Sonntag, 22. Oktober 2017

Der katalanische "Lega Nord"-Faschismus und der national-"spanische" Gewohnheits-Faschismus

Der "spanische Bürgerkrieg" ist 80 Jahre her, und die Franco-Militär-Diktatur hat dessen fortschrittliche und vornehmlich katalanischen Protagonisten zum größten Teil längst ermorden oder sonstwie "verschwinden" lassen...
Das aktuelle katalanische Autonomie-Bestreben hat deshalb nichts mehr mit Enzensbergers romantischem "kurzem Sommer der Anarchie" oder Hemingway´s "Wem die Stunde schlägt" zu tun, sondern eher mit der grassierenden neo-"liberalen" Entsolidarisierung á la "Lega Nord": wie die global spekulierenden Finanz-"Eliten" ungerührt dem Hungertod von 11% der Menschheit in der südlichen Hemisphäre zuschauen, und innerhalb der EU "Versager"-Staaten, wie Griechenland, in den endgültigen Ruin getrieben werden, oder Deutschland als "Export-Weltmeister" gnadenlos rundum Handelsdefizite erzeugt, sind offenbar auch innerstaatlich "erfolgreichere" Regionen (jedenfalls deren lokale Profiteure) nicht mehr bereit, ihre abgehängten Nachbarn zu unterstützen, sondern wollen ihren eher zufälligen Vorteil nutzen: wie die "Eliten" Sloweniens oder der "Lega-Nord"-regierten Lombardei suchen die Kataloniens den Anschluß an die mitteleuropäischen Finanzzentren und degradieren ihre südlichen Landsleute zum "Maghreb", der von der "Wiege der Zivilisation" zum lästigen Entwicklungshilfe-Empfänger abgestiegen ist ...
Nicht nur die weltweit mit imperialistischer Willkür kartographierten Kolonien und postkolonialen Staaten sind aber "zufällige" Vielvölker-Staaten, sondern auch die (letztlich historisch genauso zufälligen) imperialistischen Staaten selbst: "Groß"-Britannien, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Holland, und auch Deutschland - ganz zu schweigen von den USA und der Schweiz...
Natürlich ist der Sprach- und Kulturerhalt jedwedes regionalen "Volkes" zu befürworten (z.B. bedauerlich der Verlust von Dialekten in den eigentlich regionalen "Tatort"-Produktionen...), aber wo es nur um Geld geht, also um das Ausnutzen von durch kapitalistische "Auslese" entstandenen Vorteilen, da darf man sich nicht mehr auf (das historisch sowieso nicht klar abgrenzbare) "Katalonien", geschweigedenn auf Durruti berufen: die spanischen Anarchisten hatten eine solidarische syndikalistische Welt im Blick, und nicht eine Abspaltung vermeintlich (nämlich nur oligarchisch) privilegierter Regionen.
Das UN- und EU-Gelaber von der "nationalen Souveränität" ist natürlich spätestens seit der militärischen Zerschlagung Jugoslawiens sowieso obsolet: auch da ging es nicht um "kulturelle Autonomie", sondern um "Markt"-Kompatibilität, NATO-Basen und Geheimdienst-Kontrolle über Drogen-Drehkreuze - genauso, wie beim Bündnis mit den Rechtsradikalen in der Rest-Ukraine (vgl. M. Bröckers/P. Schreyer: "Wir sind die Guten") und mit den "religiös" Rechtsradikalen in "Saudi"-Arabien (die Sau, die! Fast so zynisch schön, wie die polnische "Piß"-Partei - vgl. Telesur: Empire Files - Saudi-Arabien: 80 Jahre Gemetzel, Sklaverei und... https.// deutsch.rt.com/international/57491).
Die ganze Lage rechtfertigt natürlich nicht die historisch gewohnte polizeistaats-faschistische Reaktion der rechts-konservativen spanischen "National"-Regierung, und natürlich beinhaltet der inzwischen bourgeoise Regionalismus der Katalanen auch eine antikapitalistische Komponente - aber hier zeigt sich bloß wieder die unausgegorene halbherzige "EU"-Realität: es handelt sich eben nicht um eine europäische "Union" zum Wohl ihrer "Bürger", sondern um einen global tätigen Mischkonzern börsennotierter Privat-Unternehmen zu deren eigenem Wohl... Die echten Menschen leben in einem Europa sich grenzübergreifend durchdringender Regionen, und eine politische Form dafür kann es nur jenseits des stieren Kapitalismus und der NATO geben: das ist ja wohl klar.
Einstweilen wie immer mit Liebermann: "Man kann garnicht so viel fressen, wie man kotzen möchte!"

Dienstag, 17. Oktober 2017

Geht doch: GEZ finanziert "RAF-Propaganda" !

Ausgerechnet Stefan Aust, der angebliche "Terrorismus-Experte", seit er den umstrittenen tendenziösen "Baader-Meinhof-Komplex" geschrieben hat, und "Spiegel"-Chefredakteur zu Zeiten der Verquickung von "Spiegel" und "Springer"-Konzern (zu welchletzterem er dann persönlich übergewechselt ist und ein fröhliches Hin- und Herwechseln in Gang gesetzt hat, bis der "Spiegel" nicht mehr wiederzuerkennen war...) - dieser Aust meint, er müsse wegen Dominik Grafs "Tatort" vom 15.10.2017 ("Der rote Schatten") von "RAF-Propaganda" schwadronieren - natürlich in der "Bild"(-"Zeitung", falls man sie so nennen mag): fehlt nur noch, daß ihm der zum "SPD"-Ex-Innenminister gewendete Ex-RAF-Anwalt und Ex-"Grüne" Otto Schily sekundiert...
Dominik Graf erwähnt nichts, was nicht wegen der staatlichen Geheimhaltung von Akten zum Schutz von Spitzeln oder Schlimmerem vermutet werden darf und wenn nicht wahrscheinlich, dann doch zumindest möglich wäre: die Frage ist eher, warum sowas erst nach 40 Jahren in den "öffentlich-rechtlichen" Medien möglich ist.
1980 hatte Aust noch unbeachtet im kleinen linken "konkret"-Verlag über die Rolle des Verfassungs-"Schutzes" beim Schmücker-Mord geschrieben, und fast die gesamte Republik lächelte "klammheimlich" über das dilettantische "Celler Loch" von 1978, als herauskam, daß es sich um eine gradezu Makkaroni-mäßige staatliche Vortäuschung von "Terrorismus" gehandelt hatte - und heute will Aust uns glauben machen, das seien olle Kamellen und habe weder mit aktuellen Verhältnissen, noch mit nach wie vor (warum?) geheimgehaltenen (Nicht-)Ermittlungen in "historischen" Fällen wie Stammheim zu tun: dieser Typ ist entweder dement, oder umgedreht und bezahlt - für sein Seelenheil hoffe ich ersteres, denn es geht nicht um "RAF-Propaganda" (Dominik Graf stellt das "politische" Problem der sich radikalisierenden Nazi-Kinder und ihrer Gewalttaten schließlich dar), sondern um Polizeistaats- und Imperialismus-Propaganda, der nicht nur der vergeßliche Aust offenbar verfallen ist.
Langsam wird es langweilig, die "Pearl-Harbour"- und die "Tonking"-Lüge, die "NATO"- Geheimarmeen und den Kennedy-Mord, die "Jugoslawien-Krieg"-, die "9/11"-, die "Irak-Krieg"-Lüge und all das zu erwähnen - angesichts von polizei-staatlicher "NPD"-Infiltrierung, "NSU"-Vertuschung und "Amri"-Connection müßten aktuelle "Tatorte" wesentlich brisanter und radikaler sein, wenn sie neo-realistisch sein wollen: Dominik Graf hat nichts weiter getan, als ein angesichts der obrigkeitlichen Desinformations-Politik von der herrschenden Inquisition (die gibt´s nicht nur in Rußland, der Türkei und Nord-Korea...) nicht zu beanstandendes Produkt abzuliefern, und das ist schon eine Menge...
Man hätte auch deutlicher sagen können, daß damals eine nächtliche Kaufhaus-Brandstiftung ein Scherz gegenüber dem Völker-(und GI-)Mord in Vietnam war, aber es ging Dominik Graf ja, wie gesagt, nicht um "RAF-Propaganda", sondern um die dubiosen Geheimdienst-Methoden, "staatsfeindliche" Gruppierungen zu "unterwandern" oder möglicherweise sogar quasi zu "übernehmen" (vgl. z.B. Wisnewski et al.: "Das RAF-Phantom").
Die "Selbstmorde" in Stammheim sind solange keine "unwiderlegbare Tatsache", wie der Staat Akten geheimhält, und bleiben unbewiesen und unbeweisbar, wenn der Staat Beweise verschwinden und vernichten ließ - beides ist der Fall, und dafür muß es Gründe geben...
So sinnlos "der bewaffnete Kampf im Herzen der Bestie" und die "Propaganda" dafür erscheinen - eins ihrer Ziele hat die RAF möglicherweise erreicht: daß "der Imperialismus seine häßliche Fratze zeigt".
Jedenfalls ist Aust nicht wie angekündigt als "Experte" bei der Veranstaltung des Berliner "DDR-Museums" am 18.10.2017 zum 40. Jahrestag der Nacht von Stammheim erschienen - er hatte vergessen, daß er bereits zu einem "Festessen"(?) des (wer ist das nochmal grade?) Bundespräsidenten mit der Familie Schleyer zugesagt hatte und ausrichten lassen, daß es "schlecht aussehen" würde, wenn er das absagen würde, um mit dem Ex-RAF-Mitglied Silke Maier-Witt auf einem Podium zu sitzen... Aust hat es wohl nicht nötig, sich auf Staatskosten durchzufressen, sondern eher nötig, Fragen zu seinem "Tatort"-bashing aus dem Weg zu gehen.
Maier-Witt hat an diesem Abend zum wiederholten Mal bereitwillig erklärt, daß die damalige RAF-Klassifizierung des "imperialistischen Funktionärs" Schleyer "unmenschlich" gewesen sei, aber weder (natürlich) die Familie Schleyer, noch das establishment (z.B. vertreten durch Präsident wie-heißt-er-gleich) lassen irgendwelche Zweifel an der "Menschlichkeit" von Papa Schleyer, dem bundesrepublikanischen Märtyrer, erkennen, obwohl heutzutage der Unmut über ähnliche zynische "Elite"-Figuren scharenweise "Wutbürger" zur "AfD" (offenbar wohlgelittener, als zur "Linken", zur "KPD", zur "DKP" oder zur "MLPD", was natürlich auch nicht mehr nützen würde...) treibt.
Falls die Familien der "NSU"-Opfer zur "Entschädigung" auch schonmal Häppchen im Schloß Bellevue gekriegt haben, ist es mir entgangen, aber es würde mich nicht wundern, wenn der neue Bezieher des Bundespräsidenten-"Ehrensolds", die Erben des "Arbeitgeber"-Präsidenten und der "Springer"-Funktionär lieber unter sich blieben...
Obwohl Mord & Totschlag noch nie eine Lösung waren, ist es schon verwunderlich, daß der Tod eines "Elitären" den Untertanen immer noch als ein größeres "Tabu" vorkommt, als der massenweise Tod von namenlos Verheizten, ob in den aktuellen Kriegen oder in den permanenten weltweiten Hungersnöten, die die "Elitären" fast unwillentlich, nämlich rein berufsmäßig oder erbschafts-verwalterisch erzeugen...

Freitag, 22. September 2017

Whal(e)-Watching: "Machthaber" gibt´s nur bei den Andern - hier gibt´s die nicht!

Da es egal ist, mit wem das hängebackig wabernde Phrasen-Kontinuum M. nach der Wal so weitermacht, wie zuvor, braucht man sich zum Glück zum aktuellen Walkampf (Wale kämpfen nicht!) nicht zu äußern...
Da der sogenannte "Deutsche" seit Hitler und Adenauer "keine Experimente" (mehr) will, wird alles wie in Nordkorea seinen Gang gehen: seit bald 40 Jahren (wobei man die Kontinuität auch bequem als länger auffassen könnte) ist eine bürokratische Dynastie an der Regierung, die sich von der in Nordkorea nur dadurch unterscheidet, daß nicht alle ihre Repräsentanten "Kim" heißen - aber alle ihre Repräsentanten, wie sie und ihre Parteien auch heißen, betrieben und betreiben quasi erblich die zunehmende Auflösung und Privatisierung des Staates, die weitere Einschränkung der Pseudo-"Demokratie" und ihre eigene Verwandlung in Statthalter des finanzökonomischen Komplexes, zu dem der "militärisch-industrielle Komplex" (Eisenhower 1961) geworden ist, und dessen Ziel die Umverteilung von unten nach oben ist.
Womit wir beim Thema wären: was sind eigentlich "Machthaber"?
In den "westlichen Demokratien" gibt es, unbesehen der von den Partei-Oligarchen festgelegten "Listen-Plätze" und des "Fraktions-Zwangs", natürlich nur "frei gewählte" Repräsentanten, und um dieses folgenlose Ritual beneidet uns angeblich die ganze "undemokratische" Restwelt - in Wirklichkeit wird in Europa nur (wenigstens teilweise) verschleiert, was sich in "unserer" Vorzeige-"Demokratie", den USA, ganz offen zeigt: die sogenannte "Demokratie" wird vom Finanz-"Adel" beherrscht - alle Welt ist plötzlich erstaunt, daß Milliardär Trump´s Regierung nur aus Multimillionären besteht: als wäre das was Neues! Seit langem sind, wie in jeder "Bananenrepublik", mehr als die Hälfte der US-Kongreß-Mitglieder Millionäre...
So plump geht man im "aufgeklärten" Europa nicht vor, aber auch das Merkel samt dem Schäuble (wie zuvor "Rot-Grün"), das Macronchen und der ehemalige griechische Hoffnungsträger sind nur Marschalle der "neoliberalen Revolution": des nationalen und globalen Kriegs der Reichen gegen die Armen.
Solche Leute nennt man im In-, sowie im "befreundeten" Ausland "Präsidenten" oder "Regierungschefs" (z.B. Diktatoren in Südamerika oder Afrika, sklavenhaltende Feudalisten im arabischen Raum, rechtspopulistische Despoten in NATO-Osterweiterungs-Ländern und Asien von der Türkei bis zu den Philippinen, oder Putschisten in Ägypten, Brasilien, der Ukraine usw.), während der "Neuen Weltordnung" nicht gehorchende Regierungen zu "Regimes" erklärt werden, und ihre Repräsentanten zu "Machthabern" oder sogar "Diktatoren" (z.B. in Rußland, Irak, Libyen, Syrien, Iran, Venezuela, China, Kuba, Nordkorea usw.) - alles unabhängig davon, ob bei den einen oder andern das "repräsentative" Wal-Ritual nach absurdem US-(oder bestenfalls deutschem) Muster aufgeführt wird oder nicht.
Nun: schon unser "gewählter" Vorzeige-"GröFaZ" Hitler ("FAZ: dahinter steckt immer ein kluger Kopf!") war abhängig von US-amerikanischen Finanzkonzernen (z.B. der Bank von G.W. Bush´s Großvater), und erst als deren Investitionen sich als Fehlspekulation zu erweisen begannen, sind die USA auf Seiten der Alliierten in den Krieg eingetreten - nebenbei bemerkt: gegen den Willen ihrer Bevölkerung, die erst mit der "Pearl-Harbour"-Lüge auf Linie gebracht werden mußte, wie beim Vietnam-Krieg mit der "Tonking"-Lüge, beim Jugoslawien-Krieg mit der "Völkermord"-Lüge, beim Kuwait-Krieg mit der "Säuglingsmord"-Lüge, beim Irak-Krieg mit der "Biowaffen"-Lüge, beim Afghanistan-Krieg mit der "9/11"-Lüge, beim Syrien-Krieg mit der "Arabischer-Frühling"-Lüge...
Natürlich könnte man altbackene "Nationalisten", wie Gaddhafi, Saddam, Assad, Castro, den "Subcommandante" von Chiapas, Chavez/Maduro oder die Kims, im Gegensatz zu "unsern" regierungs-bürokratischen Söldnern des globalistischen "Neoliberalismus" als "Machthaber" bezeichnen, aber das wäre schon fast romantisch angesichts dieses auch nicht grade "demokratischen" Zwergenaufstands gegen die Herrschaft des internationalen Finanzkapitals: dessen diffuses Netzwerk ist nunmal derzeit weltweit "Machthaber", auch in und vor allem aus "demokratischen" Staaten.
In Frankreich gehen immerhin noch Massen gegen Macron´s "markt-konforme" Arbeitsrechts-"Reform" auf die Straße - in Deutschland hat man sich mit Niedriglohnsektor und 20% "offiziell" Armen längst abgefunden: kurz vor dem Wal-Ritual kommen in den Mainstream-Medien vermehrt "Experten" zu Wort, die dem Volk vorführen, daß es unbewußt "statistisch" mehr Angst vor Flüchtlingen und "Terrorismus" hat, als vor Verteilungs-Ungerechtigkeit - und daß deshalb Schulzens "SPD"-Retro-Gelaber von "Gerechtigkeit" keinen vom "Tagesschau"-Sessel reißt und das niedere Volk, das laut "Walomat" mindestens die "Linken" (wenn nicht noch linker) wälen müßte, höchstwahrscheinlich die "AfD" zur drittgrößten Fraktion machen wird - womit bewiesen ist, was die Väter des antidemokratischen Wal-Systems der USA schon geahnt haben: direkte Demokratie wäre noch schlimmer, als die herrschende Plutokratie des "freien Marktes" - und mittlerweile scheinen das sogar die Opfer dieser Propaganda zu glauben: freiwillig geben sie ihre Stimme ab, statt sie zu erheben...
Seit Heinrich Manns "Untertan" und Theodore Roosevelt´s Warnung vor der Macht der Plutokraten, beide von vor 100 Jahren,  hat sich wenig getan.

Dienstag, 5. September 2017

Abrüstung durch Rüstung - Make the US & NATO great again !

Die Top-Nachricht ist, daß ein finanzgeiler Primitivling, der zufällig "Präsident" der "too big to fail" verschuldetsten und Atomwaffen-potentesten Nation der Welt ist, dieser Welt zur Frage eines kommenden atomaren Kriegs lapidar mitteilt: "I´ll see..."
"ER" wird also "mal sehen", ob er nach dem Digestif mal kurz seinen Pentagon-Apparatschiks die lang ersehnte Erlaubnis erteilt, ihre Langstrecken-Raketen mal "in echt" auszuprobieren - und die Welt schaut mit heiligem Schauer gebannt zu und wartet auf sein Bäuerchen: aber was auch immer dabei rauskommen wird, Schuld ist schließlich die übliche "Achse des Bösen", diesmal namens "Kim".
Tja, da kann man wohl nix machen und sich genausogut erst mal das Wahl-Geplänkel der Bundeskanzler-Kandidaten anhören, bei dem bestimmt nicht von Kriegsgefahr oder Abrüstung die Rede war (geschweigedenn von echten Lösungen für andere echte Probleme, nehm ich an: ich hab´s erst garnicht mitverfolgt...), sondern wahrscheinlich waren beide sich seicht einig, daß die Rüstungsausgaben erhöht werden müssen... (vielleicht, um "notfalls" in Burundi, Kenia, Venezuela oder Myanmar "humanitär eingreifen" zu können?)
Ich bin jedenfalls auch entschieden dafür, Nordkorea den Besitz von Atomwaffen zu verbieten - und natürlich auch dem Iran !
Und natürlich auch den USA, England, Frankreich, Israel, Rußland, China, Indien und Pakistan... (Fehlt noch wer?)
Helmut Schmidt hat ja auch nicht mit der Kippe im Maul dem Volk das Rauchen verboten.
Und auf welcher Achse rotiert eigentlich ein "Präsident", der einen atomaren Erstschlag mit einem entschiedenen "Mal sehen..." ins Auge faßt?

Samstag, 26. August 2017

Was gut ist an Onkel Donald

Gut ist, daß Onkel Donald in aller plumpen Naivität raushaut, was schon immer die US-amerikanische Politik bestimmt hat: imperialistische Arroganz, Rassismus, puritanische Kapital-Gläubigkeit und mafiös-korrupte Vetternwirtschaft der selbsternannten "Eliten" - jetzt müßte es doch auch dem Dumpfesten dämmern, vor allem in den dem "US-amerikanischen Modell" hinterherhechelnden Vasallenstaaten.
Obama war ein Ablenkungsmanöver ("wir" können auch Friedensnobel und Neger...), obwohl unter seiner "Regierung" sowohl die weltweiten US-Drohnenmorde, als auch der Rassismus eskaliert sind, und er keinen einzigen ohne Beweise lebenslang politischen Gefangenen (Mumia, Peltier usw.) oder "Whistleblower" mit der ihm problemlos möglichen Unterschrift "begnadigt" hat - Trump ist da ehrlicher: er twittert, daß Ku-Klux-Clan-Faschisten "brave Patrioten" und Statuen von Sklaverei-Befürwortern "national-erhebende Kunst" seien, und "begnadigt" als erstes mal einen fundamentalistischen Rassisten...
Planetare Ökologie oder globale Gerechtigkeit interessieren einen Immobilien-Milliardär natürlich genausowenig, wie seine Amtsvorgänger, allesamt Multimillionäre mit mehr oder weniger verdeckten Beteiligungen am militärisch-industriell-finanziellen Komplex und Kontakten zu den entsprechenden Mafias: Onkel Donald dagegen plaudert es offen aus - und keiner wundert sich wirklich: un-"demokratisch" sind ja nur Kuba, Venezuela, Nordkorea und der Iran.
In der infantilen Märchen-Diktions-Tradition von Primitivlingen wie Reagan oder G.W. Bush redet Onkel Donald von "den Guten" und den ach so "Bösen" - ein weiterer "Herr der Fliegen": freßt Scheiße, Millionen Fliegen können ja nicht irren !
Ähnlich stupide argumentiert die hipster-mäßig unrasierte "FDP- (falls noch jemand weiß, was das ist)-Gallionsfigur in modischem Denglish gegen den Datenschutz: "Digital first, Bedenken second !" - und auch dieser Scheiße werden vermutlich mehr als 5 % der noch zur "Wahl" gehenden zustimmen...

Montag, 21. August 2017

Wer, außer einem Untertanen, braucht schon eine "Nation" oder "nationale Werte" ?

Antwort auf Prof.(em.) D. Borchmeyer: Vom wahren und falschen "Deutschsein" in: "Tagesspiegel", Berlin, 20.8.2017 (siehe  https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/was-ist-deutsch/vom-wahren-und-falschen-deutsch-sein.html)

Borchmeyers Behauptung, "englisch, französisch, italienisch" usw. hätten sich auf  "Stämme" (und erst später auf ihre Sprachen) bezogen, "deutsch" dagegen ursprünglich auf eine "Sprachidee", entspringt wohl der romantischen Vorstellung eines Literaturwissenschaftlers:
 - was man seit bald 1000 Jahren als "englisch" (sowohl Volk, als auch Sprache) kennt, ist eine Mischung aus Menschen und Dialekten sich bekämpfender Trupps von Angeln, Sachsen und Dänen, die als Invasoren die britischen Kelten vertrieben oder absorbiert haben, und den franko-romanischen Elementen der folgenden normannischen Eroberer...
 - was man als "französisch" (sowohl Volk, als auch Sprache) kennt, ist das Resultat der fränkischen Kolonisierung von Bretonen, Okzitaniern, Basken, Provenzalen, Burgundern usw. und der inneren Kolonisation durch Zentralisierung von Staat, Kultur und seit Cäsars "Gallischem Krieg" verballhorntem Latein...
 - was man als "italienisch" (sowohl Volk, als auch Sprache) kennt, basiert auf den Überresten des Römischen Reichs, d. h. auf der Kolonisierung und Assimilierung der italischen Stämme, der Etrusker, der süditalienischen Griechen, der Sarden, der cis-alpinen Kelten usw. durch die Latiner, abgesehen von der multiethnischen und -kulturellen Vermischung zur Zeit des Groß-Imperiums, und davon, daß Italien, wie "Deutschland", erst im 19. Jh. wieder eine "staatliche Einheit" wurde...
 - das "Heilige Römische Reich deutscher Nation" war dagegen ein politisches Konstrukt aus mehr oder weniger autonomen nieder- und mittel-"deutschen", alemannisch- und austro-ober-"deutschen", friesischen, flämischen, luxemburgischen, burgundischen, provenzalischen, italienischen und slawischen "Herrschaften", in dem zuerst Latein und später zeitweise französisch die "Hochsprache" war, während die "Stämme" ihre Sprachen und Dialekte beibehielten - bis weit ins 20.Jh. hatten die Bewohner des "Deutschen Reichs" kulturell und sprachlich mit ihren jeweiligen Nachbarn jenseits der Grenze mehr gemeinsam, als mit den "Deutschen" am andern Ende des "Reichs": daher später vernünftigerweise wenigstens die föderale Bundesrepublik...
Das ewige Jammern über die "verspätete staatliche Einheit" ist rein macht-historisch affirmativ: natürlich wurde ein Territorium voller Klein- und Kleinst-"Herrschaften" in der Mitte zwischen imperialistisch-zentralistischen "National"-Staaten (Frankreich, England, Schweden, Rußland, aber auch Österreich und Preußen) zu deren "Spielball" und "Beuteobjekt" - aber mußte man es deshalb denen nachmachen, wie es erst die Habsburger und dann die Hohenzollern versucht haben? Die "Eidgenossen" haben eine bessere Lösung gefunden (auch wenn sie als "Neutrale" bald zur weltgrößten Söldner-Verleih-Agentur wurden...) und wurden eine bis heute im Prinzip funktionierende Bundesgenossenschaft verschiedener kulturell autonomer Stämme und Sprachgruppen - natürlich belächelt von "Rationalisierern" jeder Art.

"Deutschland" hat es nie gegeben, nichtmal als ideellen föderalen Bund, wie bei den "Eidgenossen": das hat gerade der 30-jährige Krieg mit seinen ständig wechselnden Allianzen gezeigt - es ist (wie das zusammengeheiratete Habsburger-"Reich") ein künstliches Produkt, nämlich das des wilhelminisch-preußischen Großmachtstrebens, und der Himmel mag wissen, was das "Volk" sich dabei gedacht hat, "staatliche Einheit" zu fordern: es ist mit dem "Deutschen Reich" genauso vom Regen in die Traufe gekommen, wie nach den sogen. "Befreiungskriegen" gegen Napoleon (und wie das französische "Volk" mit der "Französischen Revolution"...).
Wäre man den "humanistisch-weltbürgerlichen Ideen" von Goethe, Schiller und Konsorten gefolgt, hätte man jedenfalls wahrscheinlich der Welt zwei Weltkriege erspart: daß man es nicht tat, zeigt, daß der klassische Idealismus nicht identisch mit dem "deutschen Wesen" ist...
Die "Deutschen" samt ihren Intellektuellen, Dichtern und Künstlern haben es nicht geschafft, statt "zur Nation (sich vergebens) zu bilden, (...) dafür freier als Menschen (sich) aus(zubilden)", wie Schiller verlangte, sondern bloß zum preußischen Untertanengeist, bis auch die Intellektuellen, Dichter und Künstler der chauvinistischen Propaganda folgend begeistert in den ersten Weltkrieg gerannt sind - und selbst aus diesem grausligen Abgrund sind die Überlebenden nicht klüger aufgetaucht: in "späten", wie in "frühen" Nationalstaaten hat offenbar die vielgepriesene "staatliche Einheit" nicht zu "freieren" (d.h. im Schillerschen Sinn: menschlicheren) Menschen geführt, sondern im Grund zu permanentem Krieg.
Angesichts des auch in allen den imperialistischen "Reichen" nachfolgenden "staatlichen Einheiten" mangelnden klassisch-humanistischen Idealismus und Kosmopolitismus (siehe Re-Feudalisierung, Überwachung, Tot-Exportieren, post-koloniale Rohstoff-Kriege, Umweltzerstörung usw.) ist es vielleicht nur ehrlich, wenn sich der militärisch-industriell-finanzielle Komplex und seine derzeitig hiesigen "politischen" Statthalter nicht mehr auf das "Erbe" der ehemals in "deutschen" Landen verstreuten Dichter und Denker berufen...
Das Gute daran ist, daß so die klassischen Ideale nicht mißbraucht und diskreditiert werden (wie es z.B. dem anti-nationalistischen Nietzsche durch die Nazis geschah), sondern der radikal-humanistischen Opposition erhalten bleiben (die natürlich nicht nur rein "westliche", geschweigedenn "deutsche" Werte verkörpert).
Die Integration von syrischen oder afghanischen Flüchtlingen (wenn man schon die global-kapitalistischen Flucht-Ursachen nicht bekämpfen will) wird das wohl kaum beeinträchtigen, wie Borchmeyer befürchtet - im Gegenteil: erstens sind sie ja (wie gläubige und scheinheilige Christen oder Juden) gewöhnt, daß ihre (wie das Christen- und Judentum) teils ehrenwerte Religion sowohl für einen anständigen Lebenswandel, als auch für macht-besessene Barbareien herhalten kann, und zweitens sind sie aus post-kolonialistisch extrem neo-nationalistischen Staaten geflohen und suchen bestimmt nicht das gleiche in NATO-blau oder nach Goethes Farbenlehre...
Der Mensch, ob Eingeborener, Immigrant oder Asylant, muß sich mit der (lokalen) Gemeinschaft identifizieren, nicht mit einem abstrakten Gebilde namens "Nation", dann wäre es auch nicht nötig, z.B. angesichts "deutscher" Kolonial- und Kriegverbrechen zu betonen: "Aber immerhin hatten wir Göte !", sondern es hätte diese Verbrechen wahrscheinlich nie gegeben.

Freitag, 18. August 2017

Terror im Wohnzimmer - "Ich will doch nur fernsehen!"

Täglich wird die deutsche (oder europäische) Pantoffel-Familie mit Nachrichten aus der ganzen Welt (und, na sowas, zunehmends auch aus Europa) über Selbstmord-Attentate, Amok-Läufe, russische Giftvogel-Attacken und rassistische Bürgerkriege in Afrika (oder in den USA) solange bombardiert, bis die weitertobenden kapitalistischen Kriege im Nahen und Mittleren Osten und in Nordafrika aus dem Blick geraten, ganz zu schweigen von der südeuropäischen Wirtschafts-"Krise" und den Grundproblemen des herrschenden kranken Systems (einschl. des Krankensystems) - dabei macht sich der brave Fern-Seher, nicht anders, als die US-amerikanischen Ku-Klux-Klan-Faschos, hauptsächlich Sorgen um die Zukunft seines Feinstaub-Fahrzeugs, das ihm aufgeschätzt wurde...
Falls sich  tatsächlich bisher "normale" Menschen zunehmends wegen ökonomischer Not "freiwillig" oder "ideologisch verleitet" selbst in die Luft sprengen oder sonstein garantiert fatales Attentat begehen, um ein "Fanal" zu setzen, ist ja wohl was faul an der "Weltordnung" und unserm Pantoffel-Wohnzimmer: diese Möglichkeit ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, wenn man sich die Schere zwischen Verarmenden und immer reicher Werdenden global und auch innerhalb der "entwickelten" Länder ansieht - die "Andern" leben noch im 18./19.Jh., und wir sind auf dem besten Weg zurück dorthin, als es auch bei uns massenweise verarmte Landlose, Tagelöhner, Landstreicher und Bettler gegeben hat...
Welcher "normale" Mensch mit einem halbwegs erträglichen Leben wird wohl irgendwelche Unbekannten und vielleicht sich selbst mit umbringen, marodieren und vergewaltigen oder eine Kinderarmee zum Killen abrichten? In der "entwickelten" Welt reicht offenbar schon die Androhung eines abnehmend erträglichen Lebens, daß so mancher zum Nazi oder militanten "White-Pride"-Fundamentalisten wird - was soll da erst in den zerbombten Ex-Staaten und in den Slums der "unterentwickelten" Welt lossein? Und wer ist da "normaler": der schlechtgelaunte Habenichts, oder der schlechtgelaunte "Mit-Habenichtsen-teil-ich-nicht"?
Aber nicht nur unser Pantoffelheld, sondern auch Flüchtlinge, die nach Jahren der Flucht vor Krieg und Hunger, Internierung, Mißhandlung und Lebensgefahr in Europa ankommen, reden von ganz gutbürgerlichen Hoffnungen und Vorstellungen: wer sind denn also die "Terroristen"?
Einer von ihnen wurde offenbar trotz erkanntem "Gefährdungspotenzial" jedenfalls von einem nordrheinwestfälischen Verfassungsschutz-Mitarbeiter im Dienstwagen nach Berlin chauffiert, wo er angeblich mit einem LKW durch den Weihnachtsmarkt gefahren ist, um sich paar Tage später relativ grundlos in Italien erschiessen zu lassen - zumindest Italien ist ja bekannt für seine (NATO-)"Strategie der Verunsicherung" durch staatlichen und faschistischen Terror, der "Linken" in die Schuhe geschoben wird...
Aber wo auch immer einer mit Messer oder Pistole rumläuft, "bekennt" sich sofort ein "IS" der Urheberschaft - man ist an die geheimnisvolle "3. RAF-Generation" ("Das RAF-Phantom") erinnert: die anonymen "Bekennerschreiben" könnten genausogut von de Maizieres Vorzimmerdame stammen, die ihren Job nicht verlieren will...
Selbst wenn es jede Menge Durchgeknallte gibt, die nicht notwendigerweise von Geheimdiensten oder deren Waffenhändlern "geführt" werden, ist das ein Armutszeugnis für die "Weltordnung": Durchknallen ist eine Streß-Krankheit (vielleicht sogar bei den Reichen und Mächtigen irgendwie) !