Samstag, 8. Juni 2024

Das "spanische Paradox" ist keins, sondern Kapitalismus pur

Die Spanier jammern "paradoxerweise", obwohl es "der Wirtschaft" gut geht - aber was heißt schon "Wirtschaft"?
Nach "Corona" boomt der Tourismus wieder, also Baugewerbe, Immobilien, Hotellerie und Gastronomie: es werden "Arbeitsplätze geschaffen", und zwar in eben diesen typischen Niedriglohn-Sektoren, während derselbe Tourismus die Immobilien-, Miet- und sonstigen Preise in unerschwingliche Höhen treibt, sodaß der "Aufschwung" zwar theoretisch das "Brutto-Sozial-Produkt" hochtreibt, aber nichts davon bei dem, was volkt, ankommt (auf etwas höherem Niveau ist es das gleiche in Deutschland).

Wen wundert das nach über 40 Jahren Turbo-(um nicht zu sagen: neo-feudalem Raubtier-)Kapitalismus eigentlich noch? Was interessiert das sinnlose "Brutto-Sozial-Produkt", der "Börsen-Index" oder das "Wirtschafts-Wachstum", außer als Maß für die zunehmende Zerstörung von Umwelt und Gesellschaft?

Das spanische Jammern ist kein "Paradox", sondern realistischer Ausdruck der Idiotie des kapitalistischen Systems: eine humane und gesunde Wirtschaft bedeutet, daß es den Menschen gutgeht, und nicht nur den Shareholdern einer abstrakten "Wirtschaft" oder (noch schlimmer) einer nationalistisch verbiesterten Kriegs-Wirtschaft, wie in der Ukraine, und in deren Gefolge bei ihren westlichen Unterstützern (jedenfalls deren Rüstungs-Konzernen).

Die Spanier (zumindest die Einsichtigen) haben eben bloß am schnellsten erkannt, daß die globale Geo-Strategie der Plutokraten auf ihre Kosten ausgetragen wird - vielleicht auch, weil sie, wie Italiener und Griechen, am meisten unter der zynischen "Globalisierung" leiden, die Millionen Menschen ins Exil, also zuerst mal nach Süd-Europa treibt, also (falls sie überleben) in die Sklaven-Armeen von Großgrund-Besitzern, Bau-Unternehmern und Gastro- und Agrar-Multis, was wiederum Löhne drückt und lokale Arbeitsplätze vernichtet: es also "der Wirtschaft", aber nicht den Menschen gutgehen läßt.

Bloß Jammern und Beten nützt ja nix... (siehe die "Internationale": "Es rettet euch kein höh´res Wesen", aber "alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will"...)

Humane Kriegsführung in Korea: Zuscheißen

Als Antwort auf südkoreanische Ballons mit Propaganda-Flugblättern hat Nordkorea laut "Spiegel" angeblich Ballons mit Müll und Scheiße nach Südkorea fliegen lassen: so sollten Kriege mit menschlichem Antlitz geführt werden, und nicht so primitiv, wie in der Ukraine oder in Gaza!

Und Attentate am besten so, wie im harmlosen Dänemark: ein möglicherweise berauschter Mann hat die Minister-Präsidentin "auf den Oberarm geboxt", woraufhin er verhaftet wurde und die burschikose Dame mit einem "leichten Schleudertrauma" (kein vorzeigbarer blauer Fleck?) davonkam, was nichtsdestotrotz als "Attentat" auf allen Titelseiten die Ukraine und Gaza verdrängt hat (ich hatte neulich auch ein "leichtes Schleudertrauma", als ich von übermütigen Jünglingen in der U-Bahn angerempelt wurde... Aber das ist mir immer noch lieber, als in der Ost-Ukraine oder in Gaza aus dänischen Kampf-Jets mit NATO-Raketen beschossen zu werden...).

Lieber zugeschissen, als abgeknallt für nix und wieder nix.

Freitag, 7. Juni 2024

Das argentinische Kettensägen-Massaker

Der faschistoide Polit-Clown Milei, der spaßeshalber im Wahlkampf mit einer Kettensäge auftrat, unterwirft seit einem halben Jahr Argentinien einer neoliberalen Schock-Therapie* nach dem Muster von Pinochets "Chicago-Boy"-Beratern - mit dem Erfolg, daß die eh schon grassierende Arbeitslosigkeit und Armut katastrophal zunimmt.

Der stinkreiche Arschficker mit der Beatles-Frisur nennt das "Anarcho-Kapitalismus": der "Markt", und nicht ein Sozialstaat, wird´s regeln - jetzt kam heraus, daß er sogar Lebensmittel in staatlichen Depots verrotten ließ, statt sie an Hilfs-Organisationen auszugeben, um die sozial-darwinistische "unsichtbare Hand des Marktes" unverfälscht walten zu lassen (siehe z.B.: Skandal in Argentinien: Milei Hält Lebensmittel für die Armenküchen zurück (nzz.ch)). 

Wenn so ein Schwein im Nach-Militär-Diktatur-Argentinien, das seither zwischen Revolution und Reaktion schwankt, "Wahlen" gewinnt, wirft das ein bezeichnend düsteres Licht auf "repräsentative Demokratien" nach US-Muster (wozu auch die Länder Nachkriegs-Europas gehören, abgesehen von der pseudo-"demokratischen" EU...) - man kann nur hoffen, daß asoziale Verbrecher wie Milei mal bei einem Auftritt in ihre eigenen laufenden Kettensägen stolpern, wenn sich schon kein Gerichtshof findet, der sie dreimal lebenslänglich (wie in den USA gang und gäbe) in ein Arbeitslager in Kansas, Sibirien oder in der Sahara verbannt, oder keine "Tupamaros"**, die ihn eliminieren könnten.
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* vgl. N. Klein: "Die Schock-Strategie" (2007)
**  nationale Befreiungs-Front in Uruguay

Donnerstag, 6. Juni 2024

Bielefeld existiert nicht, und Mannheim ist tot: Kapitalismus gebiert Gewalt

Im berliner Abgeordnetenhaus redete die Innensenatorin ("SPD") pflicht-beflissen über "den schrecklichen Tod von Mannheim", worauf ein Zwischenruf (weibliche "Grüne"?) kam: "Mannheim ist tot?", und einige ("grüne"?) Abgeordnete lachten ("Tagesspiegel": Grüne lachen bei Debatte über toten Polizisten: Entsetzen im Berliner Abgeordnetenhaus nach Zwischenruf zu Mannheim (msn.com)).

Nun: erstens klingen die obligatorischen nichtssagenden "Beileids"-Bekundungen von "Politikern" nach Flut-Katstrophen, Explosionen, Flugzeug-Abstürzen oder Mord-Anschlägen nicht besonders "herzlich" oder ehrlich "betroffen" (nichtmal mit Steinmeiers einstudierter Grabes-Leier-Stimme), und insofern war der Zwischenruf auf die Reden-Schreiber-Plattitüde vom "schrecklichen Tod von Mannheim" eigentlich eine geniale spontane Eingebung von gradezu Ringelnatzschem Humor - die nicht-"grünen" Abgeordneten waren wohl auch eher pro forma (oder angeblich) "entsetzt", weil sich das in so einem Fall (wieso "Debatte"?) eben "gehört" - inzwischen darf man ja auch über getötete palästinensische Kinder "entsetzt" sein, ohne wie noch vor Kurzem deswegen als "Antisemitist" zu gelten, und ohne wirklich über das israelische Morden in Gaza empört zu sein...

Zweitens werden wir dank der regierenden Kriegstreiber (vom einfach gestrickten B-Bock über das verbiesterte "Flak-Rheinmetall" bis zum "CDU"-Warlord Fiesewetter) alltäglich mit primitiven Kriegs- und Mord-Bildern als "Normalität" traktiert und abgestumpft, bekommen regelmäßig beim Abendessen zu hören, daß alle paar Minuten auf der Welt ein Kind verhungert und kriegen dank der nationalen und globalen kapitalistischen Klassen-Gesellschaft ständig die Gewalt-Ausbrüche der Benachteiligten, Prekarisierten und in die Flucht Getriebenen beängstigend vor Augen geführt: wer glaubt schon noch an ein "friedliches Zusammen-Leben", wenn laut "Tatort" selbst der harmloseste Nachbar, ganz abgesehen vom scheinbar anbiederndst radebrechenden Afghanen...

Da sich die so erzeugten Paranoiker nicht einfach, wie in den USA, ein automatisches Gewehr kaufen und auf jeden ballern können, der ihnen nicht paßt, retten sich halb-zivilisierte Europäer in den Zynismus, und das ist auch besser so - scheiß auf verlogene "politische Korrektheit": es ist ja nichtmal "klammheimliche Freude" über die Attacke (oder ein fröhlicher Spruch wie der aus Straußens Zeiten: "Buback, Ponto, Schleyer - der Nächste wird ein Bayer!" oder: "Reagan, den Geier - hängt ihn higher!", was vor 40 Jahren so "verboten" war, wie heute "From the River to the Sea"...), sondern nur wie die Werbung der Berliner Stadtreinigung ("We kehr for You" usw.), oder wie dreckige Schwulen-Witze, die einem nur von Schwulen erzählt werden (dürfen).

Scholz hat natürlich recht: ausgerastete afghanische Dschihadisten kann man ruhig nach Afghanistan abschieben - was haben sie dort zu befürchten, da sie ja voll auf Linie der "Taliban" sind? (Nicht recht hat er damit, im selben Atemzug das erfreulich säkulare Syrien des alewitischen Augenarztes Assad zu erwähnen, das grade die Oberhand über seine ausgerasteten und vom Westen ausgerüsteten Dschihadisten gewinnt...). Übrigens kann man auch schwule persische Dschihadisten gefahrlos in den fundamentalistischen Iran abschieben, da Alexander (der "Große" Päderast) die hellenische Jünglings-Erotik im gesamten Nahen und Mittleren Osten gesellschafts-fähig gemacht hat...*

"Man fragt sich, wenn man Logik hat,
Was macht nachts um eins ein Suaheli-Schnurrbart-Haar im Kattegat
?"
(Ringelnatz hat, im Gegensatz zu Astrid Lindgren, schon vor 100 Jahren vorsichts-halber das "N-Wort" vermieden, als er über die Boots-Flüchtlinge scherzte: schließlich war er selber einer...)
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* siehe z.B. K. Hosseini: "Drachenläufer" (2003)

Sonntag, 2. Juni 2024

Parteien-Feudalismus - schockierende EU-Gerüchte

Man konnte sich schon bisher nur verwundert die Augen und Ohren reiben, angesichts der Mitteilung der "Grünen", daß der nächste "Kanzler-Kandidat" einer der beiden aktuellen Versager, also entweder H-Beck oder B-Bock, sein wird, als seien die in erbliche Ämter aufgestiegen - besonders, daß die Plattitüden, Dümmlich- und Ahnungslosigkeiten, Kosmetik- und Dienstreisen-Skandale, sowie die sturen Kriegs-Treibereien und diplomatischen Peinlichkeiten des B-Bocks den ehemals Rotations-gläubigen "grünen" Delegierten völlig egal zu sein scheinen, ist... nunja: mittlerweile leider nicht mehr unglaublich.

Aber es kommt noch schlimmer: in den Medien kursieren "Brüsseler Gerüchte", daß die "grüne Kanzler-Kandidatur-Konkurrenz" sich in Luft auflösen könnte, weil man ausgerechnet das unfähige B-Bock möglicherweise für die Nachfolge des ein bißchen untragbar gewordenen "Pfizer/Biontech"-Vonderleychen als "EU-Kommissions-Präsidentin" (oder zumindest als Mitglied der "Kommission") ins Auge faßt - ein nicht "demokratisch gewählter", aber machtvoller Posten*, für den schon die genauso überraschend weg-und-hoch-beförderte deutsche Skandal-"Verteidigungs"-Ministerin Vonderleychen ungeeignet war (siehe L.J. Peter: "Das Peter-Prinzip", nach dem in bürgerlichen Hierarchien jeder bis zur Stufe seiner absoluten Unfähigkeit aufsteigt... wie z.B. der Geheimdienst-Koordinator und "Minsk"-Betrüger Steinmeier vom "Kanzleramts-Chef" über "Außen-Minister" zum Salbader-"Präsidenten" mit 1 Million € jährlichem "Ehrensold"... oder die ohne Scherz mögliche weg-und-hoch-Beförderung des Vonderleychen zur "NATO-General-Sekretärin" - wenn diese Beton-Frisuren-Hyäne nicht freiwillig stirbt oder einem Attentat zum Opfer fällt, wird sie am Ende noch "UN-General-Sekretärin", ihr werdet´s sehen).

Die sowieso un-"demokratische" EU (also die ungewählte halb-autokratische "Kommission" - das "gewählte" EU-Parlament ist eine relativ machtlose, aber gut-bezahlte Veranstaltung) war bisher schon durch Lobby-Eminenzen wie Vonderleychen oder den senilen Reaktionär Borell delegitimiert: wenn jetzt weiter nur intellektuell-moralisch-weltanschauliche Nieten wie B-Bock nachrücken, wird immerhin zum Glück die EU-Zentralismus-Begeisterung noch weiter nachlassen - und das ist nicht "rechts-radikal", wie man vorsorglich betonen muß, sondern libertär: denn wem hat die gefeierte "EU" genützt, außer den Multis, den Plutokraten und den "legalen" und den mafiosen Oligarchen? Dem, was volkt, bleibt nur der ehemals lästige (aber auch pittoreske) Währungs-Tausch "erspart", faktisch aber mehr Geld aus der Tasche gezogen: der statistische Zuwachs an "Kaufkraft" betrifft eben nur über-proportional und "Durchschnitts"-verfälschend die oberen 10%, deren Lobbyisten die "EU"-Bürokraten sind - eine bewiesenermaßen infantile Worthülsen-Produzentin wie B-Bock paßt da perfekt hinein.
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* angesichts der Figuren auf diesem Posten fragt man sich allerdings, ob das mehr als die Hofnarren-Stellung des militärisch-finanz-industriellen Komplexes ist, die nur das, was volkt, mit ihrem Posten-Geschacher ablenken soll...

Aufruf ans Volk (z.B. der Ukraine)

"... ich versichere euch, daß in eurem Land die Leute ohne Kapital und Vermögen weitaus in der Mehrzahl sind. Was sollte sie daher daran hindern, auch die Mächtigsten zu werden? Sie könnten dies umso leichter, als die Besitzlosen den Hauptteil der Streitkräfte der Nation stellen. Denn sagt mir bitte, wie steht es denn um die dreihunderttausend oder mehr Soldaten, die euer [Präsident] in seinem [Land] unterhält und die ihn so mächtig und stolz machen? Sind es nicht dreihunderttausend Bettler, die sich für ein paar [Kopeken] am Tag umbringen lassen?* Und für wen? Für den Reichen, vom ersten bis zum letzten Mann; für die Erhaltung des Überflusses, in dem er lebt, damit er seinen Vergnügungen und Ausschweifungen nachgehen und seinen Wohlstand weiterhin vergrößern kann.
Aber verschaffen diese vielen tausend Soldaten den Angehörigen ihrer Schicht und Klasse, ich will sagen: den um ihr Hab und gut betrogenen Bewohnern des Landes, dadurch irgendeinen Vorteil, daß sie ihr Blut vergießen und ihr Leben verlieren? Keinen einzigen, es sei denn, daß sie ihre Zahl noch vergrößern und ihr Elend vermehren.
Es hängt folglich nur von diesen Truppen ab, die Nation wieder in ihre Rechte einzusetzen und die Güter gleichmäßig und gerecht zu verteilen**, mit einem Wort, eine so menschliche, so gerecht geordnete Regierungsform zu errichten, daß alle Glieder der Gesellschaft, und zwar ein jedes seinen Fähigkeiten entsprechend, zum allgemeinen Glück beitragen können."

aus L.-A. Baron de Lahontan (1666-1715): "Neueste Reisen ins mitternächtliche Amerika", dritter Teil (1704, zit. n. K.-H. Kohl: "Entzauberter Blick", 1981), eigentlich an die verelendeten Franzosen unter Louis XIV. gerichtet - Lahontan war als junger verarmter Kleinadliger gezwungen, als französischer Soldat nach Kanada zu gehen und lebte zeitweise bei den dortigen Indianern, was seinen Blick auf das marode Feudal-Europa schärfte...; [Modernisierungen] von mir.
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* gilt auch für die Einsätze der NATO-Armeen in Jugoslawien, im Nahen und Mittleren Osten, in Nord- und West-Afrika und in Latein-Amerika, sowie für die israelische Armee, für die Milizen im Sudan, im Kongo/Ruanda usw., für die kriminellen Mörder-Banden in Mexiko, Haiti, Ecuador usw., für die Terror-Schwadrone von Militär-Diktaturen und Dschihadisten, für SEKs aller nationalen Polizeien usw. - überall gehen, wie schon Lahontan, einkommens- und chancenlose junge Leute notgedrungen zum Militär (in den USA viele Schwarze, in Rußland viele Sibirier), zu "Sicherheits-Kräften" und  Para-Militär, oder in bewaffnete ideologische oder kriminelle Organisationen...
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und das über 200 Jahre vor den revolutionären deutschen Matrosen- und Soldaten-Räten von 1918/19...

Samstag, 1. Juni 2024

Ukraine und Georgien in die EU? Oder doch lieber Marokko und Libanon?

Ein "Experte" sagte dieser Tage auf die Frage nach den Vor- und Nachteilen eines EU-Beitritts der Ukraine allen Ernstes: der Vorteil für die EU sei der "Zugewinn der großen und kampferprobten Armee der Ukraine", und Nachteile könne man derzeit "nicht benennen", da die Ukraine nach dem jahrelangen Beitritts-Prozeß "eine andere als die jetzige" sein werde...

Meinte er: nicht mehr der korrupte verarmte Oligarchen-Staat, der eh schon vom Westen finanziert wird, sondern ein bankrottes Land mit halb-zerstörter Infra-Struktur, dessen "große kampferprobte Armee" tot in Schützengräben liegt und dessen Bevölkerung zu einem Viertel oder mehr bereits im halb-legal privilegierten "Exil" ist? Raum für das deutsche bzw. europäische "Volk (oder jedenfalls dessen Agrar-Multis) ohne Raum", wie man das vor Stalingrad noch nannte?

In Georgien ist die Lage ähnlich (aber eine hübschere Schrift und eine wirklich eigene Sprache haben sie da): natürlich wäre auch dieses herunter gekommene Land gerne Netto-Subventions-Empfänger der EU, aber nicht wegen der "imperialistischen Russen", von deren Handel, Energie-Lieferungen und Touristen man bisher (wie die Ukraine) ganz gut gelebt hat, sondern weil Georgien selbst "imperialistisch" den Krieg gegen die autonomistischen Süd-Ossetier und Abchasier begonnen hat, zu deren Gunsten Rußland schließlich eingegriffen hat (wie nach 8 Jahren Zögern zugunsten der ost-ukrainischen Autonomisten, die von den "Nationalisten" bombardiert wurden) - d.h. der Vielvölker-Staat Georgien will (wie die Ukraine) seine post-sowjetischen Pfründe gegen die von Rußland unterstützten autonomistischen Völker "in den Westen retten"... Im übrigen wurde der derzeitige Aufhänger der "Pro-Europäisten", das sogenannte "Russen-Gesetz" zur finanziellen Transparenz von Auslands-finanzierten "NGOs", zuerst 1938 in den USA eingeführt und bis heute angewendet ("Foreign Agents Registration Act", siehe meinen Eintrag vom 16.4.), und in den EU-Ländern gibt es verschiedene ähnliche Transparenz-Gesetze: wieso soll das georgische Gesetz also den Beitritts-Kandidaten-Status "gefährden"? 

Wäre schön, wenn das so einfach wär... Denn der Nachteil für die EU wäre in beiden Fällen, daß man sich, wie einst mit Portugal, Spanien und Griechenland, und später mit den ost-europäischen und balkanischen Ländern, zwei weitere Armenhäuser ans Bein binden würde, die subventionierte westliche Konsortien (wie schon die erwähnten süd- und ost-europäischen Länder) auf Kosten der Steuerzahler aus den "reichen" Ländern profitabel zu verlängerten Werkbänken (d.h. kapitalistischen Billig-Lohn-Zonen) "aufbauen" würden, die (wie einst die Süd-Europäer und Türken, und jetzt die Ost-Europäer) zusätzlich die Löhne und Arbeitsplätze in den "reichen" Ländern bedrohen (wie aktuell der "solidarisch" importierte Ukro-Weizen die europäischen Getreide-Bauern). Da könnte man doch besser Marokko in die EU aufnehmen: politisch und wirtschaftlich stabiles Regime, billige Tomaten, Haschisch, bei Touristen beliebt, und bereits auf MEZ umgestellt... - oder den Libanon, die alte "Schweiz der Levante" mit dem Charme von Côte-d´-Azur, St.Moritz-Aprés-Ski und Akropolis in einem: ein echter Zugewinn, ganz zu schweigen von den "kampferprobten Armeen" der Falangisten, der Hisbollah und der PLO...

Kurz: die Erweiterung der EU (ganz zu schweigen von der allgemeinen "Globalisierung" und all den "Freihandels-Verträgen") nützt niemandem, außer den trans-nationalen Konzernen vom militärisch-finanz-industriellen Komplex und den lokalen Oligarchen - den Transen der Wirtschafts-Prostitution, sozusagen. Faxem.