Montag, 10. Februar 2025

Sprache oder Dialekt? Moldauisch und Ukrainisch, Schweizerisch und Österreichisch

Moldawien hat kürzlich seine dem Rumänischen verwandte Sprache (von den Rumänen als Dialekt des Rumänischen betrachtet) offiziell von "Moldauisch" in "Rumänisch" umbenannt, weil das der pro-europäischen Regierung (die sogar an einen Anschluß an Rumänien denkt) "europäischer" vorkommt - Rußland hält das mit einigem Grund für eine Art kulturellen Selbstmord, obwohl Moldawien natürlich genauso wie der Kaukasus und die Krim ein Opfer des zaristischen Imperialismus ist.

Die Ukraine hat mit ihrer Unabhängigkeit ihre dem Russischen verwandte Sprache (von den Russen und vielen Ukrainern als Dialekt des Russischen betrachtet) offiziell von "Russisch" in "Ukrainisch" umbenannt, um einen von Rußland abgewendeten pro-europäischen "Nationalismus" zu etablieren, der nicht nur auf den anti-sowjetischen Ukro-Nazi-Schergen des 2. Weltkriegs beruht - Rußland beharrt dagegen auf der historischen Einheit von Kiewer und Nowgoroder "Rus" und der seit über 300 Jahren gewachsenen "Russifizierung", unter der eher die ehemals herrschenden Steppen-Nomaden (Tartaren) zu leiden hatten, als slawische sogenannte "Ukrainer".

Die heutige Ukraine (= "Grenz-Mark", vgl. österr. "Krain") war vor 400 Jahren Grenz-Gebiet des polnisch-litauischen und des russischen Reichs zu den kriegerischen turk-stämmigen Krim-Tataren, und in diesem "Wilden Süden" siedelten sich flüchtige Leibeigene aus Polen und Rußland als halb-legale "Wehr-Bauern" ("Grenzer", wie im US-"Wilden Westen") und berittene Krieger ("Kosaken") an, die schließlich, vom sich erweiternden Zaren-Reich eingeholt und durch "legale" russische Siedler ergänzt, in das russische Militär integriert und bei der Kolonisierung Sibiriens eingesetzt wurden. - Die ersten "Ukrainer" waren also entweder Nachfahren der mongolischen Khanate (Tataren) oder polnisch-russische Desperados, ganz abgesehen von den widersprüchlichen Theorien über die Herkunft der Slawen zuzeiten der "Völkerwanderung", die möglicherweise von den Einfällen der Awaren und dann der Hunnen ausgelöst wurde...

Zu Zeiten der "unabhängigen Kosaken" war die "Ukraine" vielleicht der Schweizer Eidgenossenschaft vergleichbar (trotz deutscher Dialekte nicht vom "Reich" regiert, dem andererseits viele nicht-deutsch-sprachige Gebiete unterstanden), später vielleicht mit Österreich (die Wiener Habsburger deutsche Kaiser, wie der Ukrainer Chruschtschow General-Sekretär der KPdSU, dann trotz deutscher Dialekte aus dem "Reich" ausgegliedert, mitsamt ihrer ungarischen und slawischen Gebiete) - wobei alle deutschsprachigen Gebiete seit langem die gleiche brav "Deutsch" genannte Schrift-Sprache haben, und "Mundart"-Literatur nur ein Kuriosum ist: eigentlich schade - schließlich leisten sich auch die skandinavischen Länder für ihre jeweils wenigen Einwohner getrennte nord-germanische Dialekte als "National-Sprachen" (Norwegen sogar 2 verschiedene, die erst nach der Unabhängigkeit von Dänemark im 19. Jahrhundert "erfunden" wurden), ohne daß sie deshalb in "nationalistische" Feindschaft untereinander ausbrechen.*

Ähnlich sollten auch Moldauisch und Ukrainisch als "Sprachen" anerkannt bleiben, solange sie nicht politisch instrumentalisiert werden und die historisch gewachsene Zweit- bzw. ehemalige Haupt-Sprache der Sowjet-Republiken und deren Sprecher nicht diskriminieren (wie es in der Ukraine der Fall ist), ganz zu schweigen von den zusätzlichen Minderheiten-Sprachen in Moldawien und in der Ukraine.

Eigentlich sollten auch die Schweiz und Österreich eine eigene Schrift-Sprache haben, ähnlich dem mosel-fränkischen Letzebuergesch, das in Luxemburg eine der offiziellen Amtssprachen ist - dasselbe könnte man natürlich für die bundesdeutschen Stammes-Dialekte von bayrisch und schwäbisch bis nord-friesisch fordern und letztlich für jede lokale Mundart: vielleicht wäre das eine Maßnahme gegen die grassierende "Globalisierung", weil sich dann zwar Nachbarn noch gegenseitig verstehen würden, aber mit zunehmender Entfernung das Sprach-Verständnis (und damit die fatalen Börsen-Spekulationen**) auf natürliche Weise abnehmen würde*** - wie bei Bienen oder Walen mit ihren lokalen Dialekten.
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* siehe z.B. V. Finnbogadóttir (ehem. isländ. Präsidentin): "Unsere Lebenslinie ist die Sprache" in: "Merian 8/1989: Island", S. 48 ff.
** das Sprach-isolierte Island hat als einziges Land die "Finanz-Krise" von 2007/08 ohne sinnlos teure "Banken-Rettung" überstanden
***vgl. den durch Unverständnis grandios gescheiterten ersten Vertrag der expansiv aufeinander stoßenden Mächte Rußland und Mandschu-China (obwohl letztere von europäischen Jesuiten begleitet waren): den Vertrag von Nertschinsk 1689 (siehe H. Haefs: "Handbuch des nutzlosen Wissens", 1989, S. 132 ff., und dortige Quellen-Angaben)

Sonntag, 9. Februar 2025

Militaristen planen den "Krieg der Zukunft" gegen Rußland im "ZDF" / Rüstungs-Anteil am Staats-Haushalt

Ein J. Szameit von "Teleschau" hat offenbar die morgen (10.2.) startende 2-teilige "Doku" des "ZDF" namens "Krieg der Zukunft" bereits vorab gesehen (Was wäre, wenn Putin die NATO angreift? ZDF-Doku schildert ein Szenario zum Gruseln - natürlich auch im reaktionären "Focus" veröffentlicht).

Was er beschreibt, ist allerdings keine "Doku", sondern die Phantasien von Militaristen, Rüstungs-"Experten" und NATO-imperialistischen "Geo-Strategen", die (offenbar allen Ernstes, wie der pensionierte Offiziers-Onkel von Tristram Shandy* mit seinen Zinn-Soldaten-Spielen im Sandkasten) einen Krieg der NATO gegen Rußland durchspielen, den natürlich Rußland (in ungefähr 5 bis 8 Jahren, nach Ansicht des "Bundeswehr-General-Inspekteurs" Breuer) begonnen haben wird - fraglich, ob die hoch-bezahlten "Analysten" das selbst glauben, oder nur allgemeine Angst verbreiten wollen, um immense Aufrüstungs-Ausgaben und die Stationierung von US-Raketen in D-Land zu rechtfertigen... Denn der allgemeine Tenor des "Szenarios" ist: wir sind "nicht genug gerüstet" für einen Krieg gegen Rußland... Aber warum sollten wir das auch sein?

Wieso und wozu Rußland die "Ostfront der NATO angreifen" sollte oder könnte, ist nicht die Frage: der böse "Imperialist" und Möchte-gern-"Zar" Putin ist eben so "unberechenbar", daß man "damit rechnen" muß.

Das ist pure Rüstungs- und Kriegs-Propaganda (finanziert von GEZ-Zahlungs-Pflichtigen, also allem, was volkt) im Sinn des Kriegs-"Tüchtigkeits"-Herren Pisstorius, einschließlich seiner Forderung nach Wieder-Einführung der allgemeinen "Wehr-Pflicht" gegen die russischen Hunnen-Horden - wie man an der Ukraine sieht, lohnt es sich für denkende Menschen allerdings nicht, die angebliche "Freiheit", die "Heimat" oder das "Vaterland" (geschweigedenn den "Staat", der mit all dem wenig zu tun hat) mit der Waffe zu "verteidigen": selbst wenn die Kriegs-Herren (also der mehr oder weniger gerupfte "Staat") überleben, sind am Ende Abertausende gestorben und ist die "Heimat" eine Ruinen-Wüste - abgesehen davon, daß während eines Krieges sowieso alle "Freiheit" abgeschafft ist.

Und daß die Rüstungs-Ausgaben immer in beruhigend kleinen 2, 3 oder 5% des völlig sinn-freien "BIP" bzw. "BSP" angegeben werden, täuscht nur darüber hinweg, daß "5%" bereits über 40% des gesamten deutschen Staats-Haushalts bedeuten würden... Daher die Krankenhaus-Wegrationalisierungs-Pläne von Lauterbach, die "Bürgergeld"-Abschaffungs-Pläne der "CDU", die Renten-Kürzungs-Pläne der "AfD", die allgemeinen Kultur-Etat-Kürzungen, usw.

Diese berufsmäßigen Militär-Idioten sollte man genauso ignorieren, wie die berufsmäßigen "KI"-Enthusiasten, die uns eine kommende "Schöne Neue Welt" prophezeien, einschließlich "humaner" rein digitaler Kriege (war es "Google", das kürzlich entgegen seiner ursprünglichen "ethischen Selbst-Verpflichtung" seine "KI"-Forschung für militärische Zwecke "frei gegeben" hat?).

Nach dieser Vorschau werde ich mir die offenbar faschistoid-Kriegs-treiberische "ZDF-Doku" jedenfalls nicht ansehen. Faxem!
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* Laurence Sterne: "The Life and Opinions of Tristram Shandy", 1759-67 (dt. Neu-Ausgaben 1999 und 2006)

Samstag, 8. Februar 2025

Hunderttausende "gegen Rechts" - und damit für Rechts

Vielleicht stimmt´s ja doch, daß das, was volkt, allzu leicht zu beeinflussen ist - allerdings nicht von russischen Tiktok-Trollen, sondern von den hiesigen zerbröselnden und um die Hegemonie kämpfenden Alt-Parteien, die sich seit einiger Zeit von der "populistischen AfD" bedrängt sehen und diese erfolgreich als "neo-nazistische" Bedrohung an die Wand malen - wogegen löblicher-weise das, was volkt, massen-weise auf die Straße geht.

Natürlich hat die "AfD" ein paar hirnlose Gallions-Figuren mit Parolen, die an K. Halbritters geniale Parodie auf "Adolf Hitlers Mein Kampf. Gezeichnete Erinnerungen an eine Große Zeit" (1975) erinnern, aber eine Weidel wäre als Kanzlerin auch nicht schlimmer, als ein "Blackrock"-Merz, ein "Porsche"-Lindner, ein "CumEx"-Scholz, eine "Ukro"-B-Bock (usw.), oder als ein französischer Macron, eine italienische Meloni, eine dänische Frederiksen (usw.), ganz zu schweigen von Trump, LePen oder Kettensägen-Milei (usw.): allesamt "markt-konform", oligarchisch, militaristisch und nach außen "populistisch" - daher der billige "Immigranten-/Asylanten"-Wahlkampf: Klima-Krise, Flucht-Ursachen und Reichtums-Schere wären zu gefährliche Themen für die am liebsten unter sich bleibende neo-feudale Nomenklatura und ihre Lobbyisten, also für die ökonomisch und politisch herrschende Kaste der etablierten Parteien, zu denen (oh Schreck!) inzwischen in D-Land die "AfD", in Frankreich  der "RN" und in Italien die "Fratelli" dazu gestoßen sind, weil sie mit ihrem "Nationalismus" das Unbehagen derer, die volken, an der unheimlichen "Globalisierung" bedienen.

Deren Fremden-feindliche Parolen sind natürlich längst Main-Stream, wie der Vorstoß von Merz gezeigt hat, und die übrigen Alt-Parteien zieren sich bloß der Form (und der angeblichen "Abgrenzung gegen rechts") halber davon, weil sie in Wirklichkeit die Flucht-Ursachen (Kriege, Klima-Schindluder und "Freihandels"-Verträge) befördern und das dem, was volkt, als post-kolonialen "pursuit of happiness" verkaufen - billiges russisches Gas dagegen als "des Teufels"...

Wacht auf, Verdummte dieser Erde: boykottiert die kommende "Wahl" oder wählt eine der "sonstigen" Parteien, die wenigstens ein echtes Anliegen haben !

Die "linke" Ukraine heult auf

In der "Frankfurter Rundschau" macht sich ein C. Thomas die anti-"linken" Thesen eines angeblich "links"-ukrainischen K. Tkachenko zu eigen (Ukraine-Bibliothek: Schwarzbuch des linksextremen Irrsinns), der der Ansicht ist, daß die europäische "Linke" nur Putins Des-Information verbreite und aus historischem Haß die "anti-sowjetische" Ukraine "verleumde" und ihr die "Souveränität verweigere".

Dieser Tkachenko leugne ja nicht die "schwierige Geschichte" der Nazi-Kollaboration der Ukros, aber es habe nun mal "2014 keinen vom Westen unterstützten rechten Putsch gegeben", obwohl Steinmeier auf dem Maidan Wurst-Stullen an den "Rechten Sektor" verteilt und die US-"Diplomatin" Nuland hinter den Kulissen ("Fuck the EU!") die Putsch-Regierung ernannt und stolz erwähnt hat, daß die USA bis dahin 5 Milliarden $ in diesen Regime-Change investiert hatten: rein rechtlich war es sowieso genauso ein Putsch gegen den gewählten Präsidenten, wie der kürzliche islamistische Militär-Putsch gegen den gewählten Assad - was auch immer man von diesen oder im Allgemeinen von "Wahlen" und von diesen oder im Allgemeinen von gewählten "Präsidenten" halten mag (vgl. die un-"demokratischen" Wahlen im "freien" Westen: abgesehen von den lächerlichen USA z.B. das un-qualifizierte "Partei-Listen"-System in D-Land, und allgemein die Zunahme von Bankstern und Multi-Millionären als "Staats-Lenker" in westlichen "Demokratien" - darunter vielleicht bald "Blackrock"-Merz)...

Und wenn die ukrainische "Souveränität" darin bestand und besteht, ihrer großen russischen "Minderheit" alles "Russische" auszutreiben und zu verbieten, dann haben die Ukros aus ihrer Nazi-Vergangenheit offenbar nichts gelernt - ganz abgesehen davon, daß allerorten der Faschist und Juden-Mörder Bandera gefeiert und nach ihm Straßen und Plätze benannt werden, obwohl Selenski angeblich jüdische Vorfahren hat und in seiner Militär-Regierung auch ethnisch "russische" Generäle sind... (Übrigens ist die seltsame Ukro-Rune, die noch heute die Uniformen und Selenskis Khaki-T-Shirts ziert, das alte Abzeichen von Banderas faschistischer Miliz.)

Die anti-russische Propaganda der Ukros erinnert sowieso an die anti-slawischen "Unter-Menschen"-Parolen der Nazis (und an die anti-palästinensischen "Un-Tier"-Parolen der israelischen Kriegs-Regierung), während die russische Regierung nur die für faschistoid gehaltene Ukro-Regierung anprangert und ansonsten (wie von den Weiß-Russen) vom "historischen Bruder-Volk" redet - und das bis zum Putsch von 2014 zu recht, wie selbst Regionalisten und Anarchisten zugeben müssen; auch der propagandistisch so genannte "Holodomor" war kein "rassistischer Völkermord", sondern nur ein die ganze Sowjet-Union betreffendes fatales ökonomisches Versagen bei dem Versuch, das mittelalterliche Rußland  im Sinn des "Kommunistischen Manifests" zu "modernisieren"...

Die Ukraine als (deshalb von den Nazis begehrte) "Korn-Kammer" und "Rohstoff-Lager" Rußlands bzw. der SU hat die damalige Krise natürlich besonders getroffen, aber die post-sowjetische Oligarchie hat schließlich für das, was volkt, keine Verbesserung gebracht (die weiß-russische "Diktatur" hat immerhin das Aufkommen von Oligarchen verhindert, und die russische "Diktatur" Putins hat sie wieder begrenzt...), sodaß als vom Westen gefördertes "nationales" Ukro-Narrativ nur der "Helden"-Kampf der Nazi-Kollaborateure gegen die SU übrig blieb - nichtsdestotrotz sind vor dem neuen Mini-"Vaterländischen Krieg" Millionen Ukros, die sich´s leisten konnten, nach Polen und D-Land ausgewichen...

Die Ukraine hätte das wohlhabende "Katalonien" der Ex-SU sein können, wenn nicht Oligarchen, Korruption und post-faschistischer "Nationalismus" sie zerstört hätten: das "egoistisch" autonomistische Katalonien, das sich von den verarmten "rechten" zentral- und süd-spanischen Provinzen lossagen will,  hat immerhin den Bonus, daß es einst an vorderster "republikanischer" Front gegen den faschistischen Putsch Francos stand - ganz im Gegensatz zu den gerühmten Ukro-Nazi-"Helden" (und zu den Mussolini-Erben der italienischen "Lega Nord" von Salvini, die die südlichen drei Viertel Italiens als "Dritte Welt" betrachten).

Wer finanziert eigentlich diese "Ukraine-Bibliothek"?

P.S. Der militant NATO-treue Chef der "Münchner Sicherheits-Konferenz" hat Vertreter von "BSW" und "AfD" explizit nicht eingeladen, weil sie dem aktuellen Heuchel-Motto "Frieden durch Dialog" nicht entsprächen - obwohl Wagenknecht und Teile der "AfD" die einzigen in der deutschen Polit-Landschaft sind, die sich für Verhandlungen mit Rußland aussprechen, bevor die Ukraine endgültig zum Fail-State wird...

Montag, 3. Februar 2025

Kündigung wegen System-Kritik: "russische" Zustände in D-Land !

Der Direkt-Kandidat der "Linken" im Oberallgäu ist ein 25-jähriger Pädagogik-Student, der sein Studium mit einem Job an seiner Uni finanziert. Dieser Job wurde ihm nun gekündigt, weil er aufgrund seines Alters automatisch auch Mitglied der "Linken"-Jugend-Organisation ist, in deren Programm von "Überwindung des Kapitalismus" und "Abschaffung des Privat-Eigentums an Produktionsmitteln" die Rede ist, und die deswegen vom bayrischen "Verfassungsschutz" als "extremistisch" eingestuft und "beobachtet" wird (Universität Augsburg: Zweifel an Verfassungstreue: Bundestagskandidat der Linken gekündigt, "Süddt. Zeitung").

Der bayrische "VS" hat wohl die längste Liste von als "extremistisch" bzw. "Verfassungs-feindlich" eingestuften Gruppen, aber der besagte Student ist, wie bereits mehrmals gesagt (siehe meine alten Einträge), auch bundesweit kein Einzel-Fall: es gab in den letzten Jahren vermehrt Kündigungen von Arbeits-Stellen und Bank-Konten wegen "Staats-Räson"-ferner Kapitalismus-, Israel- oder Ukro-Kritik, und aktuell verweigert das bayrische Kultus-Ministerium u.a. einer Lehramts-Anwärterin das Referendariat wegen "Engagements in links-extremen Gruppen"...

Wenn Kapitalismus-Kritik ein Kriterium für Berufs-Verbote ist, würden jede Menge bekannte Sachbuch-Autoren, Wissenschaftler, Philosophen und auch Wirtschafts-"Nobel-Preis"-Träger darunter fallen - aber sowas gibt´s ja nur in Rußland, Weißrußland und ähnlichen "Autokratien" (wo allerdings Putin einem "oppositionellen" Journalisten zum "Friedens-Nobel-Preis" ausdrücklich gratuliert hat...).

Das erinnert an die hysterischen Berufs-Verbote unter dem zum "Godesberger"* mutierten Ex-Kommunisten Brandt ("Radikalen-Erlaß" 1972), wonach ein "Kommunist" nichtmal Postbote oder Lok-Führer werden durfte, während gleichzeitig angeprangert wurde, daß in der DDR Kapitalismus-Fans und "Christen" keine Karriere machen durften... Heutzutage gilt es als "Demonstration" dessen, was volkt, wenn es unter Führung "sozial-demokratischer" und "grüner" Regierungs-Mitglieder an Staats-treuen Aufmärschen "gegen rechts" teilnimmt - was die Rechten ("CDU/CSU", "FDP" und "AfD") im Verbund mit den rechten Medien ("Focus" usw.) wutentbrannt "links" nennen, in Wirklichkeit aber die Kapitalismus- und NATO-treue "Mitte" repräsentiert, die "Soz.-Demokraten" und "Grüne" zu recht für sich reklamieren: das ist ja das schlimme an "Rot"-"Grün"!

Die einzigen, die noch an eine vor-neo-feudal-plutokratische "soziale Marktwirtschaft" und an die anti-monopol-kapitalistischen Nachkriegs-Programme sowohl von "SPD" als auch von "CDU"** erinnern, sind (abgesehen von marginalen idealistischen oder "revolutionären" Parteien) Teile der "Linken" sowie eben deren Jugend-Organisation, das "BSW" und ein paar "AfD"-Exoten - und die sind im globalisierten Turbo-Finanz-IT-Kapitalismus, der die pseudo-"freiheitlich-demokratische Grundordnung" gekapert hat***, natürlich allesamt "extremistische Verfassungs-Feinde"...

Die vielbeschworene "pluralistische" Gesellschaft gibt es offenbar nur noch im Hinblick auf karnevaleske Multi-Geschlechter und billige Sprach-unkundige Privat-Pflege-Kräfte - was sich allerdings beides nur der schwindende "Mittel-Stand" leisten kann...

Anti-Kapitalismus im Alltag (d.h. für Nicht-"Nobel-Preis"-Träger) ist inzwischen nur noch was für sokratische Märtyrer oder einsame dem Wahnsinn á la Nietzsche zustrebende Hysteriker: der eingangs erwähnte Student redet sich entsprechend feige heraus, er habe nichts mit anti-kapitalistischen oder "Verfassungs-feindlichen" Parolen am Hut... statt mutig zu sagen: für die "Überwindung des Kapitalismus" und die "Abschaffung des Privat-Eigentums an Produktions-Mitteln" - auf jeden Fall !!
Anarchie ist machbar,
Herr Nachbar.****
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* mit dem "Godesberger Programm" hat sich die "SPD" 1959 als "sozialistische Arbeiter-Partei" verabschiedet und für das Kapital "Regierungs-fähig" gemacht
** christlich-sozialistisches "Ahlener Programm" der "CDU", 1947
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siehe z.B. J. Vogl: "Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart", 2021, oder P. Sloterdijk: "Im Weltinnenraum des Kapitals", 2005; vgl. A. Huxley: "Schöne Neue Welt", 1932, und P. Lafargue: "Das Recht auf Faulheit", 1880 (dt. Neuaufl. 1966, 2010, 2014)
**** siehe z.B. p,m.: "Olten - alles aussteigen. Ideen für eine Welt ohne Schweiz", 1990

Sonntag, 2. Februar 2025

Immer weiter die alberne "Indianer"-Sprachdebatte

Ein anonymer "Telepolis"-Autor wälzt das sprachliche "Indianer"-Problem quälend hin und her (Sprachdebatte: "Indigener Sommer" ist kein Ersatz für den "Indianersommer") und kommt trotz allem zu dem Schluß, daß das einzig adäquate Wort "Indigene" sei, und zwar für "Ureinwohner" weltweit...

Leider heißt "Indigene" aber: "in Indien geborene" und basiert genauso auf dem Irrtum des Kolumbus, Asien auf dem West-Kurs erreicht zu haben, wie das englische "American Indians", das spanische "Indios" und das deutsche "Indianer", das dank Karl Mays "Winnetou" (und mangels offizieller imperial-deutscher Kolonisierung in Amerika) allerdings eine positive Bedeutung hat: aber der Autor meint, auch eine "Idealisierung" von Indianern sei "diskriminierend" und spreche den Völkern ihre "Souveränität" ab - deshalb müsse man sie "neutral" eben "Indigene" nennen, also im Sinn von "Ureinwohner": leider bedeutet dieser letztere Begriff aber seit dem "Zeitalter der Entdeckungen" und des Kolonialismus: "primitive Völker", die von den Europäern christianisiert, zivilisiert und modernisiert oder wie Neandertaler ausgerottet werden müssen (daran ändert auch die "nettere" kanadische Bezeichnung "First Nations" nichts, geschweigedenn die seltsame australische Bezeichnung "Aborigines"*). Die militanten US-"Indigenen" nennen sich jedenfalls "American Indian Movement (AIM)".

Das gleiche Problem gibt es mit den Negern (lateinisch niger = "schwarz"), bei denen man garnicht mehr weiß, wie man sie noch nennen darf (Schwarz-Afrikaner oder Sub-Sahara-Afrikaner, Afro-Amerikaner oder Farbige, oder...), während sie sich in den USA einfach "Schwarze" nennen ("Black Power", "Black is Beautiful", "Black Panthers", "Black Lives Matter" usw.) - in der romanisch-germanischen Misch-Sprache Englisch ist das latein-stämmige "negro" vermutlich wegen des US-rassistischen Ausdrucks "nigger" inzwischen tabu; in Frankreich unterscheidet man dagegen zwischen "Noir" (Schwarz-Afrikaner) und "Beurre" ("Butter-farbenem" arabischem Nord-Afrikaner).

Ob all diese ursprünglich rassistischen bzw. kolonial-überlegenen Begriffe heute noch dieselbe Bedeutung haben und ausgemerzt werden sollten, ist äußerst zweifelhaft, zumal künstlich "neutrale" Bezeichnungen nicht automatisch zu Gleichberechtigung oder "Respekt" führen - andererseits wäre es albern, anzunehmen, daß Menschen von verschiedener Hautfarbe oder "rassischer" Physiognomie diese Unterschiede einfach ignorieren könnten: jeder Europäer betrachtet Afrikaner, Ostasiaten oder Nachthemd-bekleidete** und Feudel-gekrönte Araber als Kuriosum (und umgekehrt), abgesehen davon, daß es immer noch einen Unterschied zwischen süd- und nord-europäischer "Mentalität" gibt, und innerhalb derer natürlich noch regional rivalisierende Abgrenzungen... Am lustigsten ist der "Respekt" der baumlangen süd-afrikanischen Bantus vor den klein-wüchsigen Buschleuten (Khoi und San) der Kalahari, die bei Erwähnung ihrer Kleinheit zu einer Berserker-haften Art von "Asterixen nach einem Schluck Zaubertrank" ausrasten können...***

Sowieso ist das vereinheitlichte "Welt-Bürgertum" nur ein betrügerisches Propaganda-Bild des globalen Kapitalismus, des IWF und der WTO, wie jeder Indianer, Neger und "Aborigine" weiß.
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* siehe A. Lommel: "Fortschritt ins Nichts. Die Modernisierung der Primitiven Australiens", 1977
** in Ägypten sagte mir einst ein praktisch-begabter "Ureinwohner", in dem Nachthemd (mit zwei seitlichen Eingriff-Schlitzen) könne man sich leichter am Pimmel rumfummeln, als in einer Hose
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siehe L. van der Post: "Das Herz des kleinen Jägers", dt. Neuaufl. 2006 - "Buschleute" wird inzwischen auch als "diskriminierende" Bezeichnung  geführt, obwohl fast kein Mensch die Namen "Khoi" oder "San" kennt

Samstag, 1. Februar 2025

Vergeblicher "hybrider Des-Informations-Krieg"

Die Kommunikations-Wissenschaftlerin Dr. E. Humprecht stellt mal klar, daß es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keinen "Einfluß" von "Fake News", "Deep Fakes" oder "Desinformationen" auf politische Überzeugungen gibt (Lügen und Politik - Bundestagswahl wird nicht durch Desinformation entschieden, DR-Kultur, 1.2.2025, 17h30) - bestenfalls werden bestehende Meinungen bestätigt und schlechtestenfalls die Glaubwürdigkeit jeglicher "Information" untergraben, da das, was volkt, nicht so blöd ist, jeden Scheiß zu glauben, der seinen vorgefaßten Überzeugungen widerspricht - das gleiche gilt natürlich für die Tiktok-"Des-Informationen", die angeblich von Rußland und China verbreitet werden, sowie für die "nationale" Einheits-"Front gegen Rechts", die "Meldungen" von "Correctiv"* und für die "Bundeswehr"-Werbe-Kampagne, die "ADAC"-Mitglieder-Zeitschrift, die des Mieter-feindlichen "Vermieter-Vereins" usw.

Die offensichtlichen Lügen eines Trump oder der "Hitler=Kommunist"-Spruch einer Weidel wollen nicht "beeinflussen", sondern bedienen laut Humprecht bloß plump das, was ihre Fans hören wollen, oder wollen mit provokanten Mitteln Medien-Aufmerksamkeit wecken - was ja bei den "Sensations"-geilen Journalisten auch jedesmal gelingt: das beste Beispiel ist der ausgerastete Milliardär Musk, von dem jeder absurde Spruch eine "Meldung" wert zu sein scheint - möglicherweise räumt der Soziopath Trump diesem Co-Soziopathen eine gewisse Macht in seiner Regierung ein (die Musk sowieso hinter den Kulissen schon wegen seiner Finanz-Macht hat), aber Musk´s "Einmischung in den deutschen Wahlkampf" kann man getrost ignorieren, statt sie hysterisch ernst zu nehmen (wozu eine "Kanzlerrede" gegen einen selbstgerechten durchgeknallten Milliardär? - Vgl. umgekehrt Vonderleychen und den angeblich "humanistischen" Milliardär Bill Gates**...).

Cool ist dagegen die Reaktion der mexikanischen Präsidentin auf Trump´s Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika" (als seien die USA "Amerika": auch eine Des-Information), die tatsächlich "Google Maps" zumindest für seine US-Konsumenten einführen will: sie schlägt eine Umbenennung der USA in "América Mexicana" vor, da (abgesehen vom kolonialen Indianer-Völkermord) bis zum ersten imperialistischen US-Angriffs-Krieg gegen Mexiko (1846) die westliche Hälfte der späteren USA so hieß, die zudem heute wieder hauptsächlich von mexikanischen Tagelöhnern am Leben gehalten wird.***
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* siehe meinen Eintrag vom 19.1.
** siehe meine Einträge aus "Corona"-Zeiten
*** der dies thematisierende Roman von T.C. Boyle heißt auf deutsch passend "América" (1995, orig. "Tortilla Curtain")