not now!" (Crosby, Stills &Nash: "Suite: Judy blue eyes", 1969)

Montag, 27. Oktober 2025

Argentinien: das Volk "wählt" gegen sich selbst

Abgesehen davon, daß fast ein Drittel der "Wahl"-Berechtigten nicht zur "Wahl" kam, hat der Rest mehrheitlich die Verschärfung seiner eigenen Misere "gewählt": Mileis finanz-radikaler Sparkurs hat zwar die Inflation etwas gebremst, aber was nützt dieser plakative Trugschluß bei steigender Arbeitslosigkeit und Pleiten, Privatisierungen und Monopolisierungen, Kürzungen von Subventionen, Förder-Maßnahmen und in allen sozialen Bereichen, usw.? Es nützt nur den Reichen und der Anleihe-Bewertung durch die US-"Rating-Agenturen" und den IWF, sowie dem zumeist per "Dekret" regierenden Milei, der nun zumindest eine Sperr-Minorität im Parlament hat...

Der korrupte Milliardär und Kettensägen-Schwinger ist nichts weiter, als ein Parade-Beispiel für die Unterordnung einer "Volks"-Wirtschaft unter die Diktatur der globalen Finanz-Industrie, unterstützt durch Milliarden-Versprechen von Trump, von denen die oberen Mittel-Klasse-"Wähler" wohl vergeblich hoffen, daß eine Handvoll $ davon auch für sie abfällt: "Wenn ihr Milei wählt, kriegt Argentinien 40 Milliarden $!" - das ist nicht zum erstenmal eine konkrete Wahl-Beeinflussung durch die USA, und nicht unbewiesenes schwammiges Gewäsch von "hybrider Wahl-Beeinflussung" durch Rußland...

Aber warum sollten die Argentinier auch schlauer sein. als die Europäer, die genauso dumm und stoisch ergeben der Umwandlung ihrer Lebenswelt in ein "Monopoly" des Finanz-Kapitalismus zuschauen?*

Offenbar sind in Argentinien hauptsächlich die, die ständig gegen die zunehmende Verarmung auf die Straße gehen, nicht zur "Wahl" gegangen.
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* siehe z.B. J. Vogl: "Kapital und Ressentiment" (2021)

Trump mit knappem Lendenschurz, sein Clown Milei mit Balken* vorm Genital (Freiwillige Selbst-Kontrolle: freigegeben ab 6 Jahren)

Wer´s lang hat, läßt´s lang hängen: reichte nach all den Kettensägen-Massakern wohl grade noch für einen Besuch beim Kinderschänder Jeffrey Epstein... Wer kann solche Piepmätze ernst nehmen?

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Milei erinnert an das alte satirische Experiment, herauszufinden, ob das, was volkt, "Google Street View"-Agenten für ein "Interior View" brav in ihre Wohnung lassen würde: einige taten es, weil sie glaubten, "Google" sei dazu "ermächtigt" und man könne sich nicht weigern, andere als man ihnen anbot, sie könnten während der Aufnahmen eine schwarze Pappe vor ihr Gesicht halten... (leider find ich den link nicht... War es von der "Partei"? Danke für evtl. Hinweise)

Samstag, 25. Oktober 2025

Ein typischer Ex-"Linker" ist für die "Wehrpflicht"

Der 76-jährige ex-"Welt"-Redakteur und "Zeit"-Autor Alan Posener, britisch-deutscher Sohn des brillanten deutsch-jüdischen Architektur-Historikers Julius Posener, Anfang der 1970er-Jahre im "Wehrdienst"-befreiten West-Berlin maoistischer Kader der "KPD-AO" (vgl. Trittin & Co.), tritt nun für die "Wehrpflicht" (auch für seine Enkel*) ein (Wehrdienst: Am Ende stiftet das noch Einheit - Posener in der "Zeit") - einerseits Staats-Propaganda-treu "wegen Putin", andererseits wegen seiner Kindheit in Malaysia, "wo Großbritannien einen erfolgreichen Krieg gegen kommunistische Guerillas führte" und ihn begeisterte, sowie wegen jüdischer Verwandter, die patriotisch Pflicht-bewußt an den israelischen Kriegen teilnahmen (und angeblich trotzdem für Frieden waren), während er gleichzeitig seine "kurze" Hippie-Phase hatte und bequem Lennon´s "Imagine" lauschte, was ihm im Nachhinein ein schlechtes Gewissen zu verursachen scheint, das seine Enkel jetzt ausbaden sollen - aber immerhin mit der "Kommiß"-Idylle, daß das Militär (zumindest laut seinen israelischen Vettern) die große Klassen-übergreifende "nationale" Solidarität befördere (der muskulöse Prolet trägt angeblich hilfsbereit den Tornister des bleichen Intellektuellen, statt ihn zu verachten?), obwohl er "großgeworden" sei mit Brandts Parole "Nicht das Militär, sondern die Schule ist die Schule der Nation".

Ähnlich widersprüchlich und wirr ist sein ganzes Leben als verirrter Ex-"Linker": er schrieb Biographien von Lennon, Shakespeare, Presley, der "Muttergottes" Maria und von John F. und Jaqueline Kennedy, er schrieb gegen Ratzinger als "Papst Benedikt" genauso an, wie Stammtisch-mäßig gegen die Umbenennung der Berliner Kochstr. vor dem "Springer"-Hochhaus in Rudi-Dutschke-Str. (weil Dutschke ein "Anti-Kapitalist" und "Anti-Liberaler" gewesen sei), er ereiferte sich gegen den "Bild"-Chef Diekmann genauso, wie für den ukrainischen "Euro-Maidan"-Putsch...

Posener jr. profitiert natürlich vom Namen seines zu recht berühmten Vaters, aber tausende solcher Nieten (vor allem solche, die ihre "Jugend-Sünden" bereuen) werden gern in den Mainstream-Medien als "Experten" oder "Influencer" veröffentlicht, nach dem Motto: "Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist war, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn." - ob das nun von Burke oder Clemenceau, von Shaw oder Churchill oder sonstwem stammt: es ist die spät-bürgerliche Resignation der menschlichen Vernunft vor der Gewalt der "Ökonomie" und vor der Logik des Krieges, sowie letzten Endes vor der "Digitalisierung" und der sogenannten "Künstlichen Intelligenz" - also Spenglers "Untergang des Abendlandes" durch den seit 35 Jahren staatlich propagierten "Tod der humanistischen Utopien", die in Europa von den Bauern-Kriegen bis zur Revolution von 1918 immer blutig nieder geschlagen wurden, und die 1989 von "Wir sind das Volk!" mit zeit-gemäßerer Schöne-Neue-Welt-Gewalt in "Wir sind ein Volk!" und schließlich in "Wir sind, was volkt!" um-doktriniert wurde.
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* vgl. dagegen das Vonderleychen & Co.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Wacht auf, Verdummte dieser Erde: Gesinnungs-Polizei droht!

Ein "Welt"-Kolumnist namens Bolz hat einen "taz"-Artikel über Höcke mit dem Sub-Titel "Deutschland erwacht!" auf "X" kommentiert mit  „Gute Übersetzung von ‚woke‘: Deutschland erwache!“

Irgendwer denunzierte ihn darauf bei der "Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI)" des "BKA", das eine Haus-Durchsuchung bei Bolz anordnete - wegen „des Verdachts auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“: "Deutschland erwache!" sei nämlich eine "SA"-Parole (hätt ich auf die Schnelle nicht gewußt...*) und somit genauso verboten, wie das "Existenz-Recht Israels" zu bestreiten, oder in Rußland die "Spezial-Operation" in der Ukraine "Krieg" zu nennen...

 (Hinweis für das "BKA"/"ZMI": vor einiger Zeit schrieb ich hier in Anspielung auf Göbbels und Pisstorius: "Wollt ihr etwa nicht den totalen Krieg, ihr Pazifisten-Schweine?" und habe historische Gründe gegen das "Existenz-Recht Israels" erwähnt - Ich bitte, von einer Haus-Durchsuchung trotzdem abzusehen, da die Tat-Beweise bereits bei "BND" und "NSA" gespeichert sind. Mit unfreundlichen Grüßen... - P.S.: Ist die "KPD"-Parole "Wacht auf, Verdummte dieser Erde!" eigentlich auch "verboten"? Und was ist mit der Ossi-Parole "Wir sind ein Volk!", die bekanntlich in "eine Republik, ein Kohl" mündete?)

Bolz war geständig, wunderte sich aber über die krasse Reaktion auf seinen "Witz" - und in der Tat ist ja die hübsche Ironie seines Kommentars nicht zu übersehen. Aber Ironie scheint heutzutage in Deutschland genauso gefährlich zu sein, wie in Rußland (in D-Land werden ja sogar schon die "Staats-Räson"-treuen öffentlichen und privaten Mainstream-Medien als "unerträglich links-lastig" bezeichnet, und die georgische Regierung, die seit ihrem Überfall auf Süd-Ossetien und dem Eingreifen Rußlands keinen diplomatischen Kontakt mehr mit Rußland hat, als "pro-russisch"...**).

Bolz ist kein Höcke, aber inzwischen muß offenbar jeder Bürger aufpassen, was er sagt und vor allem schreibt: nicht nur Minister setzen Anwalts-Kohorten auf die Durchforstung der "sozialen Medien" nach "Wut-Bürgern" ein, um sie massenweise zu verklagen, sondern das gesamte System arbeitet mit Zuckerbrot und Peitsche an der gleich-geschalteten Meinung - nach links gegen jede anti-kapitalistische und anti-militaristische Kritik, und nach rechts symbolisch gegen historische Unsäglichkeiten und geächtete Embleme.***

Das erinnert an die alte Seyfried-Karikatur ("Wo soll das alles enden?", 1978) wo der linke Flaneur in Gedanken trällert: "Die Gedanken sind frei...", und der ihn beschattende Agent denkt: "Denkst du!"
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* siehe "Tagesspiegel": 
Ex-Professor spottete über Beitrag der „taz“: Hausdurchsuchung bei „Welt“-Kolumnist wegen vermeintlicher SA-Parole - ist es nun eine Nazi-Parole oder nur eine "vermeintliche", hehre "rerum cognoscere causas"(=der Dinge Grund erkennen)-Redaktion? - Irgendein reaktionärer "CDU"ler polemisierte dagegen (angeblich "unwissentlich") kürzlich gegen das "Bürgergeld" mit dem KZ-Zynismus "Arbeit macht frei" (Unter einem Post der Linken: CDU-Politiker kommentiert auf Facebook mit Nazi-Parole - n-tv.de): das ist nunmal eindeutig faschistoid (Faschismus als Eskalation des imperialistischen Kapitalismus = Diktatur des Finanz-Kapitals, nach Definition der 3. Komintern in den 1930er-Jahren), und das Würstchen mußte zu recht von seinem Ämtchen zurücktreten, auch wenn die "CDU" im Prinzip nichts gegen imperialistischen Kapitalismus hat, solange man ihn nicht so nennt und nicht mit Zwangs-Arbeit in Verbindung bringt...
** eigentlich weil die EU die Beitritts-Verhandlungen mit Georgien abgebrochen hat, seit dort das "russische" Gesetz zur "Registrierung ausländischer Agenten" verabschiedet wurde - ungeachtet der Tatsache, daß die USA schon viel länger (und strenger) ein solches Gesetz haben, als Rußland, und daß es auch in einigen EU-Staaten entsprechende Gesetze gibt und in andern geplant sind...
*** vgl. I. Kreitz: "Ohne Peilung" (Graphic Novel, 1995) - die Leugnung des Holocaust ist dumm. die Benutzung "nationalistischer" Floskeln und Bilder dagegen Meinungs-Freiheit, oder Humor bzw. Ironie (siehe z.B, K. Halbritters "Adolf Hitlers Mein Kampf",1975, mit seinen genialen Karikaturen - dort auch ein Hinweis auf die "SA"-Parole)

Mittwoch, 22. Oktober 2025

An die Front! Im "Kriegsfall" brauchen "wir" für TÄGLICH 1000 getötete oder verwundete Soldaten "ERSATZ"

Die "Welt" berichtet am 22.10.2025: "Der Präsident des Reservistenverbands der Bundeswehr, Patrick Sensburg, hält eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht für nötig, um Deutschland verteidigungsfähig zu machen. Im Falle eines Krieges rechnet er mit 1000 getöteten oder verwundeten Soldaten an der Front pro Tag. `Die müssen ersetzt werden, und zwar auch maßgeblich durch Reservistinnen und Reservisten´, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)." (Hervorh. von mir)

Und in 2 oder 3 Jahren steht ja der Russe an der Oder-Neiße-Grenze und will unsere Frauen vergewaltigen, wenn´s nach Pisstorius geht - also zu den Waffen, junges Kanonen-Futter, und wagt nicht, euch feige zu drücken: morgen ist ein guter Tag zum Sterben, wie der tapfere Indianer sagt (und der fragt auch nicht kleinlich nach dem warum oder wofür).*

Das Militär ist nunmal die "Schule der Nation", und es gibt nichts schöneres, als den Tod für "Volk und Vaterland" - finden jedenfalls offenbar mal wieder die Schreibtisch-Kriegs-Hetzer, die uns "regieren" und zu alt für die "Front" sind und auf das, was volkt, scheißen.**
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* vgl. die irre Kriegs-Begeisterung 1914, die sogar "Sozial-Demokraten" und Künstler-Bohéme befallen hat und reihenweise "fallen" ließ...
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Trump ist wenigstens so ehrlich, wie der argentinische Proto-Faschist Milei mit seiner anti-sozialen Kettensäge: in einem "KI"-generierten Video ließ er auf Anti-Trump-Demonstranten aus Kampf-Jets Fluten von Scheiße abwerfen... (
Bizarre KI-Antwort auf Proteste: Trump postet Video von sich als Kot-Bomber mit Krone - n-tv.de) - so direkt hat seit dem "Sonnen-König" noch kein Machthaber gesagt: "Ich scheiß auf euch!" (vgl. das seiner Schwieger-Ur-Enkelin Marie-Antoinette zugeschriebene zynische "Eßt doch Kuchen ["brioches"], wenn ihr kein Brot habt!" - falls es nicht von ihr stammt, könnte sie es doch gesagt haben, auch wenn ausgerechnet ihr inzüchtig-degeneriertes "Haus Habsburg" das bis heute bestreitet - vgl. S. Zweigs Klassiker "Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters", 1932 , div. Neu-Ausg.)

Montag, 20. Oktober 2025

100 Jahre Margaret Thatcher ("Markt"-Radikale) und Robert Rauschenberg ("Kunst"-Radikaler) - Scheiß auf beide!

Margaret Roberts, aus kleinen methodistisch-religiösen Verhältnissen in Mittel-England, arbeitete ein paar Jahre als Chemikerin, dann heiratete sie den 10 Jahre älteren geschiedenen "adligen Baron" und reichen Unternehmer D. Thatcher (mit dem sie tatsächlich Kinder hat, obwohl sie wie die Verkörperung eines prüde-asketischen viktorianischen "Ehe-Handbuchs" aussieht). Als "Baroness" von eigener Arbeit befreit, studierte sie Jura, konvertierte ihrem Mann zum Gefallen zum Anglikanismus, ging für die konservative Partei in die Politik und wurde schließlich von 1979-90 meist-gehaßte britische Premier-Ministerin: unter ihr Regime fallen Aufrüstung und sinnloser Falkland-Krieg (1982), "Markt"-radikale Neo-"Liberalisierung" (Thatcherismus, der kurz darauf von Ronald Reagan´s Reaganomics kopiert wurde), Privatisierung von Staats-Unternehmen, Zerschlagung der Gewerkschaften und Prekarisierung der "Unterklassen" - ihr Erbe sind die Dominanz der deregulierten Finanz-Industrie ("City") über die abgewickelte Real-Ökonomie (Bergbau, Werften, Häfen usw.), die Erhaltung der ex-kolonial-britischen "Steuer-Oasen", der Abbau des Sozial-Staats, die Krise des staatlichen Gesundheits-Systems, die Verschärfung der Klassen-Gegensätze und die Zunahme der Obdachlosigkeit vor allem unter Jugendlichen...

Als sie 2013 starb, brannten überall in Groß-Britannien "Freuden-Feuer" ("Die Hexe ist tot!" - siehe meinen Eintrag vom 14.6.2023 zu ihrem 10. Todes-Jahrestag), aber zu ihrem 100. Geburtstag wird die fatale "Eiserne Lady" milde eine "polarisierende Politikerin" genannt - feiern tun und können sie allerdings nur verbissene Kapitalismus-gläubige "Oberklassen"-Reaktionäre und Brexit-"Nationalisten", mal abgesehen von ihrem Geburts-Ort, der sonst keine vermarktbaren "Attraktionen" zu bieten hat - ähnlich, wie das österreichische Braunau (sic!) am Inn, der Geburts-Ort Hitlers... vgl. die neue erste weibliche (na toll!) Regierungs-Chefin Japans, die leider eine "eisern" ultra-rechte Nachfolgerin ihrer neo-"liberalen" und patriarchalen Vorgänger ist...

Der "einflußreichste US-amerikanische Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jh.s", Robert Rauschenberg, aus ebenso kleinen religiösen Verhältnissen in Texas, landete 1948 im berühmten US-"Bauhaus"-Imitat "Black Mountain College", aber selbst die dortigen "revolutionären" multi-künstlerischen Absichten der "abstrakten Expressionisten" konnten seinen Drang nach "Entgrenzung" nicht befriedigen, also ging er vor Studien-Abschluß nach New York und fabrizierte in der Tradition von Malewitsch ganz "neu" mono-chrome "White Paintings" (später auch in schwarz und rot).

Laut Robert Rauschenberg - Alles ist Kunst - Die ganze Doku | ARTE ist ihm jedoch von (?) der Cherokee-Indianerin, die sein deutscher Großvater geheiratet hatte, eine unbändige "Unrast" vererbt (?) worden, sodaß er bald "bunter" wurde und die gestrengen Farb-Theorien seiner Lehrer sprengte, ohne daß dadurch seine abstrakten Gemälde verständlicher geworden wären.

Die "Verbindung zum Leben" suchte er schließlich mittels wirrer Collagen aus Zivilisations-Müll, den er (einschließlich ausgestopfter Tiere) mit Farben bekleckerte, oder mittels "Ready-Mades", die er á la Duchamp signierte. Die "Verbindung zur Politik der 60er-Jahre" (Vietnam-Krieg, Mond-Landung, Proteste), womit er sich "intensiv auseinander gesetzt" hatte, fand er in Siebdrucken von Presse-Fotos, die er in seine Farb-verkleckerten Collagen klebte und wiederum "mit kreativer Energie" bekleckerte, wofür er 1964 aus unerfindlichen Gründen den "Goldenen Löwen" der Venediger Biennale erhielt.

Fortan konnte er für Unsummen (mit bezahlten Helfern) wild zusammen-collagieren und bekleckern, was ihm grade in die Hände und in den Sinn kam, und es so kryptisch betiteln, wie er wollte: die hochbezahlten Resultate hängen oder stehen in den berühmtesten Museen der Welt.

Seine Kuratoren und Exegeten bescheinigen ihm den moderner-weise notwendigen "ständigen Willen zur Erneuerung und Grenz-Überschreitung" (mal legt er ein "Bild" auf den Boden, statt es an die Wand zu hängen, mal hängt er ein Farb-bekleckertes "Bett" an die Wand, statt es auf den Boden zu stellen: sowas von "Neuerung"!), sowie die übliche modern-geniale Bescheidenheit, nichts aussagen zu wollen, sondern "dem Betrachter einen Anstoß zur eigenen Interpretation" zu geben - da Rauschenberg nichts von "Kunst-Theorie" und eigenen "Deutungen" hielt, bleibt dem Betrachter auch nichts anderes übrig, wenn er Rauschenbergs wilde Konglomerate nicht bloß als häßlichen und nihilistischen "Früh-Punk" erkennen will...

Quasi "passend" dazu findet zur Zeit in der Pariser Bourse de Commerce eine Werkschau der "Minimalisten" der 1960er-Jahre statt, ebenfalls eine Gegenströmung zu den "abstrakten Expressionisten", die sich (allerdings im Gegensatz zu Rauschenberg) ganz der primitiven "Logik", den "elementaren" Formen, Rastern und Farben (wie bei Rauschenberg z.B. ein Revival der Monochromie), der "Objektivität" und Emotions-Losigkeit verschrieben hatten - aber auch da finden wohlwollende Kuratoren und Exegeten subtile Hinweise für die "intensive Auseinandersetzung mit dem Leben und der Gesellschaft": z.B. in einem Steinbrocken, der ganz banal auf einer zersprungenen Glas-Scheibe liegt, den versteckten "Widerspruch zwischen geologisch-natürlicher Beständigkeit und industrie-gesellschaftlicher Fragilität" - auf so einen blumigen Blödsinn ist wahrscheinlich nicht mal der Sendungs-bewußte "Kreative" (seinen belang-losen Namen hab ich vergessen) selbst gekommen...

In Wirklichkeit hat die "Kunst" seit Anfang des 20. Jahrhunderts (bis auf wenige als "reaktionär" verdammte Ausnahmen*) den Kontakt zur "Gesellschaft" verloren und an ihrer eigenen Selbst-Zerstörung gearbeitet - komischer-weise einhergehend mit einer finanziellen Explosion des "Kunst-Marktes": reiche "Sammler" sind zunehmend bereit, astronomische Summen für primitivistische bis banale Objekte von sich selbst überschätzenden Egozentrikern** hin zu blättern, die von einer weltfremden "Kunst-Kritiker"-Szene*** mit erfundener "Bedeutung" (und damit "Markt-Wert") beladen werden; bestes Beispiel ist die Leinwand-Kopie eines wie üblich infantilen "Gaffitys" des anonymen "Banksy", die während ihrer sinnlos spektakulären Versteigerung fern-gesteuert zershreddert wurde, und damit absurder-weise noch an "Wert" gewann.

Thatcher irrte mit ihrem post-faschistischen Bonmot: "There is no such thing as society." Richtig wäre gewesen: "There is no such thing as art." - zumindest seit "Kunst" kein Handwerk mehr ist, sondern ein spekulativer "Markt" wie die abstrakten Finanz-"Derivate", und die Gesellschaft ohne eine ihr adäquate Kunst leben muß...

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* z.B. Larsson, Escher, Rockwell, Hopper, Sowa usw., sowie die alten und  neuen Graphic-Novel-Künstler seit McKay ("Little Nemo"), Hergé ("Tim & Struppi""), Uderzo ("Asterix") usw.
** siehe z.B. den sinnfrei devotionalen Film "Richter Painting" (C. Belz, 2011) und Gerhard Richter – Wikipedia (#werk und rezeption)
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ich las einmal in einem "Feuilleton" die höchst allegorische und philosophisch interessante Beschreibung eines "Kunstwerks", ging darauf in die erwähnte Galerie und fand ein DIN-A3-großes infantiles Öl-Gemälde ohne irgendeine erkennbare interessante Aussage - zum Glück das einzige "Werk" dieses "Künstlers" in dieser Galerie, wenn auch nicht das einzige Bedeutungs-lose...