Montag, 7. Oktober 2024

Am Jahrestag des "Hamas"-Terrors: ein Jahr israelischer Terror

Vor einem Jahr hat die "Hamas" mit blindem Terror wahllos 1200 am leichtesten von Gaza aus erreichbare (und teils vielleicht sogar Palästinenser-freundliche) israelische Zivilisten ermordet und über 200 als Geiseln entführt - ein Irrsinn*, auf den seitdem die israelische Armee mit dem gleichen irrsinnigen (und weniger blinden) Terror gegen Zivilisten in noch viel größerem Maßstab antwortet: über 42.000 Tote (ein Großteil Frauen und Kinder, und noch mehr Verletzte ohne medizinische Hilfe) in Gaza, nebenbei hunderte im besetzten "autonomen" West-Jordan, und bisher über 1000 im Libanon, in Gaza über 1,5 und im Libanon über 1 Million Menschen auf der Flucht vor israelischen Bomben...

Trotzdem fordert der Lieblings-Kommentator des reaktionären "Focus", der erz-reaktionäre Ulrich Reitz, von B-Bock bedingungslose Unterstützung für das Israeli-Regime und ein Ende des "romantischen" Mitleids mit den offenbar kollektiv "schuldigen" Palästinensern: Israel betreibe "Selbst-Verteidigung" wie die Ukraine, und die Palästinenser seien Aggressoren wie Rußland**... Dieses simple und Menschen-verachtende Weltbild stimmt schon für den Ukraine-Krieg nicht, und noch weniger für Israels Gaza- und Libanon-Feldzug: ganz offensichtlich will das rechte Zionisten-Regime das "Palästinenser-Problem" in Gaza und im Süd-Libanon "endgültig regeln", indem es einen Völker-Mord beginnt und die Überlebenden zur Flucht zwingt, indem es beide Landstriche unbewohnbar macht (und auf lange Sicht den West-Jordan vollständig "israelisiert"): in Gaza sind bereits über zwei Drittel der Gebäude, einschließlich Krankenhäuser, Schulen usw., sowie Wasser- und Energie-Versorgung und Ackerflächen zerstört.

Der Jerusalemer "Arte"-Korrespondent Stéphane Amar dagegen macht heute im "Arte-Journal" überraschend offen klar, daß es Netanjahu ist, der jeden Vorschlag einer Waffenruhe, geschweigedenn von Friedens-Verhandlungen oder einem Rückzug seiner Armee, kategorisch zurückweist und beabsichtigt, seinen Feldzug "zuende" (!) zu führen - außerdem weist er die Vermutung zurück, Netanjahu müsse sich "dem Druck" seiner fundamental-orthodoxen und rechts-radikalen Koalitionäre "beugen", denn Netanjahu und seine Partner hätten in Wirklichkeit dieselben Ziele (siehe oben): schön, daß das trotz "Staats-Räson" mal im "öffentlichen Rundfunk" gesagt werden darf... Übrigens ist es genauso irrsinniger Terror, wegen des faschistoiden Israeli-Regimes europäische Juden in die "Kollektiv-Schuld" zu nehmen und zu attackieren oder zu diskriminieren - genauso dumm und Menschen-verachtend, wie Netanjahu und der "Hamas"-Anschlag vor einem Jahr.
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* aber der palästinensische Haß hat schließlich Ursachen (siehe z.B. meinen Eintrag vom 4.10.)
** Frau Baerbock, sagen Sie die Wahrheit zum Konflikt Juden gegen Palästinenser! - FOCUS online - ja, ich weiß: ich wollte "Focus" eigentlich boykottieren...

Sonntag, 6. Oktober 2024

Staats- und Wissenschafts-Gläubigkeit

Der englische Schriftsteller G. K. Chesterton hat über die "Aufklärung" geschrieben: "Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche."

Selbsternannte "Rationalisten", die mit gutem Grund die "jungfräuliche Geburt" und die irdische "Wieder-Auferstehung" von Jesus, die göttliche "Erschaffung der Welt in 7 Tagen", die Existenz von Ahnen-Geistern, Elfen und Trollen, das Nirvana oder die Beseeltheit der natürlichen Materie bezweifeln, glauben andererseits an die mystische Entstehung des "Universums" durch einen "Urknall" aus "Nichts", an die Existenz von sub-atomaren "Elementar-Teilchen (oder -Wellen oder -Energie-Zuständen)", die angeblich in gigantischen "Teilchen-Beschleunigern" für billionstel Sekunden irgendwelche abstrakt-spektralen Spuren hinterlassen haben, an die Beherrschbarkeit der eigentlich unverstandenen Lebens-Prozesse durch "Gen-Technologie" und "DNS-Scheren", oder an die zukünftig unvermeidliche Überlegenheit von "Künstlicher Intelligenz" und angeblich "lernenden Maschinen" - also an die aktuellen "wissenschaftlichen" Mythen, für die letztendlich die Beweise genauso fehlen, wie für den "Gott" von Leibniz, Newton oder Einstein.

Ähnlich glaubt das, was volkt, an staatliche Mythen, sei es "Demokratie", "Freiheit", "Markt-Wirtschaft", "Grenzen", "Nationalismus", "Feinde", absurde "Kriegs-Gründe" oder was auch immer, statt auf seine Ahnen-Geister (oder auf Trolle und Elfen, oder auf Tiere, Pflanzen und Steine) zu hören. Bis in die persönliche Stammtisch-Wortwahl hinein wiederholen die Mainstream-Bürger die Mainstream-Propaganda, sei es gegen Rußland oder China, für die "letzten syrischen Rebellen" oder "Volkswagen", gegen den "Rechts-Ruck" oder für "Queerness", für Kriegs-Pisstorius oder gegen Friedens-Wagenknecht, oder für sonstige "Staats-Räson" (wie beim "Corona"-Maßnahmen-Gehorsam eingeübt).

Die größten Demonstrationen in Berlin mit je über 100.000 Teilnehmern (2022-24) waren nicht für Anliegen dessen, was volkt, oder gegen die ungerechten Herrschenden, wie man von "Demonstrationen" erwartet, sondern solche, zu denen quasi wie in Nord-Korea das Establishment selbst aufgerufen hatte, um das bedenklich vor allem in Richtung "AfD" schwankende Volk in der "Mitte" zu halten - und das "breite Bündnis", das sich da zur "Mitte" rund um die neo-liberal-bürgerliche Regierung scharte, war so bedenklich, wie die "Sozial-Demokraten", die sich auf des Kaisers "Gnaden-Angebot" ("Ich kenne keine [bisher bekämpften] Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!") begeistert gegen den sogenannten "Erb-Feind" (nicht mehr die kaiserliche Militär-Diktatur, sondern Frankreich) in den ersten Weltkrieg stürzten...

Genauso unterstützt heute das, was volkt, die Rußland-"Sanktionen", indem es freudig die Energie-Preis-Inflation bezahlt und wohlwollend dem Verdampfen seiner Steuern in Waffen- und Finanz-Hilfe für die Ukros zuschaut, weil die NATO-Strategen nunmal "Rußland ruinieren" wollen - "CDU"-Miesewetter will sogar, daß die Ukros mit West-Waffen die russischen Regierungs-Institutionen in Moskau bombardieren, und der brave deutsche "Putin-Hasser" gibt ihm da im Prinzip recht, ohne zu bedenken, daß er in Reichweite von russischen Mittelstrecken-Raketen und Atom-Waffen lebt - selbst die "Pentagon"-Attentäter von "9/11" haben laut offizieller Theorie extra einen riskanten Schlenker gemacht, um den einzigen damals ungenutzten Gebäude-Flügel des Pentagon´s zu treffen, statt auf einer einfacheren und sichereren Route den militärischen Führungs-Stab der USA auszulöschen und eine besinnungslose Rache-Wut des US-Imperialismus auszulösen (falls überhaupt das entführte Flugzeug, und nicht eine Rakete eingeschlagen ist, worauf vieles hindeutet, und das Ganze nicht eine symbolische False-Flag-Aktion mit minimiertem Schaden war - siehe meine alljährlichen Einträge am 11. September und die dortigen Quellen).

Samstag, 5. Oktober 2024

Endlich mal: Totschläger-Bullen in den USA verurteilt - ein Erfolg?

Im Januar 2023 haben US-Bullen den 29-jährigen Afro-Amerikaner Tyre Nichols in Memphis (Tennessee) wegen "gefährlicher Fahrweise" angehalten, ihn ohne Umstände aus seinem Auto gezerrt und dermaßen mißhandelt, daß er an seinen Verletzungen gestorben ist.

Ein Fall für "Black Lives Matter!" - und nun sind die fünf beteiligten Bullen "erfolgreich" verurteilt worden (wegen welch seltsamer Vorwürfe auch immer), und man zeigt die Galerie ihrer Porträts - na sowas: allesamt sind Afro-Amerikaner oder zumindest mehr als halb-schwarze Mischlinge...

Das läßt nur zwei Schlußfolgerungen zu:
- entweder ist die grassierende US-Bullen-Gewalt nicht "rassistisch", sondern korporativ, also unabhängig von Herkunft und Hautfarbe durch die Mitglied-Schaft in einer staatlich-repressiven Organisation in jedem Fall "normal" oder sogar "Doktrin" und vom Korps-Geist (und der verwandten Justiz) gedeckt, es sei denn, gewisse Grenz-Überschreitungen werden dummerweise publik und müssen symbolisch geahndet werden (schließlich gibt es inzwischen auch schwarze reaktionäre Militär- und Regierungs-Apparatschiks, die ihre Sklaven-Urgroßväter vergessen haben : nicht nur der US-General und Irak-Lügen-Außenminister Colin Powell, oder der Drohnen-Mörder Obama...);
- oder die fünf Bullen wurden, im Gegensatz zu vielen weißen Kollegen unter gleicher  Anklage, eben deshalb "rassistisch" verurteilt, weil sie "nur" Schwarze oder Halb-Schwarze sind, die man getrost opfern kann, um die vielen Freisprüche für weiße Mord-Bullen zu relativieren...

Beides wirft ein ganz schlechtes Licht auf den US-amerikanischen Polizei-Staat - aber das ist ja nichts Neues. (Aber über "Putins brutale Schergen"  und seine "Staats-hörige Justiz" rumzetern...)

Freitag, 4. Oktober 2024

This land is your land, this land is my land - from the river to the sea (oder: from the sea to the river?)

Heute wurde in der bereits erwähnten all-wöchentlichen "DR-Kultur"-Sabbat-Sendung "Aus der jüdischen Welt" ein alter Schlager abgespielt - der Titel: "From the river to the sea". 

Das war natürlich keine Vertonung der Palästinenser-Parole, die inzwischen "verboten" ist, weil sie "das Existenz-Recht Israels bestreitet" - sondern das hebräische Original aus den 1940er-Jahren, mit dem die Zionisten das Existenz-Recht der Palästinenser bestritten - der imperialistische Zynismus dieser musikalischen Einlage 3 Tage vor dem Jahrestag des "7. Oktober" (Thema der Sendung) scheint der Moderatorin garnicht bewußt zu sein: während die Parole der Palästinenser als "anti-semitistisch" gilt, nennt die Moderatorin (die trotz des Anlasses mit ihrem üblichen jovialen "Schalömchen!" begonnen hatte) die zionistischen Siedler "romantisch", die von einem zukünftigen Israel bis zum Jordan "träumten", als ihnen die selbst-herrlich verblendeten Briten noch nur den Küsten-Streifen ihres palästinensischen Protektorats "frei gegeben" hatten...

Tatsächlich hatte sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine schleppende "legalistische" Taktik der Zionisten durchgesetzt, Land mithilfe des "Nationalen Jüdischen Fonds" von den feudalen arabischen Grundbesitzern (die meist in Jerusalem und anderen Städten wohnten) zu kaufen und dann deren rechtlose Pächter zu vertreiben*. Der 1906 aus Rußland eingewanderte Zionist Ben Gurion (ab 1948 erster Ministerpräsident Israels) verwandelte die ursprünglich sozialistischen Positionen der Bewegung in "nationalistische" und gründete 1920 die Haganah ("Verteidigung"), para-militärische Terror-Banden zur Vertreibung der Palästinenser, aus denen die israelische Armee hervor ging**. Die Idee einer jüdisch-arabischen Integration oder Assimilation aufgrund der semitischen "Rassen-Verwandtschaft" zwischen Diaspora-Juden und Palästinensern wurde aufgegeben, und die neuen revisionistischen Rechten orientierten sich unter anderem am "nationalen Sozialismus" in Mussolinis Italien.

Einer der letzten Kritiker der "Segregation der Araber", Chaim Arlozorov, der 1933 auch ein Emigrations-Abkommen mit Nazi-Deutschland unterzeichnet hatte, wurde 1933 in Tel Aviv ermordet - vermutlich von rechten Zionisten (so, wie 1995 Rabin wegen seines Friedens-Engagements im "Oslo-Abkommen" mit der "PLO"). Die Kontrolle über die Immigration aus Deutschland und Polen übernahmen dann die Rechten, die keine Freunde der proletarisch-sozialistischen "Jiddisch-Kultur" waren.

Der "romantische Traum" eines Israel "from the sea to the river" wurde 1967 mit der militärischen Besetzung des jordanischen West-Jordan, des ägyptischen Gaza und des syrischen Golan verwirklicht***: inzwischen ist ungefähr die Hälfte des "autonomen" West-Jordan-Lands von militant-zionistischen Fundamentalisten enteignet und besiedelt, ebenso die Golan-Höhen, und das Freiluft-Gefängnis von Gaza wird gerade unbewohnbar für Palästinenser gemacht - abgesehen davon, daß bereits die Hälfte der Einwohner Jordaniens und Süd-Libanons von den Israelis vertriebene Palästinenser-Flüchtlinge sind...

Was haben sich die seit der Staats-Gründung Israels vorwiegend rechts-"nationalistischen" Regimes von ihrer erst Anglo-, dann US-gestützten spät-imperialistischen Politik anderes erwartet, als einen permanenten Kriegs-Zustand? - Offenbar nichts anderes, wie das aktuelle Regime zugibt, und die Attentats- und Raketen-Alarm-gewohnte Bevölkerung scheint apathisch auf die militär-technische Überlegenheit des Regimes zu vertrauen, das grade an allen Fronten im Namen des "auserwählten Volks" gnadenlos zuschlägt...

P.S.: Ich habe als junger Mensch ein altes jüdisches Ehepaar in Israel besucht, nachdem ich den Mann quasi zufällig kurz in Deutschland kennengelernt hatte: zwei traumatisierte Auschwitz-Überlebende, die nicht über ihre Erlebnisse reden wollten, und die sich durch die Emigration nach Israel zumindest äußerlich (trotz "KZ"-Folge-Krankheiten) von ihrem Trauma befreien wollten und dort eine Familie gründeten: zwei (ebenso, wie ihre damals schon erwachsenen Kinder) herzens-gute antirassistische und soziale Menschen, die mich jungen Deutschen ohne Vorbehalt und ungeachtet unserer vagen "Bekanntschaft" so gastfreundlich aufnahmen und fast wie ihren eigenen Sohn behandelten, daß ich sie (die inzwischen leider gestorben sind) immer noch in liebevoller und verehrender Erinnerung habe... Ich weiß, was Israel für sie und ihre Hoffnung auf ein "normales" Leben bedeutete und habe ihnen so ein Leben natürlich gewünscht (wenig später wurde einer meiner Mitschüler, der einen freiwilligen "sozialen Dienst" in Israel ableistete, bei einem sinnlosen palästinensischen Selbstmord-Attentat getötet...) - aber ich bin sicher, daß die beiden großartigen Alten heute bei Anti-Netanjahu-Demonstrationen auf der Straße wären!
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* das erinnert an die anfängliche Praxis europäischer Kolonialisten, in Nord-Amerika und Afrika Land von angeblichen "Häuptlingen" für eine Hand voll Glasperlen zu "kaufen", worauf sich z.B. Deutsch-Stämmige in Namibia bis heute berufen (siehe: Der vermessene Mensch - Film in voller Länge | ARTE, und: Re: Das Erbe des Kolonialismus - Eine deutsch-namibische Spurensuche - Die ganze Doku | ARTE
** vgl. z.B. den etwas platten, aber wohl gut recherchierten Israel-Roman von F. Schätzing mit dem seltsamen Titel "Breaking News" (2014), der auch die Karriere des rechts-zionistischen Netanjahu verfolgt
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und 1977 im Wahl-Programm der heute regierenden "Likud"-Partei Netanjahus festgeschrieben (siehe: „Nicht Muslime haben ,Vom Jordan zum Meer‘ erfunden“, "Frankfurter Rundschau", 22.12.2024)

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Wagenknecht ist besser, als Besser-Ossis

Im "Handelsblatt" kann man ein "Streitgespräch" nachlesen zwischen Wagenknecht und Stefan Kolev, einem Bulgaren, der inzwischen irgendwie Leiter des "Ludwig-Erhard-Forums" geworden ist, der Berliner selbsternannten "Denkfabrik zur Aktualität der Ordnungs-Ökonomie"*.

Kolev gehört angesichts seiner Position zu den Gewinnern der "Wende", also zu den wenigen Besser-Ossis, und vertritt natürlich die simple Ansicht, daß der "Ostblock" nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" in die beste aller möglichen Welten, nämlich die des globalisierten Kapitalismus, eingetreten ist, in der jedes Land die "Freiheit" hat, der EU und der NATO beizutreten, und jeder Bürger der "befreiten" Ost-Gebiete in die noch "freieren" West-Gebiete abwandern kann - wenn auch nicht in so komfortable Jobs, wie Kolev, sondern meist in prekäre Hilfs-Arbeiter-Jobs oder in mafiöse Bettler-Organisationen, wie vermutlich nicht zuletzt Kolevs Landsleute wissen... Die von Wagenknecht angeprangerte Abwerbung ost-europäischer Fachkräfte kontert Kolev einfach mit "Freiheit" - gibt es die in den kapitalistisch "befreiten" Ost-Gebieten etwa immer noch nicht?

Wagenknechts Kritik am real-existierenden Kapitalismus hat Kolev insgesamt sowieso nur Plattitüden von der "freien Markt-Wirtschaft" entgegen zu setzen - "Ordnungs-Ökonomie", vor allem im Sinn von Erhards "sozialer Markt-Wirtschaft", kann Wagenknecht nunmal besser...

Zu Höchst-Form läuft der Besser-Ossi auf, wenn er Wagenknechts Ablehnung von Waffen-Lieferungen an die Ukraine und Forderung nach Friedens-Verhandlungen eine "kolonialistische Einstellung" nennt, die ihn "als Ost-Europäer beleidigt": Wagenknecht sehe "die Region als Verfügungsmasse zwischen Rußland und dem Westen, nicht als selbst-bestimmte Nationen" - soll man darüber lachen oder weinen, hätte sich sogar Ludwig Erhard wohl gefragt: Kolev hatte wohl ein Rhetorik-Stipendium bei einem fundamentalistischen US-Thinktank, der die Region als koloniale Verfügungs-Masse im US-Stellvertreter-Krieg gegen Rußland betrachtet, ähnlich wie Laos und Kambodscha im Vietnam-Krieg, oder Afghanistan im Kalten Krieg...

Arme Wagenknecht, die sich mit solchen verblendeten Einfach-(bzw. Einheits-)Gemütern auseinander (bzw. zusammen) setzen muß (?), und trotz aller Vorbehalte: armer Erhard, daß er solche Follower hat.
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Streitgespräch: „Was Sie sagen, ist für mich als Osteuropäer eine Beleidigung“ (msn.com)

Mittwoch, 2. Oktober 2024

Netanjahu ist noch beschissener, als Selenski

Selenski läßt "nur" hundert-tausende Ukrainer stur und vergeblich gegen die russische Übermacht anrennen und verbluten, obwohl keine Hoffnung besteht, daß die NATO sein Regime aktiv "retten" wird: bis auf die durchgeknallten Ex-"Empire-Traum"-Briten und die paranoiden Balten hat kein NATO-Land Lust, sich "wirklich" in einen offenen Krieg mit Rußland verwickeln zu lassen - man finanziert und bewaffnet lieber einen Stellvertreter-Krieg, wie den von Bin Ladens "Al Qaida" gegen Rußland (ab 1979/80) in Afghanistan...

Netanjahu dagegen ist offenbar alles egal: zwar muß die israelische Armee nicht so viele eigene Soldaten "opfern", weil seit dem "6-Tage-Krieg" (1967) die US-unterstützte militärisch-technische Überlegenheit der Zionisten im Nahen Osten unbestritten ist, aber der israelische Staats-Terror im Namen der kolonial-imperialistischen Staats-Doktrin erzeugt natürlich seit Jahrzehnten militanten Widerstand der Enteigneten, Vertriebenen und Unterdrückten, dem auch Soldaten und Zivilisten zum Opfer fallen - die Staats-Doktrin ist das den Zionisten aber offenbar wert...

Aufgrund seiner militärischen Potenz (immerhin einzige Atom-Macht im Nahen Osten) erdreistet sich Israel als einziges Land weltweit (neben den USA), ohne Kriegs-Erklärung in anderen Ländern militärische Angriffe oder Attentate (auch gegen Iraner) ungeachtet der "Kollateral-Schäden" zu verüben und etwaige Vergeltungs-Versuche noch brutaler zu beantworten...

Infolge des Terror-Angriffs der bisher hilf- und erfolglosen "Hamas" vom 7.10.2023 hat das israelische Regime zu einem Groß-Angriff ausgeholt: nicht nur wird Gaza dem Erdboden gleich gemacht und seine Bevölkerung gnadenlos bombardiert, auch das West-Jordan-Land wird bei dieser Gelegenheit vermehrt terrorisiert... Die (ebenso wie die "Hamas"-Raketen aus Gaza) gegen die israelische Luft-Abwehr wirkungslosen Palästinenser-"solidarischen" Raketen der libanesischen "Hisbollah" und der jemenitischen "Huthi" werden zum Anlaß genommen, den Libanon zu bombardieren und in dessen Süden ein zu marschieren, sowie den Jemen zu bombardieren - die Gefahr eines "großen Nahost-Kriegs", den die Raketen aus dem lang genug provozierten Iran nun andeuten, scheint die arroganten Israelis nicht zu kümmern - man hat eher den Eindruck, als wollten das israelische Regime und die dahinter stehenden USA die Verhältnisse im Nahen Osten "ein für alle Male klären", koste es, was es wolle...

Aber selbst ein "modernerer" Krieg, als der primitive in der Ukraine, wird die Menschheit nicht "weiter" bringen, sondern im Gegenteil in jeder Hinsicht zurück werfen (mindestens auf das ethische Niveau von B-Bock, H-Reiter, Pisstorius & Co.) - ganz zu schweigen von den ökologischen und klimatischen Schäden aller Militär-Aktivitäten schon in Friedens-Zeiten (tatsächlich war das letzte Jahr ohne Krieg irgendwo auf der Welt das Jahr 1775, jedenfalls bevor  im April der US-amerikanische Unabhängigkeits-Krieg ausbrach - und seither waren eigentlich vor allem die USA permanent im Krieg).

Dienstag, 1. Oktober 2024

B-Bock und H-Reiter haben nix aus der Geschichte gelernt

Laut B-Bock haben "AfD" und "BSW" in den drei ostdeutschen Landtags-Wahlen "Erfolg aufgrund russischer Des-Information" gehabt - also gucken nach ihrer Meinung debile "Wähler" auf dubiosen Internet-Kanälen russische "Fake-News" und "wählen" dann entsprechend Gehirn-gewaschen: die logische Forderung wäre demzufolge, das leicht-gläubige, was volkt, von der "demokratischen" Teilhabe auszuschließen...*

Ähnlich hält der bayrisch-deftige Kriegs-treiberische H-Reiter (angeblich vom ex-"linken" Flügel der ex-"Grünen") jeden Teilnehmer an der Friedens-Demonstration am 3.10. für die "eigentlichen Kriegs-Treiber", die auf die "Putin-Propaganda von Wagenknecht" reinfallen...

Beide malen (zusammen mit Pisstorius, "Flak-Rheinmetall", dem unbelehrbaren Gauck und der NATO) an die Wand, daß, wenn die Ukros nicht mit westlichen Waffen im primitiven Schützen-Graben-Krieg "siegen", der un-menschliche "Russe an der polnischen Ostgrenze steht", bereit, West-Europa zu überrollen oder zumindest bis an die Grenzen des ehemaligen "Warschauer Pakts" zu besetzen**, und sind entsetzt, daß das, was volkt, diese Des-Information offenbar nicht glauben mag, sondern archaische "Kriege" aus einfachen und einleuchtenden Gründen einfach nicht mehr will...

Und das ist kein "verwöhnter Weichei-Pazifismus", wie uns die unbelehrbaren Bellizisten weismachen wollen, sondern der einzige unverzichtbare Aspekt "westlicher Werte", während die anderen "Werte", wie "kapitalistische Globalisierung", "Frei-Handel", "Militär-Pakte", "territoriale Souveränität", "repräsentative Demokratie" usw. in Wirklichkeit eher Gesellschafts-schädlich sind.
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* vgl. die US-Pseudo-"Demokratie" - siehe meinen Eintrag vom 24.9.
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vgl.: Gedächtnisstörungen, Denkverweigerung und Quallen-Babys (substack.com) von der Anti-Militaristin Petra Erler über B-Bocks Bedauerungs-freien Tweet zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, den neuen Rüstungs-Wahn usw. - siehe auch: LMA.25 auf X: „US Militärbasen weltweit https://t.co/8o22K0Qsd2“ / X